Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrerloses Auto fährt von Italien nach China

21.07.2010
Längste Teststrecke der Welt - Scheitern vorprogrammiert

Mit einem fahrerlosen Auto wollen italienische Wissenschaftler die längste Teststrecke der Welt bezwingen. "Auf unserem drei Monate langen Weg von Italien über Russland nach China stehen insgesamt 13.000 Kilometer auf dem Programm", sagt Projektleiter Alberto Broggi im Interview mit pressetext. Ingesamt zwei mit Sensoren und Kameras ausgestatte Fahrzeuge werden auf unterschiedliche Routen geschickt, die sie im Alleingang meistern sollen.


Fahrerloses Auto: 13.000 Kilometer Strecke warten (Foto: vislab.it)

Scheitern vorprogrammiert

"Die Autos werden an einigen Fahrsituationen sicher scheitern und das ist auch gut so. Auf diese Weise lernen wir, was bereits einwandfrei funktioniert und wo nachgebessert werden muss", erklärt Broggi. Der Plan sieht vor, dass jedes der Autos einem herkömmlichen Fahrzeug folgt, im Prinzip aber völlig autonom auf unvorhergesehene Ereignisse wie Straßenverkehr, Ampeln, Fußgängerquerungen und kritische Wettersituationen reagieren muss.

Aus praktischen, aber auch rechtlichen Gründen, werden jeweils zwei Techniker im fahrerlosen Auto sitzen, die im Notfall eingreifen können. Die Energieversorgung der Sensorik und des Bordcomputers erfolgt über integrierte Solarpanele. Der Antrieb des Motors ist elektrisch, was die Projektverantwortlichen schon jetzt Kopfzerbrechen bereitet. "Für den Fall, dass wir in ganz entlegenen Gegenden wie Sibirien oder der Wüste Gobi keine Strominfrastruktur vorfinden, haben wir auch benzinbetriebene Generatoren im Handgepäck", sagt Broggi.

Bürokratie größtes Hindernis

Mit dem ehrgeizigen Projekt wollen die Wissenschaftler beweisen, dass die Technologie für fahrerlose Autos schon weit fortgeschritten ist und bald Einzug in Traktoren, LKWs, aber auch herkömmliche PKW finden könnte. "Die Zukunft wird mit Sicherheit fahrerlos sein", glaubt Broggi, dem ein Autopilot-ähnliches Fahren vorschwebt.

Während Traktoren, die in den USA, Argentinien oder Australien endlose Felder bestellen, schon in wenigen Jahren soweit sein könnte, wird eine Umsetzung in LKWs oder PKWs noch länger auf sich warten lassen. "Die Technologie ist die kleinste Hürde. Vielmehr müssen erst sämtliche rechtlichen und versicherungstechnischen Richtlinien geklärt werden. Das wird ein sehr langsamer und bürokratischer Prozess werden", meint Broggi gegenüber pressetext.

Martin Jan Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://viac.vislab.it/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Krankheitserreger im Visier
09.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Wie überleben Nervenzellen? Forschungsteam versucht den Zelltod zu stoppen
04.10.2018 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics