Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

110 Millionen Euro für nachhaltigen Umgang mit Lebensquelle Wasser

20.03.2002



Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützte 540 Gewässer-, Wasser- und Abwasser-Projekte


"Schon jetzt hat mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Es wird höchste Zeit, sich der Bedeutung dieses zentralen Umweltproblems endlich bewusst zu werden." - Mit diesen Worten unterstreicht Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, anlässlich des Internationalen Tag des Wassers am 22. März die Bedeutung der DBU-Förderbereiche Gewässer, Wasser und Abwasser für den globalen Umweltschutz: "Zum Schutz der lebenswichtigen Ressource Wasser haben wir 540 Projekte mit 110 Millionen Euro unterstützt." Dabei reicht die Vielfalt der Projekte von Pflanzenkläranlagen und Renaturierungsmaßnahmen bis zur Unterstützung internationaler Projekte für den Gewässerschutz. "Aktuelle Zahlen belegen, dass sich der Wasserverbrauch global in den letzten 50 Jahren vervierfacht und die Wasserqualität weltweit stetig abgenommen hat", betont Brickwedde. Projekte rund um dieses Thema blieben daher auch zukünftig ein Schwerpunkt in der Fördertätigkeit der Stiftung.

Internationales Engagement für Schutz von Trinkwasser lebenswichtig



Der internationale Charakter von Projekten gewinne auch hier an Bedeutung: "Die Hauptursache für die weltweit immer bedrohlichere Wasserknappheit sind Verschwendung und Verschmutzung. Maßnahmen zur Bewältigung dieses Problems dürfen daher nicht von Ländergrenzen beschnitten werden", betonte Brickwedde. So unterstütze die DBU mit 200.000 Euro Projekte in Lettland, Litauen und Estland, mit denen durch Wissenstransfer die Etablierung einer umweltfreundlichen Abwasserbeseitigung gefördert werde. Deutsche Ingenieurbüros wollen besonders im ländlichen Raum Osteuropas den Betrieb von Pflanzenkläranlagen vorantreiben.

Unterstützung für osteuropäische Projektpartner

Bereits erfolgreich abgeschlossen sei ein Projekt des Planungsbüros für Gewässerschutz (KLS) in Hamburg. Dieses habe gemeinsam mit der Stadt Swardzez (Polen), der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, der TU Posen und weiteren kompetenten polnischen Partnern ein Konzept für die Revitalisierung des Seenverbundes der Cybina (Polen) entworfen. "Dass die Effekte von Umweltschutz nicht an Ländergrenzen halt machen, verdeutlicht auch dieses Projekt. Die Cybina mündet über die Warta in die Oder. Umweltentlastung in Polen spürt man somit auch auf deutscher Seite", hob Brickwedde hervor. Die DBU förderte dieses Vorhaben mit 100.000 Euro.

Verschmutzung von Trinkwasser gefährdet weltweit Versorgung

Bis zu 50 Kubikmeter Wasser verbrauchen deutsche Bürger jährlich; 25-mal so viel, wie ein Bewohner Somalias zur Verfügung habe. Dabei gehe weltweit immer mehr wertvolles Trinkwasser durch Verschmutzung verloren, da nur fünf Prozent aller Abwässer der Erde gereinigt würden. Umso wichtiger sei es, Giftstoffe im Trinkwasser schnell zu erkennen. Dabei scheitere eine schnelle Vor-Ort-Analyse oft noch an den aufwändigen Labortests. Das NORDUM Institut für Umwelt und Analytik aus Kessin (Mecklenburg-Vorpommern) wolle mithilfe einer DBU-Förderung von 76.000 Euro einen innovativen Biosensor entwickeln, mit dem laborunabhängig Schadstoffe nachgewiesen werden könnten. Dieser Sensor basiere auf Hefezellen, die, eingebracht in das zu untersuchende Wasser, als Reaktion auf bestimmte Giftstoffe ihre Gärung verlangsamen. Bei einem positiven Befund könne dann ein Labor die genaue Zusammensetzung der Schadstoffe ermitteln. Der Preis von unter fünf Euro mache eine große Nachfrage nach diesem neuen und auch für den Laien unkomplizierten Messverfahren möglich. "Erneut beweist hier ein mittelständisches Unternehmen, dass innovative Ideen im Umweltschutz nicht teuer sein müssen", freute sich Brickwedde.

Weltweite Inititiave zum Schutz der großen Seen

Auch das Engagement der internationalen Initiative "Living Lakes", die die großen Seen der Erde als Trinkwasserreserven schützen will, fand in drei Projekten Unterstützung durch die DBU. Insgesamt 287.000 Euro investierte die europaweit größte Umweltstiftung unter anderem in den Aufbau eines Netzwerkes zwischen den 37 bisher beteiligten Seen vom Bodensee über den sibirischen Baikalsee bis zum Biwa See in Japan. "Diese Seen müssen vor einer weiteren Verschmutzung bewahrt werden, um den für die Trinkwasserversorgung notwendigen intakten Wasserkreislauf nicht zu gefährden", hob Brickwedde hervor. In einem Land wie Deutschland, dessen öffentliches Kanalnetz in seiner Länge der Distanz von der Erde bis zum Mond (400.000 Kilometer) entspräche, sei es nicht vorstellbar, dass nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation alle zwölf Sekunden ein Mensch an den Folgen von unreinem Wasser stirbt. Industrienationen wie Deutschland käme eine Vorbildfunktion zu, da hier Wasser jederzeit und billig zur Verfügung stehe.

Katja Diehl | DBU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Modellierung zeigt optimale Größe für Platin-Katalysatorpartikel Aktivität von Brennstoffzellen-Katalysatoren verdoppelt
03.07.2019 | Technische Universität München

nachricht Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?
14.06.2019 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Im Focus: Artificial neural network resolves puzzles from condensed matter physics: Which is the perfect quantum theory?

For some phenomena in quantum many-body physics several competing theories exist. But which of them describes a quantum phenomenon best? A team of researchers from the Technical University of Munich (TUM) and Harvard University in the United States has now successfully deployed artificial neural networks for image analysis of quantum systems.

Is that a dog or a cat? Such a classification is a prime example of machine learning: artificial neural networks can be trained to analyze images by looking...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

Schwarze Löcher und unser Navi im Kopf: Wissenschaftsshow im Telekom Dome in Bonn

11.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Versteckte Dynamik in neuronalen Netzwerken entdeckt

16.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer: What’s next?

16.07.2019 | Messenachrichten

GFOS auf der Zukunft Personal Europe: Workforce Management weitergedacht

16.07.2019 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics