Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Wissenschaft zur Anwendung: Stifterverband zeichnet moderne Katalysatorforschung aus

24.01.2002


Wirtschaft und Umwelt profitieren von den Arbeiten der Preisträger Prof. Dr. Ferdi Schüth und hte Aktiengesellschaft

Für seine innovativen Arbeiten zur Entwicklung von industrierelevanten Hochdurchsatzverfahren in der Katalyseforschung wurde Prof. Dr. Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim/Ruhr, zusammen mit dem Vorstand der Firma hte mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ausgezeichnet. Der Präsident des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, überreichte den Preis am 22. Januar 2002 anlässlich eines Max-Planck-Forums in München.

Der Stifterverband vergibt den mit 50 000 € dotierten Preis seit 1998 für die erfolgreiche Verbindung von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung. Die Verwendung des Preisgeldes ist an Forschungsaufgaben gebunden. In der Entscheidung der Kommission wurde besonders hervorgehoben, dass die grundlegenden Forschungsarbeiten von Professor Schüth von der Firma hte (the high throughput experimentation company) in Heidelberg nicht nur bereits wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden konnten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Katalysator-Substanzen in winzigen Mengen steuern mehr als 90 Prozent aller modernen Prozesse in der chemischen Industrie. Verbesserungen an bekannten Katalysatoren oder die Entdeckung neuer, effizienterer Katalysatoren führen in der Regel zu erheblichen Rohstoff- und Energieeinsparungen. Die Anwendungen erstrecken sich von chemischen Produktionsprozessen über die Nutzung neuer Energieträger bis hin zur Abgasreinigung in Fahrzeugen und Kraftwerken.

Von den Preisträgern wurde eine umfassende Methodologie und Technologieplattform erarbeitet und zu Patenten angemeldet. Durch hochparallelisiertes und automatisiertes Arbeiten wird die Arbeit so effizient gestaltet, dass der Durchsatz an getesteten Materialien um den Faktor 100 und mehr gesteigert werden kann. Durch die ausgezeichnete technische Anschlussfähigkeit kann die Methodologie ohne größere Adaption in die bisherige Katalyseforschung eingebunden werden. Die Tauglichkeit des technologischen Ansatzes ist unter anderem durch langfristige Forschungskooperationsverträge mit weltweit in der technischen Katalyse führenden Unternehmen indiziert; erste neuartige Katalysatormaterialien wurde bereits entdeckt.

Die Firma hte Aktiengesellschaft wurde 1999 nach nur drei Jahren akademischer Forschung von den Preisträgern gegründet, um die entwickelten Verfahren kommerziell zu nutzen. Mittlerweile beschäftigt hte 50 Mitarbeiter, die 2000 einen Jahresumsatz von rund 5 Mio. Euro erwirtschafteten. Zudem sind eine Reihe von Zulieferern eingebunden und dadurch weitere Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert.

Die entwickelte Technologie steht für den vorbildlichen Transfer akademischer Forschungsergebnisse in die industrielle Praxis und entspricht somit dem Geist des Innovationspreises des Stifterverbandes in hervorragender Weise.

Der Wissenschaftspreis des Stifterbandes wurde erstmals 1998 verliehen. Preisträger waren Prof. Dr. Gregor Morfill, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, für neue Anwendungen der Messwert-Analyse (1998), Prof. Dr. Peter Gruss und Prof. Dr. Herbert Jäckle, beide Direktoren am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, für ihre Forschung auf dem Gebiet der Biotechnologie (1999), sowie Prof. Dr. Joseph Straus, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht für seine Forschung auf dem Gebiet des Patentschutzes gentechnischer Erfindungen (2000).

Anlässlich der Preisverleihung fand am 22. Januar 2002 um 19 Uhr im Max-Planck-Haus am Hofgarten, München, ein Max-Planck-Forum mit dem Titel: "Zwischen Labor und Börse - Wie viel Wirtschaft verträgt die Wissenschaft?" statt..

Die Diskussion wurde von BR-Alpha, dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks, aufgezeichnet und am 23. März 2002 um 22.30 Uhr in der Reihe "Denkzeit" gesendet.

Dr. Bernd Wirsing | Presseinformation
Weitere Informationen:
http://www.mpi-muelheim.mpg.de/kofo/
http://www.stifterverband.org/
http://www.forum.mpg.de/

Weitere Berichte zu: Katalysator Katalyseforschung Stifterverband

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Hightech-Analytik besser erkennen, ob der Krebs zurückkehrt
11.02.2020 | Deutsches Krebsforschungszentrum

nachricht Dem Blick folgen – Die Handprothese verbessern
11.02.2020 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Im Focus: Making the internet more energy efficient through systemic optimization

Researchers at Chalmers University of Technology, Sweden, recently completed a 5-year research project looking at how to make fibre optic communications systems more energy efficient. Among their proposals are smart, error-correcting data chip circuits, which they refined to be 10 times less energy consumptive. The project has yielded several scientific articles, in publications including Nature Communications.

Streaming films and music, scrolling through social media, and using cloud-based storage services are everyday activities now.

Im Focus: Nanopartikel können Zellen verändern

Nanopartikel dringen leicht in Zellen ein. Wie sie sich dort verteilen und was sie bewirken, zeigen nun erstmals hochaufgelöste 3D-Mikroskopie-Aufnahmen an BESSY II. So reichern sich bestimmte Nanopartikel bevorzugt in bestimmten Organellen der Zelle an. Dadurch kann der Energieumsatz in der Zelle steigen. „Die Zelle sieht aus wie nach einem Marathonlauf, offensichtlich kostet es Energie, solche Nanopartikel aufzunehmen“, sagt Hauptautor James McNally.

Nanopartikel sind heute nicht nur in Kosmetikprodukten, sondern überall, in der Luft, im Wasser, im Boden und in der Nahrung. Weil sie so winzig sind, dringen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

„Kiss and Run“ zur Abfallverwertung in der Zelle

14.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kurze Impulse mit großer Wirkung

14.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

ESO-Teleskop sieht die Oberfläche des schwächelnden Beteigeuze

14.02.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics