Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Komfort optimierte Kompressionstextilien für den Sport

09.04.2013
Forschungsprojekt untersucht erstmals, wie komprimierende Wirkung und thermophysiologische Eigenschaften eine Leistungssteigerung ermöglichen

Der weltweite Fitness-Boom mit populären Sportarten wie Joggen, Radfahren, Inline-Skaten oder Nordic Walking beschert Herstellern von Sport- und Outdoor-Textilien einen lukrativen Markt, in dem die Kunden Produkte mit optimaler Funktion gezielt nachfragen und bereit sind, dafür auch etwas mehr auszugeben.

Wachsender Beliebtheit bei Langstreckenläufern und Triathleten erfreuen sich beispielsweise Kompressionstextilien, die sowohl von Sport-Profis als auch von ambitionierten Breitensportlern getragen werden, weil sie sich eine Leistungssteigerung versprechen.

In wissenschaftlichen Studien konnte eine solche Wirkung allerdings bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Untersuchungen den Tragekomfort außer Acht lassen, also nicht berücksichtigen, wie sich die Kompression auf den menschlichen Wärmehaushalt auswirkt.

Unzureichende thermophysiologische Eigenschaften (Wärme- und Feuchtemanagement) können jedoch eine mögliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch komprimierende Textilien aufheben bzw. vermindern.

Um Hersteller von Kompressionstextilien gezielt bei der Produktentwicklung zu unterstützen und dem Handel bzw. Endverbraucher künftig einen verlässlichen Nachweis für die leistungssteigernde Wirkung von komprimierender Sportbekleidung zu bieten, untersuchen die Forscher der Hohenstein Institute im Rahmen eines laufenden Projekts (AiF-Nr. 16868 N) erstmals ganzheitlich den Zusammenhang zwischen Kompression und Tragekomfort sowie der daraus resultierenden Leistungssteigerung.

Dazu werden handelsübliche Kniestrümpfe und Long-Tights (lange, eng sitzende Hosen) für den Laufsport auf relevante Parameter wie Kompressionsstärke und den Kompressionsgradienten sowie ihre textiltechnischen Konstruktionsmerkmale und Komforteigenschaften überprüft. Um objektive Ergebnisse zu erhalten, konzentrieren sich die Wissenschaftler auf eine spezifische Tragesituation – das Laufen unter warmen Umgebungsbedingungen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Konstruktionsleitlinien für die Industrie zu erarbeiten, auf deren Grundlage nachweislich leistungsfördernde Sporttextilien (Ausdauerleistung) mit einer optimalen komprimierenden Wirkung und einem hohen Komfort für den Träger hergestellt werden können.

Zur Durchführung des Projekts werten die Hohenstein Wissenschaftler zunächst im Markt erhältliche Kompressionstextilien systematisch aus. Auf Grundlage der ermittelten Messwerte werden anschließend Ansatzpunkte und Lösungsvorschläge für Produktoptimierungen aufgezeigt. Die Messung der Kompressionsstärke und des Kompressionsverlaufs erfolgt mit Hilfe des HOSY (Hohenstein Systems), das üblicherweise zum Nachweis der Kompressionswirkung von medizinischen Kompressionsstrümpfen gemäß RAL-GZ 387 verwendet wird. Der Tragekomfort wird mit Hilfe von Messungen mit dem Hautmodell und weiteren Geräten zur Erfassung der hautsensorischen Materialeigenschaften bestimmt.

Ergänzt werden diese Laboruntersuchungen durch Trageversuche mit menschlichen Probanden, um die Wirkung der Kompressionstextilien auf den Körper und den Wärmehaushalt zu erforschen. Zur Ermittlung der Ausdauerleistungsfähigkeit der Testpersonen in Abhängigkeit vom Kompressionstextil wird dabei die Laktatkonzentration im Blut, das Atemgas, die Herzfrequenz und Körperkerntemperatur sowie das Haut- und Mikroklima gemessen.

Eine Befragung der Probanden dient dazu, zusätzlich auch ihre subjektiven Empfindungen in Bezug auf die Temperatur, die Feuchte, den Tragekomfort sowie ihre Erschöpfung zu dokumentieren. Weitere Aufschlüsse hinsichtlich einer optimalen Kompressionswirkung versprechen sich die Hohenstein Forscher durch die Auswertung von rund 17.000 3D-Datensätzen, die in verschiedenen repräsentativen Reihenmessungen generiert wurden. Dazu werden zunächst alle Datensätze selektiert, die man der speziellen Zielgruppe „Ausdauersportler“ zuordnen kann. Anschließend lassen sich Kompressionsgrad und Kompressionsgradient den morphologischen Eigenheiten der Sportlerbeine anpassen.

Die Grundsatzuntersuchung zur Leistungssteigerung durch Sporttextilien mit komprimierenden Eigenschaften wurde im Juli 2012 gestartet und läuft noch bis Juni 2014. Nähere Informationen zu den Inhalten und Methoden des Forschungsvorhabens erhalten Sie beim Projektleiter, Dipl.-Sportingenieur Martin Harnisch, E-Mail: m.harnisch@hohenstein.de

Rose-Marie Riedl
Leitung Unternehmenskommunikation und Forschungsmarketing /
Head of Corporate Communication and Research Marketing
Telefon /Phone: +49 7143 271 723
Fax: +49 7143 271 721
E-Mail: r.riedl@hohenstein.de

Rose-Marie Riedl | Hohenstein Institute
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt
25.05.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics