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Fraunhofer-Zentrum HTL präsentiert neue Thermo-optische Messanlage TOM_pyr

23.09.2015

Auf der ceramitec 2015 in München stellt das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL die neue Thermooptische Messanlage TOM_pyr vor. In Halle B1.219/320 wird sie als Modell zu sehen sein.

Das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL entwickelt Materialien und Komponenten sowie Mess- und Simulationsverfahren für den Einsatz bei hohen Temperaturen. Wichtige Anwendungen liegen in der Energie-, Antriebs- und Wärmetechnik.


Die neue Thermooptische Messanlage TOM_pyr dient der Untersuchung von Ent-binderungs- und Pyrolyseprozessen unter industrienahen Bedingungen

Visualisierung: Fraunhofer-Zentrum HTL


TOM_pyr, Detail

Visualisierung: Fraunhofer-Zentrum HTL

Ein Forschungsschwerpunkt ist die Verbesserung der Qualität sowie der Material- und Energieeffizienz von industriellen Wärmeprozessen.

Zur Prüfung von Hochtemperaturmaterialien und zur Optimierung ihrer Herstellprozesse entwickelt und baut das HTL seit einigen Jahren so genannte Thermo-optische Messanlagen (TOM). Dabei handelt es sich um Labor-Messöfen, mit denen erstmals die Bedingungen in Industrieöfen nachgestellt und die relevanten Materialveränderungen während der Wärmebehandlung präzise gemessen werden können.

Als jüngste Anlage der neuesten Generation wurde kürzlich TOM_wave in Betrieb genommen. TOM_chem wurde anlässlich der UNITECR 2015 in Wien der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf der ceramitec 2015 soll nun erstmals TOM_pyr präsentiert werden.

Die neue Thermooptische Messanlage TOM_pyr dient der Untersuchung von Ent-binderungs- und Pyrolyseprozessen. Verschiedene Formgebungsprozesse, wie z. B. der Spritzguss, erzeugen Grünkörper mit einem hohen Anteil organischer Hilfsstoffe. Diese Hilfsstoffe müssen während der Wärmebehandlung verbrannt bzw. pyrolisiert werden, was zeit- und energieaufwändig ist.

Mit TOM_pyr lässt sich dieser Entbinderungsprozess unter industrienahen Bedingungen optimieren. Die Anlage ermöglicht den Betrieb mit Inertgas oder oxidierenden bzw. reduzierenden Gasmi-schungen mit Strömungsgeschwindigkeiten bis zu 20 m/s und Temperaturen bis 700 °C.

Mit einem maximalen Probengewicht von 0,5 kg können auch komplette Bauteile untersucht werden. Neben den beim Entbindern auftretenden Gewichtsänderungen werden auch Schallemissionssignale in situ gemessen. D.h. Risse, die bei zu rascher Entbinderung im Bauteil auftreten, werden akustisch detektiert. Dadurch können optimale Prozessbedingungen für die Entbinderung identifiziert und anschließend auf Produktionsöfen übertragen werden.

Weitere Informationen:

http://www.isc.fraunhofer.de
http://www.htl.fraunhofer.de

Marie-Luise Righi | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

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