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Forschende Arzneimittelhersteller setzen weiter auf Innovationen

17.01.2002


Die forschenden Arzneimittelhersteller treiben den medizinischen Fortschritt weiter voran: Rund 310 erfolgversprechende Projekte zur Entwicklung neuer, besserer Arzneimittel, die bis zum Jahr 2004 zum Erfolg führen könnten, befinden sich derzeit weltweit bei den Mitgliedsunternehmen des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in der letzten Phase der klinischen Prüfung oder stehen kurz vor der Zulassung. Das ergab eine Umfrage des Verbandes bei seinen Mitgliedsunternehmen. "Die forschenden Arzneimittelhersteller stehen für Innovationen. Sie wollen therapeutischen Fortschritt dauerhaft für alle Patienten sicherstellen", betonte heute VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer und verwies auf die neue Ausgabe des VFA-Forschungsführers "Forschung für das Leben", der einen Überblick liefert, an welchen Krankheiten die Unternehmen forschen.

Ein Großteil der Projekte betrifft Volkskrankheiten wie Herz-/Kreislauferkrankungen, Krebs, psychische Erkrankungen, Asthma, Infektionen oder Störungen des Zentralnervensystems wie zum Beispiel der Alzheimerschen Krankheit. Zu den Durchbrüchen, die erwartet werden, zählen unter anderem ein monoklonaler Antikörper gegen Asthma, ein inhalatives Insulin, neue Therapiekombinationen bei Hepatitis B und C, ein gentherapeutisches Arzneimittel gegen Krebs, ein Pflaster gegen Parkinson und ein neues Arzneimittel gegen Sepsis. Acht Unternehmen forschen an Projekten mit völlig neuen Therapiekonzepten, bei denen zum Beispiel mit Hilfe der Gentherapie die Herstellung des Wirkstoffes in den Köper des Patienten verlagert wird, beziehungsweise der Zelltherapie, bei der der Funktionsausfall von bestimmten Zellen durch die Zugabe von Zellpräparaten von außen kompensiert werden soll.

"Täglich geben die forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland fast neun Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung neuer und besserer Medikamente aus. Im Jahr 2000 waren es rund 3,1 Milliarden Euro insgesamt", sagte Yzer. Auf die 45 VFA-Mitgliedsunternehmen entfallen etwa zwei Drittel des Umsatzes auf dem deutschen Arzneimittelmarkt und mehr als 80 Prozent des Exports. Rund 15.000 Mitarbeiter sind für die Erforschung und Entwicklung neuer Arzneimittel tätig. Bis ein neues Medikament den Patienten zur Verfügung steht, sind zehn bis zwölf Jahre für seine Erforschung und Entwicklung vergangen. Im Schnitt kostet dieser Prozess rund 500 Millionen US-Dollar.

"Die aktuellen Forschungsprojekte werden dazu beitragen, die Erfolgsgeschichte innovativer Arzneimittel fortzusetzen", unterstrich die VFA-Hauptgeschäftsführerin. Als Beispiele für den Erfolg der Arzneimittelforschung in jüngster Vergangenheit nannte Yzer unter anderem die Fortschritte bei der Insulintherapie für Diabetiker, bessere Behandlungsmöglichkeiten bei Brust- und Dickdarmkrebs, neue Kombinationstherapien bei Hepatitis und eine Verringerung der Krankheitsschübe bei Multipler Sklerose.

"Trotz aller Erfolge sind die Herausforderungen aber weiterhin immens", sagte Yzer. Sie verwies darauf, dass von den 30.000 Krankheiten, die die Medizin heute kennt, erst ein Drittel adäquat behandelt werden können.

Marc Rath | ots

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