Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eltern wissen über Webaktivitäten ihrer Kinder kaum Bescheid

29.05.2008
Das Internet ist eine Datenautobahn, für die man einen Führerschein braucht

Eltern können den interaktiven Entwicklungen im Netz längst nicht so schnell folgen wie die jugendlichen Nutzer. Zudem wissen rund 50 Prozent der erziehenden Erwachsenen gar nicht, was ihre Kinder im Internet tun und 25 Prozent informieren sich nur selten über die Online-Aktivitäten ihrer Sprösslinge.

Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht, den die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) anlässlich der diesjährigen Jugendmedienschutztagung veröffentlicht hat. Um mit diesem Missstand aufzuräumen, stellte die NLM auf der Tagung spezielle Forschungsmodule vor. Diese als Informationsveranstaltungen gedachten Kurse richten sich an Lehrkräfte und Elternvertreter, sind kostenfrei und sollen über die Gefährdungspotenziale in den Themenbereichen "Web 2.0", "Virtuelle Welten und Computerspiele" und "Gefahren der Handynutzung" aufklären.

"In einer Zeit, in der immer mehr insbesondere junge Menschen in virtuelle Welten abtauchen und sowohl Familien- als auch Freundeskreis zugunsten einer künstlichen Parallelwelt vernachlässigen, ist es außerordentlich wichtig, über die Risiken und Chancen des Internets aufzuklären", betont Reinhold Albert, Direktor der NLM. Insbesondere die zwischen den Generationen entstandene Informationskluft müsse überwunden werden. "Wirksamer Jugendschutz beginnt im Elternhaus. Väter und Mütter müssen wissen, welche Seiten ihre Kinder im Internet besuchen, mit wem sie chatten oder welche Spiele sie fesseln", ergänzt die Niedersächsische Sozial- und Familienministerin Mechthild Ross-Luttmann. Man wolle den Eltern durch spezielle kostenlose Fortbildungsangebote helfen, auch bei den neuen elektronischen Medien am Ball zu bleiben.

... mehr zu:
»Datenautobahn

"Das Internet ist eine Datenautobahn, auf der man nicht ohne Führerschein fahren kann", betont Udo Weber, Diplompsychologe von der Beratungsstelle Phoenix der Arbeiterwohlfahrt des Saarlandes http://www.awo-saarland.de , im Gespräch mit pressetext. Die Nutzung des Internets sei zwar auch für Kinder zeitgemäß, ein gewisses Maß an "gesundem Misstrauen" sei in diesem Zusammenhang aber unabdingbar. "Wichtig ist dabei in erster Linie, dass Kinder von ihren Eltern auf die im Web lauernden Gefahren aufmerksam gemacht werden", meint Weber. Das Gefahrenbewusstsein sei auf Seiten der Eltern in dieser Hinsicht noch zu wenig ausgeprägt.

Erst Anfang April hatte die Medienbehörde Großbritanniens, das Office of Communications (Ofcom), in einem Bericht darauf hingewiesen, dass vor allem soziale Netzwerke im Internet für Kinder eine Gefahr darstellen (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080402042). Millionen von jüngeren Nutzern würden sich auf Social-Networking-Webseiten bewegen, deren Inhalte eigentlich nur für Erwachsene bestimmt seien, kritisierte die britische Behörde.

Rund ein Viertel aller Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren, die über einen Zugang zum Internet verfügen, würden ein eigenes Profil auf einem derartigen Portal haben. Diese große Zahl sei ein klarer Widerspruch zu den geltenden Richtlinien der Altersfreigabe, die eigentlich Internetnutzer dieses Alters von derartigen Seiten fernhalten sollten, stellt die Ofcom besorgt fest.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.nlm.de
http://www.ofcom.org.uk

Weitere Berichte zu: Datenautobahn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Immer mehr Fernseh-Zuschauer nutzen einen Second Screen
17.10.2018 | Universität Regensburg

nachricht Ausgefeilte Videotechnologie lenkt von Werbung ab
16.10.2018 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemie aus der Luft: atmosphärischem Stickstoff als Alternative

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Gebirge bereiten Boden für Artenreichtum

22.10.2018 | Geowissenschaften

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics