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Revolutionäres Soundsystem von Fraunhofer-Forschern entwickelt

20.02.2003


Im Kinosaal gibt es meist nur wenige Plätze, auf denen man den optimalen Hörgenuss hat. Das soll sich ändern: Forscher der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie AEMT in Ilmenau haben ein revolutionäres Soundsystem entwickelt, das hervorragenden Klang in jedem Raum und auf jedem Platz bringt. Die neue Technologie wird heute in den Ilmenauer "Lindenlichtspielen" zum ersten Mal der Öffentlichkeit und der Presse vorgestellt. Danach ist das System auf der CeBIT zu hören.



"Das innovative System verbessert den Kinosound deutlich. Der Qualitätssprung ist größer als der Schritt von der Mono- zur Stereowiedergabe", sagt Prof. Karlheinz Brandenburg, Leiter der AEMT. "Die Veranstaltung im Ilmenauer Kino ist der Startschuss für die aktive Vermarktung. Wir haben hier in Thüringen als erste den Schritt von ’science fiction’ und ’Laboraufbauten’ zu einem in der Praxis anwendbaren Produkt bewältigt."



Das neue Soundsystem ermöglicht eine extrem realistische Audiowiedergabe in beliebigen Räumen. Das Hörerlebnis basiert auf dem Prinzip der Klangfeldsynthese, das an der TU Delft (Niederlande) erfunden wurde. Anders als bei bereits existierenden Verfahren wie zum Beispiel bei der 5.1-Surround-Technologie kann ein neues Aufnahmeverfahren verwendet werden: Nicht nur den Ton an sich, sondern auch die Schallcharakteristik des umgebenden Raums und Informationen über die räumliche Anordnung der Schallquellen werden aufgezeichnet. Der besondere Vorteil ist, dass ein natürlicher räumlicher Klangeindruck über einen großen Bereich des Filmtheaters möglich ist. "Egal wo der Zuschauer im Kino sitzt, er hört die Dialoge und Effektgeräusche immer aus der richtigen Richtung und Entfernung", beschreibt Entwicklerin Sandra Brix das Klangerlebnis.

Doch auch mit herkömmlich aufgezeichnetem Filmmaterial lässt sich eine deutliche Qualitätsverbesserung verzeichnen. Bei der 5.1-kompatiblen Wiedergabe ist der optimale Klangeindruck nicht wie bisher auf einen kleinen Teil des Kinosaals, den "Sweet Spot", beschränkt. Eine ausgeklügelte Computertechnik und fast 200 im Raum verteilte Lautsprecher sorgen in den Ilmenauer "Lindenlichtspielen" für einen beeindruckenden Sound. Damit wird jeder Film zu einem besonderen Hörgenuss - egal, ob der Besucher in der ersten Reihe links außen, in der Mitte oder ganz rechts in der letzten Reihe sitzt. "Dieses Kino ist weltweit das erste, in dem ein System eingesetzt wird, das auf der Klangfeldsynthese basiert", betont Brix. Noch in diesem Jahr sollen weitere Filmtheater in Deutschland und in Übersee mit dem neuen System ausgerüstet werden.

"Die erfolgreiche Entwicklung zeigt, dass mithilfe deutscher und europäischer Förderung der Hightech-Standort Deutschland entscheidend ausgebaut werden konnte", sagte Thomas Sporer, Koordinator des EU-Projekts CARROUSO, das zehn europäische Partner aus Industrie, Forschung und Universitäten unter dem Ziel vereint, neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Audiobereich für Alltagsanwendungen nutzbar zu machen.

Nicht nur im Kino, sondern auch zu Hause kann die Technologie hervorragenden Sound auf jeden Platz bringen. Die Forscher arbeiten bereits an der Stereoanlage der Zukunft, die das Wohnzimmer in einen Konzertsaal mit optimaler Akustik verwandelt. Das neue System kann aber auch bei Konzerten, Theateraufführungen oder Open-Air-Events genutzt werden.

Noch ist die Klangfeldsynthese aufgrund des großen technischen Aufwands und der hohen Kosten vor allem für Profianwendungen interessant. Wer aber schon jetzt in den neuen Hörgenuss kommen will, kann das Kino in Ilmenau oder den Fraunhofer-Stand auf der CeBIT (12.-19. März in Hannover) besuchen. Dort präsentierten die Forscher das System in Halle 11.

Ansprechpartner:
Henning Köhler
Telefon 0 36 77 / 69 48 59

Arbeitsgruppe Elektronische Medientechnologie AEMT des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS
Am Helmholtzring 1 (Haus M)
98693 Ilmenau


Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.emt.iis.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presseinfo

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