Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy soll zum Pay-TV-Gerät werden

10.11.2005


Bis 2010 rund 450 Mio. Euro Umsatz mit mobilem TV via Rundfunk



2007 soll es in Deutschland soweit sein: Fernsehen den ganzen Tag über - wo immer es das Herz begehrt und wann immer es die Zeit erlaubt. Bis dahin rechnet der Berliner Medien- und Telekomconsulter Goldmedia mit dem Marktstart von Handy-TV, wie aus der von NBC Universal Global Networks und der net mobile AG unterstützten Studie "Mobile TV 2010" hervorgeht. Und zwar mit richtigem Handy-TV via digitale terrestrische Rundfunknetze, nicht via UMTS. Da aber Handy-TV ein Pay-TV sein wird, sind die Mobilfunkbetreiber wieder im Geschäft, erklärt Michael Lessig von Goldmedia im Gespräch mit pressetext. Damit der Markt von mageren 20 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 450 Mio. Euro in 2010 durchstartet, ist laut Studie aber auch die Anpassung derzeitiger TV-Inhalte an das neue Medium "zwingend erforderlich".

... mehr zu:
»Handy »Handy-TV »Mobilfunkbetreiber »UMTS


"Beim Mobile TV wird man eine ganze Reihe interessanter Entwicklungen sehen", verspricht Lessig im pressetext-Interview. Fernsehen am Mobiltelefon sei bei deutschen Konsumenten wesentlich breiter akzeptiert als andere mobile Unterhaltungsangeboten wie Klingeltöne und dergleichen, die meist bei jüngeren Nutzergruppen gefragt sind. Bisher war Fernsehen vor allem auf den häuslichen Bereich und damit auf den Nachmittag und den Abend beschränkt. Die Studie geht davon aus, dass der mobile TV-Konsum häufiger, jeweils kürzer und über den Tag verteilt in Warte- und Pausezeiten zu erwarten ist. Derzeitige TV-Formate sind nicht nur aus technischer Sicht (z.B. Displaygröße) nicht kompatibel. Zunächst sei eine Adaptierung der Formate des stationären Fernsehens "zwingend erforderlich". Lessig nennt TV-Serien wie "GZSZ" und "Verliebt in Berlin" und als Vorbild die mobile Version der US-Serie "24". Wenn sich der Markt entwickelt sind auch völlig neue Formate gefragt, die Interaktion einbauen, so Lessig. Dabei seien diverse Zusatzdienste und Bestellmöglichkeiten denkbar, die über das Fernsehen hinausgehen.

UMTS hat dabei laut Goldmedia-Studie keine Zukunft. Soll Mobile TV ein Massenmarkt werden, stoßen bisherige TV-Angebote von Mobilfunkanbietern via UMTS bald an ihre Grenzen. Jeder Nutzer muss eine eigene Verbindung aufbauen, was bei einem Massenpublikum zu Bandbreitenproblemen führt, erklärt Lessig. Daher sieht die Studie die technologische Zukunft von Mobile TV in den digitalen Rundfunktechnologien DVB-H (eine Weiterentwicklung von DVB-T) oder T-DMB (eine Weiterentwicklung des digitalen Radiostandards DAB). DVB-H würde eine wesentlich größere Programmvielfalt erlauben und wäre einfach auf die bestehende DVB-T-Infrastruktur aufzusetzen, so Lessig. Künftige TV-Handsets sind dann nicht mehr nur Mobilfunk-, sonder auch Rundfunkempfänger. Auch eine Art "TV-iPod" ohne Mobilfunkfunktion wäre denkbar.

Keine gute Nachricht für Mobilfunkbetreiber? Doch, denn: "Mobiles Fernsehen kann nur mit einem Pay-Modell finanziert werden", so Lessig. Die erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur lassen laut Studie eine reine Werbefinanzierung unwahrscheinlich erscheinen. Aber auch sonst spricht einiges für die Mobilfunker, die dann auch zu "Mobilrundfunkern" werden. Die Mobilfunkunternehmen bieten dem Endkunden eine einfache Abrechnung und eine unkomplizierte Freischaltung der mobilen Pay-TV-Kanäle. Goldmedia geht von einem Preis von fünf bis 12,5 Euro pro Monat aus. Mobilfunkkunden sind zudem (im Gegensatz zu TV-Sehern) gewöhnt, für mobile Dienste zu bezahlen, gibt Lessig zu bedenken.

Die Mobilfunker sind aber auch ideale Partner der TV-Unternehmen, um die neuen Geräte zu vermarkten. Zusätzliche Geräte wie ein "TV-iPod" wären den Konsumenten im Hinblick auf diverse mobile Konkurrenz wie MP3-Player und Spielkonsolen wohl nur schwer zu verkaufen. In Kombination mit dem Handy und vertrieben von den Mobilfunkunternehmen sieht Lessig im Gespräch mit pressetext gute Chancen "in kurzer Zeit einen Markt zu schaffen".

Erwin Schotzger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.goldmedia.de
http://www.nbc-universal.de
http://www.net-m.de

Weitere Berichte zu: Handy Handy-TV Mobilfunkbetreiber UMTS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtual-Reality für Theater- und Filmproduktionen
25.10.2019 | Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik

nachricht Warum Alexa, Siri & Co. uns nicht immer verstehen
09.05.2019 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Im Focus: Images from NJIT's big bear solar observatory peel away layers of a stellar mystery

An international team of scientists, including three researchers from New Jersey Institute of Technology (NJIT), has shed new light on one of the central mysteries of solar physics: how energy from the Sun is transferred to the star's upper atmosphere, heating it to 1 million degrees Fahrenheit and higher in some regions, temperatures that are vastly hotter than the Sun's surface.

With new images from NJIT's Big Bear Solar Observatory (BBSO), the researchers have revealed in groundbreaking, granular detail what appears to be a likely...

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Antibiotika aus dem Meer

18.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten

18.11.2019 | Architektur Bauwesen

„Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis

18.11.2019 | Studien Analysen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics