Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DVD-Audio ist das Medium der Zukunft

04.10.2001


DVD-Audio (DVD-A), das neue Format im Audiobereich, besitzt großes Potenzial zum Audio-Medium der Zukunft zu werden. Dies geht aus einer aktuellen Auftragsstudie von Warner Music und Universal Music hervor, deren Ergebnisse nun vorliegen. DVD-Audio unterscheidet sich vom bekannten DVD-Video-System durch stark erhöhte Audioqualität. Im bereits etablierten System DVD-Video liegt der Schwerpunkt der Darstellung im Bildbereich, das Audiosignal wird dabei komprimiert, wodurch Klangqualität und Detailtreue der ursprünglichen Aufnahme vermindert werden. Dies geschieht bei DVD-A nicht, die Aufnahme wird originalgetreu mit 6 Kanälen aufgezeichnet und ebenso wiedergegeben. Beiden Systemen gemein bleibt aber die Erfahrung des Raumklanges, der durch ein 6-teiliges Lautsprechersystem erzeugt wird, sowie die interaktive Menüführung, die zusätzliche Informationen zum Produkt ermöglicht.

Zielsetzung der Untersuchung war es,

  • die Wahrnehmung und Beurteilung des neuen Mediums durch den potenziellen Käufer zu bestimmen,

  • die vom potenziellen Konsumenten als wünschenswert beurteilten Zusatzfeatures und Funktionalitäten zu definieren und

  • die Kaufbereitschaft sowie die Preisakzeptanz des Konsumenten festzustellen.

Besonderes Gewicht wurde dabei auf die zwei Hauptargumente für die DVD-Audio gelegt, nämlich

  • die deutlich verbesserte Klangqualität

  • integrierbare Funktionalitäten der DVD wie zum Beispiel Texte, Fotos, Videos etc.

Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 152 Tonträgerkäufer in teilstrukturierten Interviews befragt, die sich durch ihr demographisches und konsumspezifisches Muster als typische Vertreter einer jeweiligen Zielgruppe zu erkennen gaben:

  • 30 audiophile Klassikliebhaber, d. h. Personen mit ausgeprägter Klassik- Affinität und hohen Ansprüchen an Klangqualität und Hifi-Aussattung.

  • 30 Klassikliebhaber mit durchschnittlicher Geräteausstattung

  • 31 Jazz-Liebhaber mit durchschnittlicher Geräteausstattung

  • 30 Popularmusik-Hörer mit Erfahrung im Surround-Bereich

  • 31 Popularmusik-Hörer mit durchschnittlicher Geräteausstattung ohne Surround-Erfahrung.

Einführenden Fragen zur Geräteausstattung und zu allgemeinen Themen aus den Bereichen der Musik folgte die Präsentation von Hörbeispielen in CD-Qualität und DVD-Audio-Qualität in einem Blindversuch, d. h. ohne dass die Befragten über das jeweils präsentierte Medium im Vorhinein informiert wurden. Dabei wurden die Hör-Beispiele den Musik-Präferenzen des jeweiligen Teilnehmers gemäß ausgesucht.

Ergebnisse

Alle Versuchspersonen äußerten zunächst die Relevanz der Audioqualität für ihren Hörgenuß. Diese war bei den audiophilen Klassikliebhabern, aber auch bei den Pop-Hörern mit Surrounderfahrung überdurchschnittlich hoch. Offensichtlich führt die Erfahrung mit einem Surroundsound-Medium bereits zu einem erhöhten Qualitätsanspruch. Im direkten Vergleich stießen die DVD-Audio-Hörproben auf weitaus positivere Reaktionen als die Proben von CD. Obwohl durchschnittlich fast 90% einen eindeutigen Unterschied zwischen den Formaten heraushörten, wurden in den einzelnen Zielgruppen unterschiedliche Bewertungen der Attraktivität vorgenommen. So gaben 93% der Pop-Hörer ohne Surrounderfahrung eine Präferenz für DVD-Audio an. Doch auch 80% der Surrounderfahrenen wählten DVD-A als das gewünschtes Format. Im Klassik- und Jazzsegment lagen die Präferenzen zwar immer noch eindeutig auf Seiten der DVD-A, doch wollten sich nur durchschnittlich 60% für DVD-A entscheiden. Offensichtlich sind hier noch die bisherigen Gewohnheiten und Ansprüche meinungsprägend.

Besonders der Eindruck der Räumlichkeit, das verbesserte Klangvolumen, die Deutlichkeit der einzelnen Instrumente und das intensivere Hörerlebnis wurden hierbei ungeachtet der Hörgewohnheiten der befragten Personen klar herausgestellt. Allgemein ließ sich feststellen, dass die Erwartungen an den Tonträger der Zukunft erstrangig eine verbesserte Klangqualität und hohe Nutzerfreundlichkeit betreffen.

Zusatzfunktionen, wie sie die DVD ermöglicht, wurden im Allgemeinen sehr begrüßt. Vor allem die Möglichkeit, Lied- und Songtexte, Hintergrundinformationen (Biographien, Entstehungsberichte und historisches Wissen) und mit Hörbeispielen versehene Kataloginformationen abzurufen, wurden positiv bewertet. Integrierten Videos gegenüber sind Jazz- und Pophörer aufgeschlossener als Klassikliebhaber, deren Grundhaltung den reinen Musikgenuss in den Vordergrund stellt. Die mögliche Aktualisierung von DVD-Informationen via Internet wurde von allen Gruppen für die Zukunft als nützlich beurteilt. Interessanterweise erhöhte sich bei allen Befragten die Gesamtbewertung von DVD-A, nachdem sie die erweiterten Funktionen des neuen Formats kennengelernt hatten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Gesamtbewertung von DVD-Audio in allen Zielgruppen sehr positiv ausfällt. DVD-Audio wird darüber hinaus als eigenständiges Trägermedium wahrgenommen, das auch am Verkaufsort in einem eigenen Regal platziert werden sollte, wobei der vermutete Verkaufsort mit den herkömmlichen Vertriebskanälen von Tonträgern deckungsgleich ist, sprich: Tonträger-Fachhandel, Medienhäuser und Internet-Handel. Bei einer erfragten Preiseinschätzung von ca. DM 50.- pro Audio-DVD und unter der Voraussetzung eines annehmbaren Gerätepreises liegt die angegebene Kaufbereitschaft mit 35% der Musikkäufer in einem vielversprechenden Rahmen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass von knapp 31 Millionen Tonträgerkäufern in Deutschland circa 50 % aktive Musikkonsumenten sind (also das Hören von Musik bewusst als Hobby erleben und nicht als Nebenbei-Medium konsumieren), könnte das System DVD-Audio zurzeit mehr als fünf Millionen kaufbereite Konsumenten erreichen. Großes Marktpotenzial bietet natürlich zunächst die Möglichkeit, bei Konsumenten mit hoher Künstlerbindung nach Vorbild der CD-Einführung in den achtziger Jahren Zusatzkäufe zu stimulieren. Wichtig für den breiten Markterfolg ist vor allem die Tatsache, dass die Gruppe der Popularmusik-Käufer ein überdurchschnittliches Interesse an diesem neuen Format zeigt.

Fazit

Die vorgenommene Studie zeigt deutlich, dass DVD-Audio das Tonträgerformat mit dem zurzeit größten zukunftsgerichteten Ausschöpfungspotenzial ist und eine größere Marktbedeutung besitzt als bisher angenommen. Entscheidende Unterstützung erhält das Format durch die rasante Entwicklung von DVD-Video. Bereits heute besitzen circa 2,7 Mio Haushalte einen bisher nur DVD-Videokompatiblen Player, allerdings zeichnet sich eine steil nach oben zeigende Tendenz ab. Die Gesellschaft für Konsumforschung GFK konnte zudem in einer Studie für die beiden Musikfirmen belegen, dass so genannte Extensivierer – also Personen, die ihren Tonträgerkonsum im Vergleich zur Vergangenheit stark verringerten –bereits in großem Maße DVD-Produkte erwerben. Das dem neuen Medienverhalten entgegenkommende Zusammenwachsen von Bild-, Text- und Audioinformationen besitzt in Zusammenhang mit den Möglichkeiten der DVD-A großes Potenzial für eine breitenwirksame Etablierung dieses Systems. Eine Nachfrage nach höherer Audioqualität ist vorhanden, wie die bereits erfolgreichen Abverkäufe von Musikprodukten als DVD-Video belegen. Das Verschmelzen von DVD-A- und DVD-Video-Playern zu einem Kombigerät ist in diesem Zusammenhang ein Entwicklungsschritt, der sich auf der diesjährigen IFA eindeutig abzeichnete. Durch ein gemeinsames Format könnten dann endlich gemeinsame Vermarktungsstrategien wie Soundtracks oder passende Musiktitel zum Film mit direkter Kaufmöglichkeit auf einem Datenträger Wirklichkeit werden.

Um dem durchschnittlichen Käufer die DVD-Audio näherzubringen, bedarf es aber zunächst einer Aufklärungskampagne. Nur knapp 70% der Befragten kennen bereits das System DVD-Audio, die meisten davon aber nur dem Namen nach. Dieser Aufgabe haben sich die führenden Tonträgerunternehmen verschrieben, die in naher Zukunft in einer Roadshow dem Konsumenten das Format erlebbar machen wollen. „DVD-Audio ist eine neue Dimension des Hörens, die man erlebt haben muß“, so Bernd Dopp, President Warner Music Germany.

Stardirigent Daniel Barenboim, der unter anderem alle neun Beethoven-Symphonien für DVD-Audio eingespielt hat, lobt das neue System euphorisch: „Bei einer DVD-Audio hat man das Gefühl, alles klingt völlig natürlich; gerade so als ob keine Mikrofone oder Lautsprecher benützt wären: man hat den Eindruck, in dem Raum zu sein, wo die Musik gemacht wird. Man fühlt fast, wie der hölzerne Orchester-Fussboden vibriert!“

Kontakt: Warner Music Germany DVD-Audio anfrage@warnermusic.de Stefan Michel Tel 040 – 5149 1464 Fax 040 – 5149 1465

Stefan Michel | ots

Weitere Berichte zu: DVD-A DVD-Audio ForMaT Medium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Das plastische Gehirn: Bessere Vernetzung von Gehirnarealen durch Training
02.07.2018 | Leibniz-Institut für Wissensmedien

nachricht skip Institut der Hochschule Fresenius und GFOS entwickeln Augmented-Reality-App für die Produktion
27.06.2018 | Hochschule Fresenius

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics