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Filmstudios versehen DVDs mit Anti-Raucher-Werbung

15.07.2008
US-Produktionen rauchfreier als deutsche

DVDs sollen in Zukunft Anti-Raucher-Hinweise beinhalten. Sechs große Hollywoodstudios haben sich darauf geeinigt, DVDs von Filmen, die auf ein junges Publikum abzielen, mit Warnungen gegen das Rauchen zu versehen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen insbesondere Jugendliche unter anderem mit kurzen Spots vor dem Hauptfilm vor dem Griff zur Zigarette gewarnt werden. Die Vereinbarung zur Anti-Raucher-Kampagne kam zustande, nachdem Anti-Raucher-Gruppen jahrelang Lobbying gegen die Darstellung von Tabakkonsum in Hollywood-Filmen betrieben hatten.

Die Initiative, zu der sich Sony Pictures, Universal Studios, Warner Brothers, Paramount Pictures, Walt Disney und 20th Century Fox verpflichtet haben, soll bis Ende 2009 laufen. Vor allem die Entertainment Industry Foundation warnte seit langem vor negativen Folgen von Rauchen in Filmen. Die Organisation hat auch maßgeblich zum Zustandekommen der Vereinbarung unter den Filmstudios beigetragen. "Grundsätzlich ist alles, was verdeutlicht, das Rauchen gefährlich ist, zu begrüßen. Ob Werbung und Warnhinweise tatsächlich Wirkung zeigen, lässt sich so einfach nicht sagen", meint Ernst-Günther Krause, Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Das Hauptproblem seien Darstellungen von Tabakkonsum in den Filmen selbst. "Daher sprechen wir uns auch dafür aus, das Rauchen in Film und Fernsehen auf die negativ besetzten Charaktere zu beschränken", ergänzt Krause.

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Generell sei zu beobachten, dass Raucherdarstellungen in US-Produktionen mittlerweile deutlich weniger geworden sind. "Im deutschen Fernsehen hingegen, das von einem öffentlich-rechtlichen System ausgeht, wird noch doppelt so viel geraucht", kritisiert Krause. "Dem deutschen Fernsehen fällt es immer noch schwer, den Nichtraucherschutz einzuhalten, obwohl dieser bereits vor Jahren beschlossen wurde." Gerade von den öffentlich-rechtlichen TV-Stationen erwartet der Nichtraucher-Schützer, dass das Rauchen nicht verharmlost wird. "Ich möchte nicht als Gebührenzahler eine so gefährliche Verhaltensweise unterstützen", sagt Krause.

In den USA begrüßt indes auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger die Anti-Raucher-Kampagne der Filmstudios. "Diese neue Waffe mit den DVDs kommt zum perfekten Zeitpunkt", so Schwarzenegger. Die Nichtraucher-Bewegung komme einen weiteren Riesenschritt voran und die Filmstudios würden dabei helfen, noch mehr Menschen zu erreichen. Obwohl sich der Gouverneur aktiv an der Anti-Raucherfront bewegt, ist er auch bekannt dafür, gerne Zigarren zu konsumieren. Zum Thema "Rauchen in Filmen" pflegt Schwarzenegger daher eine eher moderate Linie. "Ich denke nicht, dass man den Zigarettenkonsum komplett aus Filmen verbannen sollte. Ich denke, wir sollten die Menschen und unsere Kinder regelmäßig an die Gefahren des Rauchens erinnern."

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.eifoundation.org
http://www.nichtraucherschutz.de

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