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Gefragt ist komplexe Unterwassertechnologie

27.04.2011
Rostocker Nachwuchsingenieure mit Mini-U-Boot auf Tauchfahrt

Deutschland ist bekanntermaßen ein rohstoffarmes Land. Daran lässt sich kaum etwas ändern. Jedoch hat Deutschland eine Chance bei der gesicherten Bereitstellung weltweit nachgefragter mariner Energieträger und Rohstoffe eine entscheidende Rolle zu spielen.


Das Mini-U-Boot (Universität Rostock)


Das Team

„Das setzt allerdings voraus, dass deutsche Unternehmen als Systemanbieter komplexer Unterwassertechnologien auf dem Weltmarkt auftreten“, sagt Prof. Dr.-Ing. Mathias Paschen, Leiter des Lehrstuhls für Meerestechnik an der Universität Rostock und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Maritime Technik (GMT). Das Studium an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock trägt dem mit Praxis naher Forschung und Lehre Rechnung.

Unter fachlicher Betreuung von Dipl.-Ing. Karsten Breddermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Meerestechnik, bestand aktuell die Aufgabe der Studierenden Luise Draheim, Alexander Dummer, Marcel Jänsch, Stefan Loui, Peter Reiners und Lars Schleuß darin, in einem Zeitraum von ca. sechs Monaten gemeinschaftlich das Konzept für ein unbemanntes Mini-U-Boot zur Erledigung verschiedener Aufgaben in der Meerestechnik und -forschung zu entwerfen und zu dimensionieren sowie ein Versuchsmuster zu bauen und zu erproben. Als Parameter waren beispielsweise die maximal zu erreichende Tauchtiefe, die maximalen geometrischen Abmessungen, die Geschwindigkeit sowie die zulässige Masse vorgegeben. Das zur Verfügung stehende Budget war auf 300 Euro beschränkt.

Es wurde viel Literatur gewälzt, gerechnet, gezeichnet, gesägt, gebohrt, gelötet und vieles mehr. Das schließlich gebaute U-Boot ist in der Lage, alle Schiffsmanöver auszuführen, die auch ein großes U-Boot ausführen kann. Außerdem besitzt es eine eigene Ankerwinde, um in verschiedenen Wassertiefen auch vor Anker gehen zu können. Mit zum Teil feuchten Händen und geröteten Wangen stellten die sechs Nachwuchsingenieure vor einigen Tagen das Ergebnis ihrer mehrmonatigen Arbeit den Mitgliedern des Lehrstuhls Meerestechnik im Schlepptank der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik vor. Die gute und präzise Arbeit zahlte sich aus – alles funktionierte bestens. Die Freude darüber war groß – natürlich bei den Studierenden aber auch bei den Lehrenden.

„Komplexe Unterwassertechnologie erfordert leistungsbereite Ingenieure mit umfangreicher System-, Methoden- und Sozialkompetenz“, weiß Prof. Mathias Paschen. Von Professoren für Schiffs- und Meerestechnik der Universität Rostock initiierte und verantwortete nationale und internationale Ingenieurstudiengänge dienen der Aus- und Weiterbildung der zukünftigen Ingenieurelite in der deutschen maritimen Wirtschaft. „Dabei geht es nicht nur um die Beherrschung wissenschaftlicher Methoden. Es geht immer mehr um die Aneignung von Wissen über das Zusammenspiel von Komponenten komplexer technischer Systeme auch unter harschen Umweltbedingungen“, so Paschen.

Das Mini-U-Boot ist für Interessierte auf dem Universitätsstand der BalticFuture-Messe am 4. und 5. Mai 2011 in Rostock zu bewundern. Die Studierenden werden sich keine Chance entgehen lassen, ihr „Baby“ vorzustellen.

Kontakt:
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Prof. Dr.-Ing. Mathias Paschen
Dipl.-Ing. Karsten Breddermann
Fon: +49 (0)381 498 9231
Mail: mathias.paschen@uni-rostock.de
karsten.breddermann@uni–rostock.de

Dr. Ulrich Vetter | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

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