Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sehr prominente Produktplatzierungen können von 3D-Filmen profitieren, wenig prominente verlieren

07.07.2016

Produktplatzierungen in Filmen sind allgegenwärtig. Wie beeinflussen aber moderne Filmtechnologien, insbesondere 3D-Technologie, die Erinnerung an die platzierten Marken? Einer aktuellen Studie zufolge profitieren nur sehr prominent platzierte Marken von der 3D-Technologie im Vergleich zur 2D-Technologie, während die Erinnerung an weniger prominente und subtile Platzierungen sinkt. Bei 4D-Filmen (3D angereichert mit Duft) war die Erinnerung am geringsten.

Die Ergebnisse, die kürzlich in der Zeitschrift „Media Psychology“ veröffentlicht wurden, beruhen auf zwei Studien, in denen Produktplatzierungen in zwei Hollywoodfilmen untersucht worden sind.

Die Probandinnen und Probanden sahen die Hollywoodfilme jeweils entweder in einer 2D-, 3D- oder 4D-Version (der 3D-Film mit Geruch). Es wurde erhoben, inwiefern sich die Probanden an die in den Filmen platzierten Marken erinnern können. Unterschieden wurde zwischen prominent bzw. subtil platzierten Produkten.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es für Unternehmen, die wenig prominente Produktplatzierungen einsetzen möchten, vorteilhafter wäre, weiterhin mit Filmen in 2D-Technologie zu arbeiten“, so Ralf Terlutter (Abteilung für Marketing und Internationales Management der Alpen-Adria-Universität, AAU), der gemeinsam mit seinen Kolleginnen an der AAU Sandra Diehl und Isabell Koinig (beide Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft) sowie Martin K.J. Waiguny (IMC Krems) die Studien durchführte. Bei prominenten Produktplatzierungen könne hingegen unter bestimmten Umständen der Einsatz in 3D-Filmen sinnvoll sein.

„Dies ist aber nur der Fall, wenn die Produktplatzierung sehr sichtbar und zentral in der Geschichte des Filmes positioniert ist“, erklärt Terlutter weiter. Wenn dem nicht so sei, wirke sich auch hier die 3D-Technologie negativ auf die Markenerinnerung und –wiedererkennung aus. Unabhängig von der Prominenz war die Erinnerung an Product-Placement in den 4D-Filmen am geringsten.

Das Forschungsteam nimmt an, dass die begrenzte Informationsverarbeitungskapazität des menschlichen Gehirns für diese Ergebnisse verantwortlich ist. Ralf Terlutter führt dazu aus: „Wenn wir einen 2D-Film betrachten, werden weniger kognitive Ressourcen benötigen als dies bei 3D- oder gar 4D-Filmen der Fall ist. Die zusätzlichen Reize führen, so die Annahme, zu einer stärkeren Auslastung des Gehirns.“ Dies gelte es in zukünftigen Studien zu messen, genauso wie die Effekte in verschiedenen Kulturen mit verschieden ausgeprägter Technologieentwicklung.

Terlutter, R., Diehl, S., Koinig, I. & Waiguny, Martin K.J. (2016). Positive or Negative Effects of Technology Enhancement for Brand Placements? Memory of Brand Placements in 2D, 3D, and 4D Movies. Media Psychology, DOI: 10.1080/15213269.2016.1142377.

Weitere Informationen:

http://www.aau.at

Dr. Romy Müller | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtual Reality soll wissenschaftliche Zusammenarbeit unterstützen
05.12.2018 | Hochschule Albstadt-Sigmaringen

nachricht CATS: LOEWE-Forschungsprojekt zu Chatbot-Systemen im Personalrecruiting startet
29.11.2018 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Bakterien ein Antibiotikum ausschalten

Forscher des HZI und HIPS haben entdeckt, dass resistente Bakterien den Wirkstoff Albicidin mithilfe eines massenhaft gebildeten Proteins einfangen und inaktivieren

Gegen die immer häufiger auftauchenden multiresistenten Keime verlieren gängige Antibiotika zunehmend ihre Wirkung. Viele Bakterien haben natürlicherweise...

Im Focus: How bacteria turn off an antibiotic

Researchers from the HZI and the HIPS discovered that resistant bacteria scavenge and inactivate the agent albicidin using a protein, which they produce in large amounts

Many common antibiotics are increasingly losing their effectiveness against multi-resistant pathogens, which are becoming ever more prevalent. Bacteria use...

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit Nanopartikeln gegen multi-resistente Keime

19.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Kundenspezifische Diodenlaser und UV-LEDs – vom Chip bis zum einsatzfähigen System

19.12.2018 | Messenachrichten

Megakanäle weltweit im Vergleich

19.12.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics