Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IMEBA heilt Pumpen-Infarkte schon im Vorfeld

09.11.2012
Gemeinsame Pressemitteilung der Berliner Wasserbetriebe und der TU Berlin

Gemeinsames Forschungsprojekt hat hohes Marktpotenzial

Wenn in der Abwasser-Leitzentrale an der Friedrichshainer Holzmarktstraße eine Kontrolllampe rot blinkt, wissen die Mitarbeiter: Es gibt ein Problem in einem der 141 zugeschalteten Abwasserpumpwerke. Also setzt sich der Entstörungsdienst der Berliner Wasserbetriebe in Bewegung und behebt den Schaden vor Ort.

Logischerweise können die Entstörer erst ausrücken, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Die Berliner Wasserbetriebe haben deshalb nach einer intelligenteren Lösung gesucht – und sie im Verbundprojekt IMEBA der TU Berlin, AUCOTEAM und der Berliner Wasserbetriebe gefunden: eine Technik, die Verstopfungen von Abwasserpumpen schon im Ansatz erkennt, Störungen automatisch beseitigen hilft und damit Ausfälle und Technikschäden minimiert.

Nachdem ein Vorläufer-Projekt erforscht hatte, wie es zur Verstopfung von Abwasserpumpen kommt, hat nun das Projekt IMEBA („Innovative mechatronische Eingriffssysteme zur Betriebsoptimierung komplexer Abwassersysteme“) Lösungen entwickelt, die Verstopfungen erkennen und aufhalten beziehungsweise wieder beseitigen. IMEBA ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin als Forscher und der Berliner AUCOTEAM GmbH als Hersteller mit Unterstützung der Berliner Wasserbetriebe als Anwender.

„Wir versprechen uns von den IMEBA-Ergebnissen steigende Wirtschaftlichkeit durch weniger Schäden sowie sinkende Aufwände bei Personal- und Betriebskosten“, sagt Dr.-Ing. Georg Grunwald, Technik-Vorstand der Berliner Wasserbetriebe. Das Unternehmen betreibt ein sehr komplexes Abwassersystem, in dem der Feststoffanteil stetig steigt und die von drehzahlvariablen Pumpen bewegten Förderströme je nach Tag, Uhrzeit und Wetter zum Teil stark schwanken. Nun sollen die IMEBA-Ergebnisse schrittweise auf die rund 150 in Berlin dafür infrage kommenden Pumpen übertragen werden.

In einem plexigläsernen Pumpwerk haben Wissenschaftler des Fachgebiets „Fluidsystemdynamik – Strömungstechnik in Maschinen und Anlagen“ der TU Berlin zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung und Beseitigung von Verstopfungen in Abwassersystemen entwickelt. Mechatronische Eingriffssysteme und Lösungsmodelle wie zum Beispiel Reinigungssequenzen und der Einsatz von Rückspülvorgängen wurden aus der Laborumgebung erfolgreich in die reale Umgebung des Abwasserhauptpumpwerks Lichtenberg an der Fischerstraße transferiert. An beiden Orten wurden die einzelnen aktiven Maßnahmen systematisch untersucht und mit unterschiedlichen Förderströmen, Drehzahlen und Pumpenkonstruktionen experimentiert. Während der Versuche wurden Sensorsignale ausgewertet, aus denen wiederum Startsignale für automatische Gegenmaßnahmen abgeleitet werden konnten.

„Die Automatisierung von Pumpen in der Abwasserförderung haben wir erfolgreich in die Praxis umgesetzt und wir können mittlerweile eine ausgezeichnete Expertise im Forschungsfeld ‚Abwasser‘ vorweisen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen, Projektleiter von IMEBA und 1. Vizepräsident der TU Berlin. Diese Kompetenzen möchte er auch in Zukunft eingesetzt wissen: „Nun können wir gemeinsam mit den Partnern neue Aufgabenstellungen in dem Bereich angehen.“

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe, Tel.: 030 / 8644-6864, E-Mail: presse@bwb.de

Frank Neuer, TU Berlin, Fluidsystemdynamik – Strömungstechnik in Maschinen und Anlagen, Tel.: 030 / 314-24023, E-Mail: frank.neuer@tu-berlin.de

Die Medieninformation der TU Berlin im Überblick:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
Service für Journalistinnen und Journalisten:
Aufnahme in den Medienverteiler: www.tu-berlin.de/?id=1888
Veranstaltungen: www.tu-berlin.de/?id=115296
Forschungsberichte: www.tu-berlin.de/?id=113453
TU Berlin bei twitter: www.twitter.com/TUBerlin_PR
TU Berlin bei youtube: www.youtube.com/tuberlintv

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung
06.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Gut angelegte Werte: Schwingfestigkeitsdatenbank hilft Kunststoffbauteile nachhaltig auszulegen
04.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics