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Globale Beschaffung ist Baustein für den nachhaltigen Unternehmenserfolg

08.05.2008
Mehr als 60% aller kleinen und mittleren Unternehmen beziehen ihre Waren und Dienstleistungen aus dem eigenen Postleitzahlenbereich. Weitere 20% kaufen bundesweit oder begrenzt im europäischen Ausland ein. Doch auf internationaler Ebene gibt es erhebliche Einsparpotenziale, die erkannt und realisiert werden sollten.

Eine wissenschaftliche Studie zum Thema Global Sourcing, durchgeführt in 80 Einkaufsabteilungen großer und mittelständischer Unternehmen, hat ergeben, dass 71% der Unternehmen der internationalen Beschaffung einen hohen bis sehr hohen Stellenwert beimessen. 17% der befragten Unternehmen wollen in den kommenden Jahren den Anteil global beschaffter Güter mehr als verdoppeln.

Global Sourcing wird in diesem Zusammenhang als eine der Top-3-Einkaufsmethoden genannt und hat bereits bei 90% der befragten Unternehmen zu Einsparungen im Beschaffungsbereich geführt.

Eine einheitliche Definition des Begriffs Global Sourcing gibt es derzeit nicht. Im Allgemeinen werden damit sowohl strategische als auch operative Prozesse bezeichnet, die Unternehmen im Zuge der Globalisierung helfen, neue und wirtschaftlich interessante Bezugsquellen zu erschließen.

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Für Einkaufsabteilungen sind mit dem Global Sourcing zahlreiche Herausforderungen in Bezug auf Kommunikation, Logistik und Qualitätssicherung verbunden, aber gleichermaßen auch realistische Einsparpotenziale von durchschnittlich 5 bis 10% und mehr.

Risiken und Anforderungen der globalen Beschaffung

Der zunehmende Kostendruck und die teilweise bereits international aktive Konkurrenz tun ihr Übriges, um ein Nachdenken über den Einstieg in die internationale Beschaffung anzustoßen. Unterm Strich gilt: Eine zeitgemäß und innovativ geführte Einkaufsabteilung darf heute keine nationalen Grenzen mehr kennen. Ungeachtet der verschiedenen Möglichkeiten, die eigene internationale Beschaffung voranzutreiben, sind Unternehmen gut beraten, stets auch die damit verbundenen Risiken zu beachten.

Jeder professionelle Global-Sourcing-Prozess sollte deshalb Überlegungen bezüglich längerer Lieferzeiten, qualitativer und rechtlicher Aspekte, Qualitätssicherungsmaßnahmen, Währungsrisiken, Zölle, Kommunikationsanforderungen sowie Logistik und Lagerhaltung berücksichtigen.

Unterschiedliche Wege in die globale Beschaffung

Inwieweit ein Unternehmen den erhöhten Anforderungen im Bereich der globalen Beschaffung generell gerecht werden kann, hängt von den finanziellen Ressourcen und personellen Kapazitäten im Einkaufsbereich ab. Eine noch größere Rolle spielt allerdings die bereits angesprochene strategische Komponente im Einkauf.

Diese „Gewinn bringenden Tätigkeiten“ werden oftmals vernachlässigt und viele Unternehmen legen den Fokus hauptsächlich auf die operativen Tätigkeiten, also die alltägliche Abwicklung von Bestellungen. Die personellen Kapazitäten sind dadurch zumeist gebunden und die Ausrichtung der Einkaufsstrategie auf eine globale Beschaffung gestaltet sich infolgedessen schwierig.

Für Unternehmen stellt sich die Frage, auf welchem Weg die globalen Beschaffungsmärkte betreten werden sollen, um die Wettbewerbschancen zu erhöhen und den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern. Unabhängig davon müssen Einkaufsabteilungen im Vorfeld klare Grundvoraussetzungen schaffen, um die gesamte Beschaffungsorganisation für das internationale Geschäft „fit“ zu machen. Sämtliche Zeichnungen und Produktspezifikationen müssen mehrsprachig erzeugt und mit internationalen Normen versehen sein.

Globale Beschaffung erfordert umfassendes Wissen

Unumgänglich ist auch der Aufbau einer grundlegenden Expertise bezüglich fundierter Fremdsprachenkenntnisse, Länderkenntnissen im Hinblick auf Kultur und Denkweise, internationalen Vertragsrechts, Verhandlungssicherheit mit ausländischen Lieferanten, Import- und Zollbestimmungen sowie eine generelle Reisebereitschaft.

Die naheliegendste Möglichkeit, in die internationale Beschaffung einzusteigen, ist der Aufbau einer eigenen Global-Sourcing-/Global-Procurement-Abteilung. Das erforderliche Know-how kann kurzfristig durch die Rekrutierung von international erfahrenen Einkäufern aufgebaut werden. Voraussetzung ist die uneingeschränkte Bereitschaft, in geeignetes Personal und Infrastruktur zu investieren.

Eine andere interessante Option stellen so genannte Tier-One- und Tier-Two-Lieferanten dar. Diese entwickeln, dokumentieren und konstruieren Systeme, Komponenten sowie Teile der Endprodukte eines Herstellers (OEM). Darüber hinaus umfasst ihr Leistungsportfolio ein internationales B- und C-Teile-Management, in dem Aufgaben der Disposition, Lagerhaltung, Qualitätskontrolle und Logistik übernommen werden.

Sie sind in der Regel auf ein Fachgebiet spezialisiert und verfügen über ein fundiertes Know-how. Nachteilig kann der fehlende direkte Zugriff auf die eigentlichen Hersteller und daraus resultierende geringere Einsparungen gesehen werden.

Dienstleister erleichtern globale Beschaffung

Des Weiteren haben Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit, externe Berater und Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Diese verfügen über die benötigten tiefgreifenden Kenntnisse und Fähigkeiten. Je nach Leistungsangebot können diese bei den vielfältigen Aufgabenstellungen der internationalen Beschaffung eine sinnvolle Unterstützung leisten. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der internationalen Lieferantenidentifikation über den Lieferantenaufbau bis hin zur Organisation der Beschaffungsaktivitäten mit entsprechenden Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Generell gilt: Um von dem notwendigen Know-how für den Einstieg in die weltweite Beschaffung zu profitieren, müssen Unternehmen bereit sein zu investieren.

Mit steigendem Kosten- und Wettbewerbsdruck wird die globale Beschaffung immer wichtiger

Ein Einstieg in die weltweite Beschaffung wird für viele kleine und mittelständische Unternehmen nur noch eine Frage der Zeit sein. Der weiter wachsende Kosten- und Wettbewerbsdruck wird es Unternehmen nicht erlauben, die Themen Global Sourcing und Global Procurement in Zukunft zu ignorieren.

Deshalb sollten Unternehmen sich bereits heute unvoreingenommen mit den Möglichkeiten der internationalen Beschaffung auseinandersetzen und ihre derzeitigen Einkaufsstrukturen überprüfen. Die Bedeutung internationaler Beschaffungsmärkte wird in Zukunft weiter zunehmen und nur ein proaktives Engagement in diesem Bereich hilft, den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern.

Marcus te Rehorst ist Geschäftsführer der Sonsec GmbH in 21107 Hamburg.

Marcus te Rehorst | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/managementundit/einkauf/articles/120707/

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