Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Forschung zur Ausbreitung von Wellen

23.05.2019

Doppelter Erfolg für die interdisziplinäre Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung zweier bestehender Sonderforschungsbereiche (SFB) für weitere vier Jahre bewilligt. In dem am KIT koordinierten SFB 1173 „Wellenphänomene: Analysis und Numerik“ arbeiten Mathematiker gemeinsam mit Physikern und Elektroingenieuren daran, die Ausbreitung von Wellen zu untersuchen und zu steuern. Der SFB/Transregio 165 „Waves to Weather“, an dem das KIT maßgeblich beteiligt ist, zielt auf noch genauere und zuverlässigere Wettervorhersagen.

„Die Entscheidung der DFG zeigt, dass die interdisziplinäre mathematische Forschung am KIT hervorragend aufgestellt ist“, sagt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident des KIT für Forschung. „Ich beglückwünsche die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dieser Würdigung ihrer Forschungsleistung und freue mich auf die kommenden Ergebnisse ihrer Arbeit.“


Forscherinnen und Forscher aus Mathematik, Physik und Elektrotechnik arbeiten im SFB 1173 „Wellenphänomene“ zusammen.

(Foto: Lukas Fath)

Sowohl der SFB 1173 „Wellenphänomene“ als auch der SFB/Transregio 165 „Waves to Weather“ sind einbezogen in die Arbeit des KIT-Zentrums MathSEE (Mathematics in Sciences, Engineering, and Economics), das theoretisch-mathematische und anwendungsorientierte Forschung zusammenführt.

Ein SFB ist ein auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren (in der Regel drei mal vier Jahre) angelegtes Forschungsprogramm, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anspruchsvolle Themen über die Grenzen von Disziplinen, Instituten und Fakultäten hinweg bearbeiten.

Bei einem SFB/Transregio handelt es sich um einen von mehreren Hochschulen getragenen überregionalen SFB. Beide Programmformen tragen zur wissenschaftlichen Profilbildung und zur Förderung des Forschungsnachwuchses bei.

Der SFB 1173 „Wellenphänomene: Analysis und Numerik“ erhält für die kommenden vier Jahre eine Fördersumme von über zehn Millionen Euro. An dem Sonderforschungsbereich sind mehr als 80 Forscherinnen und Forscher des KIT beteiligt. Dazu kommen weitere Gruppen an den Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie an der Technischen Universität Wien.

Die Wissenschaftler aus Mathematik sowie Physik und Elektrotechnik forschen interdisziplinär an grundlegenden Eigenschaften von akustischen, elektromagnetischen und elastischen Wellen. Dabei wird die mathematische Grundlagenforschung ergänzt durch anwendungsbezogene Untersuchungen in den Forschungsfeldern Optik und Photonik, Biomedizintechnik und Geophysik.

Wellen sind in der Natur allgegenwärtig, beispielsweise in Form elektromagnetischer Wellen, die für die moderne Kommunikation essenziell sind, oder in Form akustischer Wellen, die für seismische Messungen der Bodenbeschaffenheit genutzt werden. „Die Ausbreitung von Wellen lässt sich mit mathematischen Methoden äußerst elegant beschreiben und wirft viele faszinierende und bisher ungelöste Fragen auf“, sagt die Sprecherin des SFB 1173, Professorin Marlis Hochbruck.

„Die Beantwortung dieser drängenden Fragen ist das Ziel unseres Sonderforschungsbereichs und hat große Bedeutung für den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in den Anwendungen.“

Die Leistung des SFB „Wellenphänomene“ besteht neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Junge Forscherinnen und Forscher, die innerhalb des Sonderforschungsbereichs ihre Doktorarbeiten schreiben, profitieren vom interdisziplinären Umfeld, der Zusammenarbeit mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und dem Austausch mit international herausragenden Gästen. Mit der Fortsetzung der Förderung honoriert die DFG den bisherigen Erfolg des SFB und belegt die internationale Sichtbarkeit des KIT im Bereich der Erforschung von Wellenphänomenen.

Weitere Informationen unter https://www.waves.kit.edu


Im SFB/Transregio 165 „Waves to Weather“ (W2W) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München als Koordinator, der Universität Mainz, der Technischen Universität (TUM) München, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in München und der Universität Heidelberg zusammen, um eine neue Generation von Wettervorhersagen zu ermöglichen. W2W ist darauf fokussiert, die Grenzen der Vorhersagbarkeit, besonders von wellenförmigen Luftbewegungen, in verschiedenen Situationen zu identifizieren und die physikalisch bestmögliche Prognose zu erstellen.

Weitere Informationen unter http://www.wavestoweather.de

Weiterer Pressekontakt: Kosta Schinarakis, Redakteur/Pressereferent, Tel.: +49 721 608-21165, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail: schinarakis@kit.edu

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Originalpublikation:

https://www.kit.edu/kit/pi_2019_070_erfolgreiche-forschung-zur-ausbreitung-von-w...

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie beeinflusst bioaktives Glas Immunzellen?
17.06.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Was kann die Schifffahrt von der Hirnforschung lernen?
10.06.2020 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Im Focus: Robuste Materialien in Schwingung versetzt

Kieler Physikteam beobachtet in Echtzeit extrem schnelle elektronische Änderungen in besonderer Materialklasse

In der Physik werden sie zurzeit intensiv erforscht, in der Elektronik könnten sie ganz neue Funktionen ermöglichen: Sogenannte topologische Materialien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

09.07.2020 | Physik Astronomie

Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen

09.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Selbstadaptive Systeme: KI übernimmt Arbeit von Software-Ingenieuren

09.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics