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Wie Parasiten Leberkrebs erzeugen

02.08.2018

Schistosomiasis-Infektionen: Interdisziplinäres Gießener Forscherteam identifiziert Signalwege für die Karziogenese

Die Schistosomiasis (Bilharziose) ist nach Malaria weltweit die häufigste parasitäre Infektionskrankheit. Etwa 200 Millionen Menschen überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen sind infiziert; in Deutschland betrifft die Erkrankung vor allem Einwanderer und Reiserückkehrer.


Schistosomenei in der Leber.

Foto: AG Roeb

Die Schistosomen (Pärchenegel) leben in den Blutgefäßen ihrer Wirte und legen dort ihre Eier ab. Diese werden in verschiedene Organe verschleppt und führen vor allem in Leber, Milz und Darm zu schwerwiegenden Entzündungen, die tödlich verlaufen können.

Klinische Daten haben zudem gezeigt, dass Schistosomiasis auch die Bildung von Leberkrebs fördern kann. Arbeitsgruppen des Schwerpunkts Gastroenterologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Prof. Dr. Elke Roeb und des Instituts für Parasitologie der JLU (Prof. Dr. Christoph Grevelding) haben erforscht, wie der Parasit Schistosoma mansoni krebsbildende Faktoren in der Leber aktiviert. Ihre Ergebnisse haben sie in der renommierten Zeitschrift „Hepatology“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten mit Schistosoma mansoni infiziertes Lebergewebe. Dabei stellten sie fest, dass aus den Schistosomeneiern lösliche Faktoren freigesetzt werden, sogenannte IPSE. Diese induzieren die Aktivierung von krebsauslösenden Faktoren und stören zudem die DNA-Reparatur.

Hepatozelluläre Onkogene wie c-Jun und STAT3 sind wichtige Regulatoren der Entwicklung und Progression von Leberkrebs – sie werden durch die aus den Schistosomeneiern freigesetzten löslichen Faktoren permanent aktiviert.

„Die Identifizierung dieses Signalwegs kann die Grundlage für neue Strategien zur Verhinderung der Karzinogenese durch Schistosomiasis bilden“, so Prof. Dr. Elke Roeb.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Elke Roeb
Schwerpunkt Gastroenterologie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen (UKGM)
Fachbereich 11 – Medizin der JLU
Klinikstraße 33, 35392 Gießen

Originalpublikation:

Martin Roderfeld, Sevinc Padem, Jakob Lichtenberger, Thomas Quack, Ralf Weiskirchen, Thomas Longerich, Gabriele Schramm, Yuri Churin, Karuna Irungbam, Annette Tschuschner
Anita Windhorst, Christoph G. Grevelding, Elke Roeb: Schistosoma mansoni egg secreted antigens activate HCC‐associated transcription factors c‐Jun and STAT3 in hamster and human hepatocytes. Hepatology, online veröffentlicht am 27. Juli 2018
DOI: 10.1002/hep.30192

Caroline Link | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

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