Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vertrauen in gentechnisch hergestellte Arzneimittel ist weiter gestiegen

25.04.2002


Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Gentechnik im medizinischen Bereich hat im Jahr 2002 weiter zugenommen. Inzwischen würden 62 Prozent gentechnisch hergestellte Arzneimittel ohne größere Bedenken einnehmen. Die Zahl derer, die diese innovativen Arzneimittel auf gar keinen Fall einnehmen würden, liegt nur noch bei sieben Prozent. Zur Behandlung von Krebs erwarten sogar 67 Prozent der Deutschen entscheidende Vorteile durch die Gentechnik.
Quelle: "obs/VFA"


VFA legt Emnid-Umfrage zur Akzeptanz der Gentechnik vor

"Gentechnisch hergestellte Arzneimittel genießen in Deutschland ein hohes Vertrauen. Auch die intensive Diskussion der vergangenen Monate über die Chancen und Risiken der Gentechnik hat offensichtlich dazu beigetragen, dass die Zustimmung zur Gentechnologie in der Medizin weiter gewachsen ist und Befürchtungen über die Risiken zurückgehen." Mit diesen Worten fasste die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, heute in Berlin die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts zur Akzeptanz der Gentechnologie in der Medizin zusammen.

Knapp zwei Drittel der Bevölkerung (64 Prozent) sind Emnid zufolge der Meinung, dass die Fortschritte in der Gentechnologie zu großem medizinischen Fortschritt führen. Bei der Krebstherapie erwarten sogar 67 Prozent der Befragten entscheidende Fortschritte durch den Einsatz gentechnisch hergestellter Arzneimittel. Derzeit gibt es in Deutschland 85 gentechnisch hergestellte Arzneimittel. Sie sind für Millionen von Patienten in Deutschland unverzichtbar - neben Krebs zum Beispiel bei Diabetes, Multipler Sklerose oder der Bluterkrankheit. Der Anteil der Bevölkerung, der große Risiken in der Gentechnologie sieht, ist deutlich zurückgegangen und liegt derzeit bei 28 Prozent, 1998 waren es noch 43 Prozent.

Deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung (62 Prozent) würde nach der aktuellen Umfrage ohne größere Bedenken gentechnisch hergestellter Arzneimittel anwenden. Damit stieg die Akzeptanz dieser innovativen Präparate gegenüber 1998 mit 57 Prozent und 2000 (61 Prozent) weiter an. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl derer, die rekombinante Arzneimittel ablehnen, um mehr als ein Drittel von 11 Prozent im Jahr 1998 über 8 Prozent im Jahr 2000 auf nunmehr 7 Prozent.

Die VFA-Hauptgeschäftsführerin verwies darauf, dass die Bevölkerung nicht nur auf den größeren medizinischen Fortschritt durch die Gentechnologie setzt: "Die Menschen erhoffen sich von dieser Schlüsseltechnologie für die Zukunft positive Impulse für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland." So würden es laut Emnid 61 Prozent der Befragten begrüßen, wenn Deutschland auf dem Gebiet der Gentechnologie eine Spitzenstellung einnähme. Nach Ansicht von 60 Prozent der Befragten ist die Gentechnologie ein wichtiger High-Tech-Bereich für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

"Für die forschenden Arzneimittelhersteller gehört es zum Alltag, die Potenziale unterschiedlicher Methoden und Instrumente sorgsam abzuwägen", betonte Yzer mit Blick auf die abschließende Lesung des Stammzellgesetzes im Bundestag, die für diese Woche geplant ist. Eine Entscheidung des Parlaments für einen begrenzten Import sei ein guter Ansatz, um im gesellschaftlichen Konsens grundlegende ethische und wissenschaftliche Fragen schrittweise zu beantworten. Wenn nur ansatzweise die Chance bestehe, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen das Potenzial zur Heilung bisher unbehandelbarer Krankheiten berge und zum Beispiel dem Potenzial adulter Stammzellen überlegen sei, müsse diese Option offen sein, bekräftigte sie: "Denn ohne diese Forschung wäre weder den Erwartungen der Patienten gedient, noch kann der Pharmastandort Deutschland dauerhaft gesichert werden."

Yzer kritisierte hingegen, dass derzeit innerhalb des Bundestages diskutiert werde, bei der Umsetzung der EG-Biopatentrichtlinie in deutsches Recht weit hinter geltenden internationalen Patentstandards zurückzubleiben. "Ein solcher Alleingang, der das Ziel der Harmonisierung bei der Patentierung biotechnologischer Erfindungen verfehlt, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und führt zu Standortnachteilen gegenüber den USA.".

Marc Rath | ots
Weitere Informationen:
http://www.vfa.de/gentechnik.

Weitere Berichte zu: Akzeptanz Arzneimittel Gentechnologie Potenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Modellierung zeigt optimale Größe für Platin-Katalysatorpartikel Aktivität von Brennstoffzellen-Katalysatoren verdoppelt
03.07.2019 | Technische Universität München

nachricht Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?
14.06.2019 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

Augsburger Chemiker und Physiker berichten, wie ihnen die extrem schwierige Trennung von Wasserstoff und Deuterium in einem Gasgemisch gelungen ist.

Dank der hier vor Ort entwickelten und bereits vielfach angewendeten Surface Acoustic Waves-Technologie (SAW) ist die Universität Augsburg international als...

Im Focus: MOF@SAW: Nanoquakes and molecular sponges for weighing and separating tiny masses

Augsburg chemists and physicists report how they have succeeded in the extremely difficult separation of hydrogen and deuterium in a gas mixture.

Thanks to the Surface Acoustic Wave (SAW) technology developed here and already widely used, the University of Augsburg is internationally recognized as the...

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Ein Schlüsselelement der Umwelt: Phosphor

22.07.2019 | Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verdächtige Immunzellen der Multiplen Sklerose entlarvt

22.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Programmierbare Strukturdynamik

22.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

22.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics