Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer ISI erstellt Leitfäden zum Innovationsmanagement von Biotechnologieunternehmen

25.03.2002


Probleme junger und etablierter Unternehmen sind sich teilweise ähnlich / Kenntnis des Marktumfeldes selten ausreichend / einige wenige Methoden helfen den meisten Firmen

Sowohl junge als auch etablierte Biotechnologieunternehmen führen meist keine systematische Technologie-, Wettbewerbs- und Kundenanalyse durch. Das zeigen jüngste Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, zum Innovationsmanagement in Biotechnologieunternehmen. Die Untersuchung wurde von der Stiftung Industrieforschung finanziell unterstützt.

Unternehmensgründer respektive das Management junger Biotechnologie-Start-ups haben demnach zwar einen relativ guten Überblick über den "State of the Art" in ihren Fachgebieten. Doch verhindern die vielfältigen Aufgaben in der Gründungsphase eine effiziente Analyse des technologischen Umfelds. Bei etablierten Biotechnologieunternehmen stellt sich dagegen das Problem, technologisch "über den eigenen Tellerrand" hinaus zu blicken und die Erkenntnisse angrenzender Technikfelder in das eigene Portfolio zu integrieren.

Das Fraunhofer ISI hat daher eine Reihe von Konzepten und Instrumenten für das Innovationsmanagement junger sowie etablierter Biotechnologieunternehmen ausgearbeitet und dazu zwei Leitfäden erstellt, die beim Institut als CD-Rom zu beziehen sind. Sie zeigen, dass einige wenige Konzepte und Instrumente die meisten Unternehmen beim Innovationsmanagement unterstützen können. Das notwendige Know-how und die dazu erforderlichen personellen und materiellen Ressourcen können selbst kleine und mittelständische Unternehmen bereitstellen. Die Methoden versprechen zudem eine deutliche Steigerung der Effizienz.

Beim Technologiemanagement fiel den Fraunhofer-Forschern beispielsweise das Fehlen geeigneter Instrumente des FuE-Controllings auf. Außerdem haben junge wie bereits länger bestehende Biotechnologieunternehmen Schwierigkeiten, neue technologische Entwicklungen zu bewerten und erfolgversprechende Forschungsprojekte herauszufiltern.

Die meisten jungen Firmen verfügen ferner über zu geringe Erfahrungen in der Marktforschung und Analyse der Kundenbedürfnisse. Dies gilt insbesondere für Märkte, die aufgrund der Neuartigkeit der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen erst im Entstehen begriffen sind, was typisch ist für die moderne Biotechnologie. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen in der Marktbearbeitung sind etablierte Unternehmen davon nicht in so starkem Maße betroffen. Besondere Probleme haben viele Neulinge bei der Erschließung von Märkten in Übersee. Den Start-ups fehlen oftmals Informationen über die zu wählende Strategie. Häufig mangelt es auch an geeigneten Distributionspartnern sowie an Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung.

Das schnelle Wachstum vieler Unternehmen erfordert zudem eine relativ schnelle Anpassung der Organisationsstruktur. Bei 20 bis 30 Beschäftigten ist der Wechsel von einem flexiblen, selbstorganisierenden Unternehmen zu einer stärker geregelten Organisation von Nöten. Manchmal auch schon früher. Dieser Wechsel klappt oftmals nicht reibungslos.

Da die meisten Biotechnologieunternehmen mit anderen Firmen oder Einrichtungen in Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten, ist ferner ein effizientes Kooperationsmanagement wichtig. Doch bestehen häufig Schwierigkeiten bei der Suche und Auswahl geeigneter Partner. Die Gründe sind oft unterschiedliche Arbeitsweisen oder Interessenslagen. Hinzu kommt die Furcht vor dem Abfluss des Know-hows aus dem eigenen Unternehmen.

Schließlich fällt es den jungen wie etablierten Biotechnologieunternehmen schwer, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Den Kandidaten mangelt es meist an ausreichenden Managementerfahrungen, an erforderlichen Spezialkenntnissen beispielsweise in der Bioinformatik oder an Erfahrungen über moderne Verfahren der Bio- und Gentechnik. Außerdem ist die Personalentwicklung zahlreicher Unternehmen noch stark rudimentär.

Auf diese und weitere Details gehen die Leitfäden explizit ein. Sie sind insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet. Die Leitfäden können auf der Internet-Seite vom Fraunhofer ISI  eingesehen werden.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Gerhard Samulat | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2002de/pri032002.htm
http://www.isi.fhg.de/ir/CD/CD-Index.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt
25.05.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics