Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweizer Kinder gehen mit Mobiltelefon online

20.09.2012
In keinem Land Europas surfen mehr Kinder mit dem Mobiltelefon als in der Schweiz.

Wie eine Studie der Universität Zürich zeigt, gehen Schweizer Kinder kompetent mit Social Media um: Sie surfen nicht extensiv im Netz und nur vier Prozent haben ihr Social-Network-Profil auf «public» gestellt.

Trotzdem bestehen auch Risiken: 35 Prozent der Kinder haben sexuelle Bilder auf dem Internet gesehen. 24 Prozent haben online mit jemandem Kontakt gehabt, den sie nur aus dem Internet kennen. Und 30 Prozent haben bereits einmal Familie, Freunde oder Hausaufgaben wegen des Internets vernachlässigt.

Schweizer Kinder sind im Schnitt 9 Jahre alt, wenn sie das erste Mal das Internet nutzen. Sie verbringen durchschnittlich 64 Minuten pro Tag im Netz, also deutlich weniger als im europäischen Mittel (88 Minuten). Dies zeigt eine neue Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Befragt wurden 1’000 Kinder und Jugendliche sowie je ein Elternteil in der Deutsch- und Westschweiz.

Hauptsächlich zu Hause ins Internet

97 Prozent der Schweizer Kinder zwischen 9–16 Jahren gehen zu Hause online (EU-Mittel: 87 Prozent). Auffällig viele Kinder haben über ein mobiles Gerät Zugang zum Internet (49 Prozent), was im europäischen Mittel deutlich seltener der Fall ist (12 Prozent). Auch die Nutzung des Mobiltelefons als Zugang zum Internet ist in der Schweiz deutlich höher (43 Prozent) als im europäischen Mittel (31 Prozent), wird aber überboten von Griechenland (66 Prozent). Gemäss der Studie surfen Schweizer Kinder nicht extensiv im Netz. 30 Prozent geben aber an, Zeit mit Surfen anstatt mit Familie und Freunden verbracht oder Hausaufgaben gemacht zu haben.

Schweizer Kinder schauen sich im Internet meist Videos an (85 Prozent), machen etwas für die Schule (78 Prozent), e-mailen (65 Prozent) oder lesen und schauen Nachrichten (61 Prozent). Instant Messaging nutzen Schweizer Kinder mit 31 Prozent weit weniger als ihre europäischen Kollegen (62 Prozent). Fast jeder Zweite der 9–16-jährigen Schweizer Kinder hat ein eigenes Social-Network-Profil, im europäischen Mittel sind das deutlich mehr (59 Prozent). Betrachtet man nur die 15­­–16-Jährigen, haben 85 Prozent ein eigenes Social-Network-Profil. Im grossen Unterschied zum europäischen Mittel haben nur 4 Prozent der Schweizer Kinder ihr Profil auf «public» geschaltet, also für alle einsehbar, während dies im europäischen Mittel 26 Prozent sind.

Je älter, desto kompetenter

Mit zunehmendem Alter nehmen die Internetkompetenzen der Kinder zu. Besonders jüngeren Kindern fehlen diese noch. 73 Prozent der 11–12-Jährigen können keine Spam-Mails oder unerwünschte Werbung blockieren, 67 Prozent wissen nicht, wie sie ihre Privateinstellungen auf ihrer Social-Network-Seite ändern können und 63 Prozent können Nachrichten von unerwünschten Usern nicht unterbinden.

35 Prozent der befragten Schweizer Kinder haben im letzten Jahr Bilder mit sexuellen Darstellungen gesehen, deutlich mehr als im europäischen Mittel (23 Prozent). 20 Prozent haben diese Bilder online gesehen (EU-Mittel: 14 Prozent). Allerdings geben 67 Prozent an, dass sie sich durch die Bilder nicht belästigt oder gestört fühlten. Oft wissen die Eltern nicht, dass ihr Kind bereits einmal solche Bilder gesehen hat. 8 Prozent der Kinder haben sich mit jemandem im realen Leben getroffen, den sie vorher nur online kennengelernt haben (EU-Mittel: 9 Prozent).

Unterstützung von Eltern und Lehrpersonen

71 Prozent der Schweizer Kinder reden mit den Eltern über ihre Internetnutzung (EU-Mittel: 70 Prozent). Geben die Eltern Sicherheitshinweise an ihre Kinder, erklären sie ihnen warum Webseiten gut oder schlecht sind (89 Prozent), helfen ihren Kindern bei der Informationssuche (85 Prozent) und sagen ihnen, wie sie sich im Internet gegenüber andern zu verhalten haben (76 Prozent). Unterstützung zum Umgang mit dem Internet erhalten die Kinder auch in der Schule: 79 Prozent geben an, dass ihre Lehrpersonen sie bereits einmal unterstützt hätten und nur 13 Prozent haben von ihrer Lehrperson bisher keine Unterstützung erhalten.

Links zum EU-Kids-Online-Projekt

http://www2.lse.ac.uk/media@lse/research/EUKidsOnline/Home.aspx (International)

http://www2.lse.ac.uk/media@lse/research/EUKidsOnline/Participating
Countries/NationalWebPages/Switzerland.aspx (Schweiz)

Methodisches und Verantwortung
Dank der Unterstützung des SNF – Schweizerischen National Fonds sowie dem Bundesamt für Sozialversicherungen ist die Schweiz zum ersten Mal Partner beim internationalen Projekt EU Kids Online III, das die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 16 Jahren untersucht. 33 europäische Länder beteiligen sich an diesem Projekt, was einen umfassenden vergleichenden Überblick der Onlinenutzung sowie auch deren Risiken im europäischen Raum erlaubt. Die Befragung der übrigen im EU-Kids-Online-Projekt beteiligten Länder wurde bereits vor 2 Jahren durchgeführt.
Die Koordination der Befragung wurde von lic. phil. Martin Hermida geleistet, die Befragung selbst wurde vom Markt- und Sozialforschungsinstitut GfS – Schweizerische Gesellschaft für praktische Sozialforschung (http://www.gfs-zh.ch/) durchgeführt. Die Leitung des Nationalfondsprojekt unterliegt Prof. Dr. Heinz Bonfadelli und als Schnittstelle zum EU-Projekt arbeitet Dr. des. Sara Signer in der Funktion als Key Contact Switzerland.

IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich

Publizistik- und Kommunikationswissenschaft wird am IPMZ als sozialwissenschaftliches Fach mit interdisziplinären Bezügen gelehrt. Im Zentrum steht die gesellschaftliche Kommunikation, die durch Presse, Radio, Fernsehen, Internet, Mobilkommunikation usw. hergestellt wird – vor allem, aber nicht nur, die öffentliche Kommunikation. Die Forschung fragt nach den Bedingungen, Formen und Folgen dieser Kommunikation. Dabei wird beschrieben und erklärt, wie die moderne Gesellschaft als eine Medien- und Informationsgesellschaft durch medial vermittelte Kommunikation geprägt ist.

Nathalie Huber | Universität Zürich
Weitere Informationen:
http://www.ipmz.uzh.ch
http://www.gfs-zh.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Das plastische Gehirn: Bessere Vernetzung von Gehirnarealen durch Training
02.07.2018 | Leibniz-Institut für Wissensmedien

nachricht skip Institut der Hochschule Fresenius und GFOS entwickeln Augmented-Reality-App für die Produktion
27.06.2018 | Hochschule Fresenius

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics