Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT-Sicherheit: Simulierter Ernstfall hält öffentliches Leben am Laufen

05.03.2012
FH St. Pölten entwickelt maßgeschneiderte Simulationsumgebung für kritische Infrastrukturen

Daten kritischer Versorgungsnetze können nun umfassender denn je geschützt werden. Das Institut für IT Sicherheitsforschung der Fachhochschule St. Pölten entwickelt und testet eine Simulationsumgebung für Behörden und Unternehmen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Energie-, Sicherheits- und Gesundheitsversorgung wichtig sind. Die Ergebnisse werden dabei helfen, die IT-Sicherheit für Staat, Unternehmen und BürgerInnen zu gewährleisten.

Ohne funktionierende IT steht das öffentliche Leben still. Die Arbeit ruht, aber Verkehrskollaps und ausgefallene Bankomat-Terminals erschweren den Genuss der plötzlich gewonnenen Freizeit. "Verkehrssystem und Energieversorgung sind nur zwei der Infrastruktur-Bereiche, wo Ausfälle und Angriffe die allgemeine Versorgung bedrohlich schnell lahmlegen können. Denn auch das Gesundheitswesen und die öffentliche Sicherheit sind ohne funktionierende IT in Gefahr. Deswegen gilt es, eventuell vorhandene Sicherheitsmängel aufzudecken und umfassend zu beseitigen", bestätigt Univ.-Doz. Dr. Ernst Piller, Leiter des Instituts für IT Sicherheitsforschung an der FH St. Pölten. Im Rahmen des Forschungsprojekts CAIS (Cyber Attack Information System) wird nun unter anderem eine maßgeschneiderte Simulationsumgebung für diese kritischen Infrastrukturen entwickelt, um Versorgungsnetze und heikle Daten umfassend zu schützen.

SICHERES NETZ

"IT-Sicherheitslösungen müssen immer mehrere Schritte voraus sein. Eine Möglichkeit bietet die Konstruktion einer Simulationsumgebung, die die Funktionsweisen kritischer Infrastrukturen genau kennt und damit auch deren Schwachstellen erkennen kann", so Dr. Piller. Die größten Herausforderungen sind der große Umfang der Datenmengen, die dabei analysiert und evaluiert werden wollen, und die hohe Komplexität des Gesamtsystems. Denn jedes IT-System besteht aus Knoten und Ebenen, die miteinander in Wechselwirkung stehen. Durch Programmfehler und gezielte Angriffe können auch mehrere dieser Teilbereiche gleichzeitig ausfallen. Die Simulation bietet eine kostengünstige Möglichkeit, für den Ernstfall vorzubeugen. "Mit Hilfe dieser Simulation können Worst-Case-Szenarien digital durchgespielt werden, bevor sie Realität werden", so Dr. Piller.

SICHER VERNETZT

Die Simulationsumgebung des Instituts für IT Sicherheitsforschung an der FH St. Pölten berechnet realitätsnah die Vernetzung verschiedener Bereiche des Gemeinwesens mit ein. Dies bedeutet einen entscheidenden Vorteil, da Wechselwirkungen zwischen kritischen Infrastrukturen mit herkömmlichen Methoden des Risikomanagements nur schwer zu bewerten sind. "Kritische Infrastrukturbereiche kann man nicht isoliert voneinander betrachten: Fällt beispielsweise die Energieversorgung aus, so kann es durch den hohen Vernetzungsgrad zu einem Dominoeffekt kommen, wo dann auch der öffentliche Verkehr oder das Gesundheitswesen betroffen sind", betont Dr. Piller. "Deswegen werden die Vernetzung und Wechselwirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien kritischer Infrastrukturen in unserem Modellierungs- und Simulationsansatz berücksichtigt", so Dr. Piller. Durch diesen Fokus können Problemstellen rasch erkannt und optimale Lösungswege gefunden werden, um im Ernstfall die nationale Sicherheit und Versorgung sicherzustellen.

UMFASSEND GESCHÜTZT

Die Möglichkeiten der Simulationsumgebung wird künftig vor allem die öffentliche Hand nutzen. Daneben bauen auch Wirtschaftspartner auf das Simulations-Know-how der FH St. Pölten: "Die Simulationsumgebung kann auch für die IT-Strukturen privatwirtschaftlicher Unternehmen adaptiert werden", sagt Dr. Piller. "Für den umfassenden Schutz kritischer Infrastrukturen müssen die zentralen Akteure, wie im Fall von CAIS, eingebunden sein. Umfassend bedeutet für unsere Entwicklungsarbeit an der FH St. Pölten ferner eine ganzheitliche Sicht auf IT-Security. Deswegen kommt nicht nur modernste Simulationstechnik zum Einsatz, sondern wir entwickeln auch ein Instrumentarium proaktiver Abwehrmaßnahmen gegen Schadsoftware sowie Lösungen für sicheres Cloud Computing."

Das Projekt CAIS wird im Rahmen des österreichischen Sicherheitsforschungs-Förderprogramms KIRAS - eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie durchgeführt. Neben der FH St. Pölten sind im Konsortium auch das AIT, BKA, BMI, BMLVS, OIIP, sowie T-Mobile, T-Systems und nic.at vertreten.

Übermorgen, Mittwoch, 7. März, 12 Uhr wird Mag. Simon Tjoa vom Institut für IT Sicherheitsforschung live im Gespräch mit Anna Michalski im "CampusTalk", dem Wissenschaftsformat von Campus & Cityradio 94,4 zu hören sein.

Livestream unter: www.cr944.at

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den Themengebieten Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 16 Studiengängen werden rund 2.000 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Kompetenzfelder Medientechnik, Medienwirtschaft, IT-Sicherheit, Simulation, Schienenverkehr, Gesundheit und Soziales. Es erfolgt ein stetiger Austausch zwischen Studiengängen und Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof.(FH) Univ.-Doz. DI Dr. Ernst Piller Fachhochschule St. Pölten Institut für IT Sicherheitsforschung Matthias-Corvinus-Str. 15
3100 St. Pölten
T +43 / (0)2742 / 313 228 - 636
E ernst.piller@fhstp.ac.at
W http://www.fhstp.ac.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / (0)1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Dr. Katharina Schnell | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.fhstp.ac.at/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Biegen ohne zu brechen - Wie Insekten ihre Umgebung ertasten
10.09.2018 | Hochschule Bremen

nachricht Faden-Kunst aus Roboterhand
10.09.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Der Truck der Zukunft

19.09.2018 | Verkehr Logistik

Fehlersuche in der Quantenwelt

19.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics