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Neue Medien können älteren Menschen helfen, gesund zu werden und zu bleiben

19.03.2013
Internet, SMS und Smartphones können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Ältere bei der Gesundheitsförderung zu unterstützen.

Sogenannte Expertensysteme gehen individualisiert auf Besonderheiten des Nutzers ein. Sie geben dem Nutzer Fragen und Aufgaben vor. Eine Forschergruppe um Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Jacobs University, hat herausgefunden, dass durch den Einsatz neuer Medien gesundheitsschädliche Verhaltensweisen, wie rauchen und Bewegungsmangel positiv beeinflusst werden konnten. Der wichtigste Effekt hierbei ist es, gesunde Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu etablieren und im Tagesablauf zu verankern.

In unserer Gesellschaft werden in Zukunft zunehmend mehr ältere Menschen leben. Daher nimmt auch die Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung zu: Es gilt, gesundheitliche Ressourcen aufrechtzuerhalten und Verschlechterungen im Gesundheitszustand vorzubeugen. Neue Medien können ohne großen persönlichen Aufwand dabei helfen, sich Ziele zu setzen und einen gesunden Lebensstil aufzubauen und zu erhalten. Vor allem bei älteren Menschen und im Bereich der Rehabilitations-Nachsorge stellen mangelnde Zeit und große Entfernungen zum Behandlungsort häufige Probleme dar, die der Einsatz von neuen Medien aufhebt oder zumindest vermindert.

Das Gesundheitsverhalten einer Person zu verändern, ist nicht einfach, weil es sich meist um über Jahre etablierte Gewohnheiten handelt. Aus gesundheitspsychologischer Sicht ist es effektiv, negatives Gesundheitsverhalten in Bezug auf gleich mehrere Aspekte positiv zu beeinflussen. So konnte gezeigt werden, dass Menschen, die durch eine computerbasierte Intervention erfolgreich mehr sportliche Aktivitäten in ihren Alltag integriert haben, auch ihre Ernährung umstellten und mehr Obst und Gemüse zu sich nahmen.

Computer- und internetbasierte Forschung und Interventionen erfordern bestimmte Voraussetzungen, die zum einen auf Seiten des Teilnehmers und auch auf Seiten der Technologie erfüllt sein müssen. Ein internetfähiger Computer, Smartphone oder Tablet und Anwendungskenntnisse sind Grundvoraussetzungen. Bei der Entwicklung von Programmen sollten bestehende Richtlinien, wie z. B. das „Design for All“-Prinzip berücksichtigt werden. Das garantiert eine maximale Nutzbarkeit und Zugänglichkeit auch bei älteren Menschen, indem bereits bei der Entwicklung Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und in verschiedensten Situationen berücksichtigt werden.

Vor allem in der nahen Zukunft zeigen computer- und internetbasierte Maßnahmen ihr enormes Potential. Die Nutzerzahlen bei Personen über 60 Jahre erhöhten sich innerhalb von kürzester Zeit stark. Zwischen 2005 und 2010 verdoppelte sich die Verbreitungsrate von Computern, die Zahl der Internetanschlüsse stieg sogar auf das Fünffache des Wertes von 2005. Eine ähnliche Entwicklung ist für die Verbreitung von Handys zu beobachten.

Fragen zu der Studie beantwortet:
Sonia Lippke | Professor of Health Psychology
Email: s.lippke@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4730

Judith Ahues | idw
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de

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