Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnesium-Reststoffe effektiv recyceln

23.04.2002


EU fördert mit 500.000 Euro Forschungsprojekt an der FH Aalen

Bauteile aus Magnesium werden im Automobilbau seit einigen Jahren vermehrt eingesetzt. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich der Bedarf an Magnesium-Druckgusslegierungen verdreifacht. Ein Grund für den gesteigerten Bedarf ist u.a. das geringe Gewicht von Magnesium. Während von den Produkten aus Magnesium, wie z.B. Getriebegehäusen, keine Gefahr ausgeht, stellen Magnesiumspäne und sonstige bei der Herstellung der Bauteile anfallenden Magnesiumpartikel ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. Das ungünstige Verhältnis Volumen/Oberfläche begünstigt Brände und Explosionen. Ein Großteil dieser Späne und Stäube, z.T. verunreinigt mit Kühlschmieremulsionen und Ölen, muss aus Mangel an alternativen Verwendungszwecken zurzeit noch als Sondermüll deponiert werden. "Im Jahr 2004 werden in Europa bis zu 15.000 Tonnen derartiger Reststoffe anfallen" prognostiziert Prof. Dr. Dr. Friedrich Klein, Leiter des Europäischen Kompetenzzentrums (EKZ) Metallguss an der Fachhochschule Aalen.

Wie dieser Magnesium-Sondermüll recycelt werden kann, ist Forschungsinhalt eines von der Europäischen Union (EU) mit 500.000 EUR geförderten Vorhabens. In dem auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojekt erarbeitet die Fachhochschule Aalen gemeinsam mit einem dänischen Forschungsinstitut sowie sechs mittelständischen Unternehmen aus Dänemark, Norwegen, Österreich und Deutschland ein zukunftsweisendes Konzept des Magnesiumrecyclings.

Die Aalener Wissenschaftler Markus Rudat und Thomas Weidler im EKZ Metallguss an der FH Aalen sind zuversichtlich, mit ihrer angedachten Technologie einen Großteil des bisher als Sondermüll deklarierten Aufkommens an Spänen und sonstigen Partikeln aus Magnesium dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen zu können. "Wir helfen nicht nur Sondermüll zu vermeiden, sondern leisten mit dem Projekt auch einen wichtigen Beitrag zur Einsparung von Energie bei der Erzeugung von Primär-Magnesium", so Dipl.-Ing. (FH) Markus Rudat.

Ein wichtiger Meilenstein wurde mit Inbetriebnahme der Reinigungsanlage erreicht. Mit dieser neuen Technologie wird es möglich sein, von den Spänen und sonstigen Reststoffen Schmierstoff- und ölhaltige Anhaftungen jeglicher Art zu entfernen. Erste Versuche verliefen sehr erfolgsversprechend. Einen detaillierten Bericht wird die FH Aalen im 2.Quartal 2002 vorlegen.

Ausführlich vorgestellt wird das Vorhaben auf der Homepage der FH Aalen unter http://www.fh-aalen.de/remaca

. Dort wird über den aktuellen Stand der Arbeiten fortlaufend berichtet.

Das Vorhaben mit dem Arbeitstitel REMACAF (Recycling of Magnesium Chips And Flash/Fines) ist Teil einer Vielzahl bereits erfolgreich abgeschlossener Forschungsvorhaben rund um das Thema Magnesium beim EKZ Metallguss.


Kontakt:

EKZ Metallguss an der Fachhochschule Aalen, Beethovenstr.1, 73430 Aalen,

Dipl.-Ing.(FH) Markus Rudat,
Tel. 07361 / 576-255, Fax 07361 / 576-270, E-Mail: markus.rudat@fh-aalen.de

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Weidler
Tel. 07361 / 576-267, Fax 07361 / 576-270, E-Mail: thomas.weidler@fh-aalen.de

Dr. Marc Dressler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aalen.de/remacaf

Weitere Berichte zu: EKZ Magnesium Metallguss Sondermüll

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie beeinflusst bioaktives Glas Immunzellen?
17.06.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Was kann die Schifffahrt von der Hirnforschung lernen?
10.06.2020 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Im Focus: Robuste Materialien in Schwingung versetzt

Kieler Physikteam beobachtet in Echtzeit extrem schnelle elektronische Änderungen in besonderer Materialklasse

In der Physik werden sie zurzeit intensiv erforscht, in der Elektronik könnten sie ganz neue Funktionen ermöglichen: Sogenannte topologische Materialien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

09.07.2020 | Physik Astronomie

Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen

09.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Selbstadaptive Systeme: KI übernimmt Arbeit von Software-Ingenieuren

09.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics