Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fast 40% Zeitgewinn in der Einzelfertigung mit Segoni.PPMS

04.06.2008
Das Berliner Softwarehaus Segoni hat eine Branchensoftware entwickelt, die speziell kleinen und mittelgroßen Unikatfertigern eine prozessorientierte Organisation und Kontrolle aller betrieblichen Abläufe ermöglicht. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik konnte mit der Software die Durchlaufzeiten in der Einzelteilfertigung erheblich reduzieren und seine Chancen bei Make-or-Buy-Entscheidungen spürbar verbessern.

„Bei fast 40% liegt der Zeitgewinn in der Einzelteilfertigung“. So die Einschätzung von Stefan Frei, Leiter der Abteilung für Werkstoffmechanik am Fraunhofer-Institut Freiburg nach Einführung des EDV-Systems Segoni.PPMS.

Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM mit seinen Standorten in Freiburg und Halle untersucht die Eigenschaften von Werkstoffen und Bauteilen. Kernaufgabe ist es, zu analysieren, wie sich Einsatzbedingungen und mechanische Beanspruchung sowie Fertigungs- und Bearbeitungsvorgänge auf diese Eigenschaften auswirken.

Die Leistungen des Fraunhofer-IWM umfassen Werkstoffcharakterisierung und Bauteilprüfung, die Simulation von Bauteilen und Fertigungsprozessen, die einsatzgerechte Beschichtung von Werkzeugen und Bauteilen, Schadensanalysen und Verfahrensentwicklungen.

... mehr zu:
»PPMS »Werkstoffmechanik

„Bereits vor Einführung des Segoni.PPMS vor nunmehr drei Jahren war längst nicht mehr garantiert, dass wir als hauseigener Lieferant die Aufträge erhielten“, erläutert Frei. „Qualität und Termintreue wurden Größen, an denen wir uns genau wie externe Lieferanten messen lassen mussten, und die zu einer entsprechenden Make-or-buy-Entscheidung führten.“

Diese Tendenz im Auftragsverhalten seiner Kunden war Anlass für die den Werkstattleiter Stefan Frei, die bestehende Organisation seiner Abteilung auf den Prüfstand zu stellen. „Eine Vor- und Nachkalkulation sowie positionsbezogene Arbeitspläne gab es bei uns schon länger, allerdings war die Erstellung, Verwaltung und Pflege recht aufwändig, da sie nicht in einem durchgängigen System organisiert war“ erinnert sich Frei.

Mit Segoni.PPMS blitzschnell kalkulieren

„Als Einzelfertiger sehe ich in dieser Durchgängigkeit der Prozesskette im Segoni.PPMS immer wieder riesige Vorteile. Angefangen von der blitzschnellen Kalkulation, die als Grundlage für alle weiteren Prozesse dient. Sind die Grunddaten wie Zeichnungsnummer und Benennung erfasst, lege ich die Arbeitsreihenfolge und -inhalte fest.

Im Anschluss bewerte ich Rüst- und Arbeitszeiten und gebe meinen Liefertermin ein“, erklärt Frei weiter. „In der Praxis geht das meist noch schneller, da wir häufig mit Vorlagen arbeiten oder auch auf ähnliche, bereits gefertigte Teile zugreifen und deren Kalkulationskopien als Ausgangspunkt für Neuteile nutzen.“

Speziell bei umfangreicheren Anfragen erspart die Möglichkeit des Stücklistenimports einige Tipparbeit.Bei jeder Kalkulation wird auch ein verantwortlicher Projektleiter definiert, der von diesem Zeitpunkt an auf allen internen/externen Ausdrucken ausgewiesen wird.

„Das zentrale Medium der Fertigungssteuerung stellen die Arbeitspläne dar, welche quasi als Abfallprodukt aus der der Kalkulation generiert werden. Der Arbeitsplan gibt die vom Kalkulator angedachte Herangehensweise wieder, stellt alle fertigungsrelevanten Details transparent dar und dient zusätzlich als Grundlage zur Zeiterfassung.“

Ein System aus Regalen und Kisten unterstützt dabei die im Arbeitsplan vorgegebene Fertigungslogistik reibungslos umzusetzen.“ Frei: „Die Fertigungsabläufe laufen seither insgesamt ruhiger und vor allem effizienter ab. Mit dem Arbeitsplan können wir zusätzlich in der Einzelfertigung eine durchgängige Dokumentation und Reproduzierbarkeit auf Arbeitsgangebene gewährleisten. Erfahrungswerte die während des Fertigungsprozesses gemacht werden stehen im Wiederholfall also ebenfalls auf Abruf zur Verfügung.“

Herrenlose Teile gehören der Vergangenheit an

„Seit Einführung des Segoni.PPMS gibt es in unserer Fertigung keine herrenlosen Teile mehr. Auch kleinere Nacharbeiten oder Schnellschüsse nach Aufwand werden im System angelegt.Neben einer vollständigen Kapazitätsplanung hat diese Vorgehensweise vor allem einen großen Vorteil: Es wird nichts vergessen. Weder zu liefern noch zu berechnen. „Speziell bei aufwändigen Teilen mit vielen Arbeitsgängen und Fremdarbeiten hatte ich mich früher ab und an in meinen Terminaussagen etwas vergaloppiert; heute kann ich von Anfang an realistischere Terminaussagen treffen und die dann später dank transparenter Fertigungssteuerung auch einhalten. Weiterer Nebeneffekt dieser Herangehensweise: Unsere Durchlaufzeiten konnten durch Einsatz des Segoni.PPMS spürbar gesenkt werden“, meint Frei.

Das Segoni.PPMS war im Fraunhofer-Institut ursprünglich als Hilfe im Bereich Vor- und Nachkalkulation in der mechanischen Werkstatt angedacht. Bei Einführung des Systems wurden den Anwendern aber auch die Vorteile im Bereich der Fertigungsplanung und Steuerung mehr und mehr bewusst. Mittlerweile bekommt auch die kaufmännische Auftragsabwicklung sowie diverse kaufmännische Auswertungen mehr Gewicht.

Auftragslisten, Bewertung unfertiger Erzeugnisse, Umsatzhitlisten und Auswertungen zu Kostenstellen gehören mittlerweile zu meinem wöchentlichen Abteilungsanalysen. Frei: „Es ist sehr angenehm für jede Besprechung die passende Liste aus dem System abrufen zu können. Einige der Auswertungen sind bereits für die anderen Abteilungen im Fraunhofer Intranet abrufbar.“

Software bildet Strukturen eines Indiuvisualfertigers ab

Die langjährige Zusammenarbeit mit Individualfertigern gewährleistet, dass die Software das EDV-Abbild der Unternehmens- und Fertigungsstrukturen eines solchen Unternehmens darstellt. Der Anwender findet sich in Begrifflichkeiten und Layout der Masken und Auswertungen wieder, die Handhabung ist so einfach und klar strukturiert, dass Nicht-EDV-Fachleute problemlos und ohne größeren Schulungsaufwand damit arbeiten können, und der Dateneingabe- und Datenpflegeaufwand ist auf ein Mindestmaß reduziert.

Neben der Auswertung der „nackten Zahlen“ geht es aber vor allem darum, das spezielle Wissen der Mitarbeiter an einer zentralen Stelle zu sammeln und zukünftig zur Verfügung zu stellen. So können zum Beispiel Montage- und Abstimmprotokolle, CAM- und CAD-Daten, Fotos von Aufspannsituationen an Maschinen, Anmerkungen zur Fertigungstechnik etc. dem Auftrag zugeordnet werden und stehen bei Wiederholungsteilen oder ähnlichen Aufträgen wieder zur Verfügung.

Der modulare Aufbau der Software-Lösung ermöglicht dem Anwender eine sukzessive Einführung parallel zur bestehenden Vorgehensweise. Einführungszeitraum, Umfang und Ausbau werden vom mit dem Anwender entsprechend der betrieblichen Gegebenheiten abgestimmt. Systemvoraussetzungen sind: Microsoft Windows 2000/XP (> 128 MB RAM), 1 GHz Prozessorleistung, 17-Zoll-Monitor. Die Software kann sowohl als Einzelplatz- als auch als Netzwerklösung eingesetzt werden.

Ralf Dürrwächter ist Projektleiter Segoni.PPMS bei der Segoni Aktiengesellschaft in Berlin.

Ralf Dürrwächter | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/digitalefabrik/ppserp/articles/123351/

Weitere Berichte zu: PPMS Werkstoffmechanik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Hydraulische Hubtisch – Plattformwaage PCE-HLTS 500 mit individueller Arbeitshöhe
21.01.2020 | PCE Deutschland GmbH

nachricht Neuer Schneidkopf beschleunigt die Wartung von Hochdruckwasserstrahl-Anlagen und senkt Kosten
20.01.2020 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: A new look at 'strange metals'

For years, a new synthesis method has been developed at TU Wien (Vienna) to unlock the secrets of "strange metals". Now a breakthrough has been achieved. The results have been published in "Science".

Superconductors allow electrical current to flow without any resistance - but only below a certain critical temperature. Many materials have to be cooled down...

Im Focus: DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten.

Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der...

Im Focus: Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen

Europäische Union fördert Forschungsprojekt „PredActin“ mit 1,2 Millionen Euro

Aktin ist ein wichtiges Strukturprotein in unserem Körper. Als Hauptbestandteil des Zellgerüstes sorgt es etwa dafür, dass unsere Zellen eine stabile Form...

Im Focus: Programmable nests for cells

KIT researchers develop novel composites of DNA, silica particles, and carbon nanotubes -- Properties can be tailored to various applications

Using DNA, smallest silica particles, and carbon nanotubes, researchers of Karlsruhe Institute of Technology (KIT) developed novel programmable materials....

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

KIT im Rathaus: Städte und Wetterextreme

21.01.2020 | Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Human-Antikörper statt Pferdeseren für die Behandlung von Diphtherie

21.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Mit Mixed Reality Maschinen überwachen

21.01.2020 | Informationstechnologie

Hydraulische Hubtisch – Plattformwaage PCE-HLTS 500 mit individueller Arbeitshöhe

21.01.2020 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics