Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nur Hälfte touristischer Websites über Suchmaschinen leicht zu finden

07.03.2001


Das Institut für Zukunftsstudien (IZT) präsentierte gestern mit Forschungspartnern auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin die Analyse von 170 regionalen europäischen Webauftritten / Fazit: Es sind
noch viele Verbesserungen nötig, damit aus reisewilligen Surfern sollen "echte Gäste" werden

Die Forschungsfragen
Sie möchten Ihren Urlaub in der Europäischen Union planen, nicht über einen Reiseveranstalter, sondern individuell und vielleicht auch abseits von den Tourismusströmen? Dann benötigen Sie detaillierte und aktuelle Informationen über Ihr Reisegebiet, über die Anreise, die Beherbergungsbetriebe und individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Freizeitangebote. Viele Urlauber, aber auch Geschäftsreisende, nutzen für ihre Informationsrecherche, für Vakanzabfragen und Buchungen zunehmend das Internet. Denn mittlerweile verfügen beispielsweise in Skandinavien mehr als 50 Prozent der Bevölkerung über einen Zugang zum Internet, in Mitteleuropa sind es durchschnittlich fast 30 Prozent.
Doch wie findet der Gast die Websites europäischer Regionen? Sind diese Internetpräsenzen kundenfreundlich und informativ? Können wie in einem Reisebüro einfach und sicher Angebote recherchiert und gebucht werden? Dies sind zentrale Forschungsfragen des Projektes "Benchmarking Tourismus", welches vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Doch nicht allein die Internetpräsenzen stehen im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens, sondern auch die regionalen Fremdenverkehrsverbände und Tourismusmarketinggesellschaften. Welche Kompetenzen haben sie für den globalen Wettbewerb im Internet? Welche finanziellen und personellen Mittel stehen ihnen zur Verfügung, um mit den großen Reisekonzernen mitzuhalten? Immerhin zeichnen die öffentlich geförderten Fremdenverkehrseinrichtungen in hohem Maße für das Marketing und den Vertrieb des regionalen Tourismusangebotes verantwortlich.
Auf der Internationalen Tourismusbörse 2001 in Berlin präsentierten das IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung - und seine Kooperationspartner, der Deutsche Tourismusverband (DTV) und das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) erstmals die Ergebnisse einer umfassenden Analyse von fast 170 Internetpräsenzen europäischer Tourismusregionen. Über 300 Indikatoren wurden hierbei berücksichtigt..
Die drei zentralen Resultate:
· Zwar verfügen 95 Prozent der europäischen Regionen über ein Tourismusangebot im Internet, aber nur 60 Prozent sind überhaupt für internationale Touristen auch in englischer Sprache zugänglich.
· Nur die Hälfte der touristischen Websites ist über Suchmaschinen wie yahoo leicht zu finden bzw. werden erst unter "ferner liefen" in der Trefferliste angezeigt.
· Die Online Buchung ist nur für wenige Reisegebiete möglich: Nur 50 Regionen präsentieren ihre jeweiligen Beherbergungsbetriebe in englischer Sprache im Internet.
Doch die Forschungspartner IZT und dwif wollen nicht nur auf bestehende Defizite verweisen. Ganz im Gegenteil: Ziel des Projektes ist es, die Tourismusregionen bei ihren internetbasierten Marketing- und Vertriebsaufgaben zu unterstützen. "Hierfür bietet die Benchmarking-Methode ideale Voraussetzungen", erläutert Britta Oertel vom Berliner IZT. "Denn nicht das ’Aufzeigen von Defiziten’ oder das ’Küren von Wettbewerbssiegern’’ steht im Mittelpunkt der Benchmarking-Idee, sondern das ’Lernen von den Besten’."

"Nicht nur Österreich und Großbritannien vorbildlich"
"Obwohl in Europa vor allem die regionalen Webseiten von Österreich und in Großbritannien neue Maßstäbe in Bezug auf den Leistungsumfang, die Informationstiefe und die Kundenfreundlichkeit setzen, haben wir auch in vielen anderen Regionen gute Beispiele identifiziert", erklärt Thomas Feil vom dwif. Und in wesentlichen Teilaspekten können auch die Österreicher und die Engländer noch viel von ihren Wettbewerbern lernen:
· So überzeugt beispielsweise die italienische Region Trentino durch Mehrsprachigkeit, nutzerfreundliche Navigation sowie leichten Zugang zu Informationsmaterial und zu Mitarbeitern der regionalen Tourismusorganisation.
· Tourenvorschläge erhält der zukünftige Gast unter anderem für die französische Auvergne und für Schottland.
· Die deutschen Stadtstaaten Bremen und Berlin überzeugen durch Initiativen zur Unterstützung der Online-Buchbarkeit ihrer regionalen Beherbergungsbetriebe.
Das Internet entwickelt sich rasant weiter. So kann auch die Webseiten-Analyse der Berliner Forscher nur eine Momentaufnahme bieten. Deswegen wurde im Rahmen des Projektes ein Instrumentarium entwickelt, mit dem zukünftig eine kontinuierliche Bewertung von regionalen Tourismusangeboten im Internet möglich ist. Dieser Leitfaden kann für die Leistungssteigerung der Internetpräsenzen von Städten, Regionen und nationalen Fremdenverkehrseinrichtungen genutzt werden. Vor allem soll durch das Benchmarking-Verfahren aber der Erfahrungsaustausch zwischen Fremdenverkehrseinrichtungen in Europa gefördert werden: Denn die Touristen werden nur dann verstärkt auch die regionalen Tourismusangebote im Internet nutzen, wenn dort europaweit kundenfreundliche Angebote bereitgestellt werden.
Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Vorhaben Nr. 01 HG 99 05).

Kontakt:

Nähe Informationen zum Forschungsprojekt "Benchmarking Tourismus" erhalten Sie im Internet unter www.izt.de/tourismus. Hier ist auch eine interaktive Karte europäischer Tourismusdestinationen abzurufen sowie diese Presseerklärung und die Grafik "Europäische Tourismusregionen im Internet". Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Britta Oertel (Tel. +49-30-803088-43, Fax -88, Email: b.oertel@izt.de ).

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Barbara Debus | idw

Weitere Berichte zu: IZT Internetpräsenz Suchmaschine Tourismusangebot Tourismusregion Website

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Mehr Fokus und Komfort am Telefonarbeitsplatz
21.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht AVoD-Plattform und Filmarchiv “Popcorntimes” für Spielfilme der 1910er bis 2010er-Jahre startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz
27.01.2020 | Popcorntimes GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics