Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronischer Museumsguide ermöglicht neues Kunstfeeling

11.04.2002


Forscherteam der TU Wien entwickelt weltweit bestes Trackingsystem

Wer sich in einem Museum nicht gerne mit einem tragbaren Kassettenrekorder bepackt, um die gewünschte Kunstexpertise zu erhalten, kann erleichtert aufatmen. Ein Forscherteam an der Technischen Universität (TU) Wien hat eine Kopfhörer-Lösung gefunden, die den BesucherInnen uneingeschränkte Bewegungsfreiheit garantiert. Die Feuertaufe hat das System bereits im Kunstmuseum Bonn bestanden. Bedenken bestehen nur für die eine oder andere Frisur.

Kopfhörer aufsetzen, und los geht’s! Leicht und unbeschwert so durch ein Museum spazieren, wie man es gerne möchte und doch die gewünschte Information zu den einzelnen Exponaten erhalten. Möglich wird das durch das derzeit weltbeste Trackingsystem (Positionsbestimmungssystem). Im Rahmen des EU-Projektes LISTEN von einem Forscherteam der TU Wien rund um Prof. Goiser entwickelt, wird das Revolutionäre an diesem Trackingsystem erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Museumsbesucher erhalten die Information zu einem Exponat bereits dann, wenn sie den Blick darauf richten. Herkömmliche Systeme haben erst dann reagiert, wenn die Museumsbesucher direkt vor einem Exponat gestanden sind. Des weiteren kann die Position von BesucherInnen exakt erfasst werden. Dadurch kann vermieden werden, dass man eine falsche Information, sprich zu einem anderen Exponat, erhält. Beide Leistungsmerkmale gepaart machen das TU-Trackingsystem unschlagbar.

Die Herausforderung besteht nun darin, schnelle Kopfbewegungen zu erfassen und in Millisekunden die gewünschte Information - entweder Text oder Musik - abzuspielen. Derzeit ist es möglich, Positionen und Blickrichtungen von bis zu acht Personen in einem Raum zu erfassen. Verknüpft werden müssen die Geschwindigkeit der Erfassung mit der Genauigkeit der Position und der Anzahl der zu trackenden, sprich zu erfassenden, Personen.

Das Trackingsystem ist erstaunlich klein und leicht und sitzt auf einem Kopfhörer. Es besteht aus einem Sendemodul, Antennen und einem Auswertemodul. Die vom Sendemodul ausgesendeten speziellen Signale werden von mehreren Antennen empfangen, die im Kunstwerk angeordnet und einer Auswerteeinheit zugeführt sind. In dieser werden, auf Grund der nachbearbeiteten Laufzeitunterschiede die Position und die Blickrichtung bestimmt. Diese Daten werden über eine CAN-Bus Schnittstelle einem Soundserver zur Verfügung gestellt.

Die Anwendungsmöglichkeiten des neuen Trackingsystems sind vielfältig. Neben dem angesprochenen Audio-Guide als Ausstellungs- und Museumsführer wäre auch ein Einsatz beim Arbeitnehmerschutz denkbar. Auch für Tierfilmer eröffnen sich neue Möglichkeiten. Scharfeinstellungen von Video- oder Fernsehaufnahmen auf ein Tier können automatisch erfolgen, ohne dass der Filmer nachjustieren müsste. Nachträgliche Sportanalysen können mit dem System beispielsweise auch im Fußball oder Eishockey exakt durchgeführt werden. Die Positionen der gesamten Mannschaft kann während eines Spiels aufgezeichnet und dann nachvollzogen werden.

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. DI Dr. Alois Goiser
Technische Universität Wien
Institut für Industrielle Elektronik und Materialwissenschaften
Gusshausstraße 25-29, 1040 Wien
Tel. +43-1/58801-36679, Fax +43-1-58801-36699
E-Mail: agoiser@data.iemw.tuwien.ac.at

Mag. Werner Sommer | idw

Weitere Berichte zu: Exponat Museumsbesucher Sendemodul Trackingsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Mehr Fokus und Komfort am Telefonarbeitsplatz
21.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht AVoD-Plattform und Filmarchiv “Popcorntimes” für Spielfilme der 1910er bis 2010er-Jahre startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz
27.01.2020 | Popcorntimes GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Schaufenster Bioökonomie: Tropische Wolkenforschung für genauere Klimaprognosen

28.02.2020 | Geowissenschaften

Dem Rätsel der Materie auf der Spur

28.02.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics