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Sonderforschungsbereich für weitere drei Jahre bewilligt

30.06.2001


Der seit 1.7.1998 an der Universität Dortmund eingerichtete Sonderforschungsbereich 559 ’Modellierung großer Netze in der Logistik’ ist mit erweitertem Forschungsinhalt für drei weitere Jahre bis zum 30.6.2004 genehmigt worden. Damit finanziert der SFB mit einer jährlichen Fördersumme von 2,3 Mio. Mark insgesamt 16,5 Mitarbeiterstellen pro Jahr. Ziel des SFB ist es, eine Theorie zur Beherrschung von großen Netzen in der Logistik zu entwickeln, damit diese gestaltet, organisiert und gesteuert werden können. Die angestrebten Ergebnisse sind geeignet, der Fachrichtung Maschinenbau mit dem Arbeitsgebiet Logistik völlig neue Impulse zu geben. Mit den erarbeiteten Grundlagen der Modellierung großer Netze in der Logistik kann ein wissenschaftlicher und anwendungsbezogener Vorsprung im internationalen Vergleich erzielt werden. SFB-Sprecher ist Prof. Dr.-Ing. Axel Kuhn, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Institutes für Materialfluss und Logistik sowie Inhaber des Lehrstuhls für Fabrikorganisation an der Universität Dortmund.

Gegenstand des Forschungsbereichs
Große Netze der Logistik entstehen überall dort, wo eine große Zahl meist unterschiedlicher Objekte (Transporteinheiten) über mehrere Stationen durch teilweise wechselnde Verkehrsträger transportiert werden. Je nach Eingrenzung und Standpunkt bezeichnet man diese Logistiksysteme als Zulieferernetzwerke, Produktionsnetze, Distributionsnetze, Gütertransportnetze, Behälterkreisläufe, Verkehrsnetze usw. Die Komponenten dieser großen Netze (z. B. Personen, Firmen, Ressourcen, Aufträge) sind durch eine Vielzahl unterschiedlicher Beziehungen miteinander verknüpft. Die Vernetzungsgrade sind hoch, insbesondere weil die Leistungsexplosion der Kommunikationstechnik dies fördert. Die derzeitigen Entwicklungen in großen Logistiknetzen äußern sich in neuen Zusammensetzungen und Gesetzmäßigkeiten. So wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer netzwerkbasierter Unternehmensstrukturen wie strategische Allianzen, Joint Ventures, Zulieferketten, fraktale Fabriken und virtuelle Unternehmen sowie prozessorientierte Organisationsformen propagiert, aber nur sehr zögerlich diskutiert. Es wird immer schwieriger, die großen Netze der Logistik zu beherrschen und zu steuern. Gründe dafür sind Konflikte im Zielsystem, Autonomie der beteiligten Unternehmen, keine rein lokale Auswirkung der zu gestaltenden oder zu steuernden Maßnahmen sowie die Tendenz zur Eigendynamik.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Nachwuchsförderung


Beteiligt waren von Anfang an verschiedene Lehrstühle der Fakultäten Maschinenbau und Informatik in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Seit dem 1. Juli 2001 wurde der interdisziplinäre Fokus erweitert durch Lehrstühle aus dem Fachbereich Statistik und Informatik sowie durch den neu geschaffenen Lehrstuhl für Verkehrssysteme und -logistik im Fachbereich Maschinenbau.

Dem Wunsch der Deutschen Forschungsgesellschaft nach Förderung von Nachwuchswissenschaftlern wurde dadurch Rechnung getragen, dass ein Teil-Projekt ausschließlich, und zwei weitere Teilprojekte teilweise von Nachwuchswissenschaftlern geleitet werden.

Wettbewerb findet künftig zwischen Netzen statt
Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass die Anforderungen an logistische Netze dramatisch gestiegen sind. Diese Entwicklung und die damit einhergehenden Probleme hat der Sonderforschungsbereich nicht nur absolut treffsicher vorausgesagt, sondern auch in seinem wissenschaftlichen Programm bereits antizipiert. Da die Komplexität und Veränderungsdynamik, die es in großen Netzen der Logistik zu beherrschen gilt, weiter zunehmen, verschärfen sich die damit einhergehenden Probleme ebenfalls. Die nachhaltige Verfolgung der mit dem Sonderforschungsbereich eingeleiteten Forschungslinien wird somit noch dringlicher.

Zur Umsetzung seiner Forschungsaktivitäten hat sich der SFB mit drei neuen Teilprojekten ’Modellierung von Seehafenhinterlandverkehren und deren Integration in trimodale Transportnetze’, ’Methoden der Informationsgewinnung’ und ’Multikriterielle Entscheidungsfindung’ neu aufgestellt.

Weitere Informationen:
Dr.-Ing. Sigrid Wenzel (Geschäftsführerin und wissenschaftliche Koordinatorin), Tel. (0231) 97 43 - 138

Klaus Commer | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb559.uni-dortmund.de/

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