Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Müllberg und Klimakollaps - für Jugendliche die wichtigsten Umweltthemen

14.12.2001


Wachsende Müllberge, Wasserverschmutzung und Klimazerstörung sind für Jugendliche in Deutschland die größten Umweltprobleme. Gleich danach folgen Tierschutz, Atommüll und die Zerstörung der Regenwälder. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von Greenpeace. Die Ergebnisse der 207 befragten Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren heben sich damit von altersunabhängigen Umfragen ab, in denen das lokale Umweltproblem Straßenverkehr und Abgase an erster Stelle steht (Umweltbundesamt 2000). Greenpeace ließ mit der Untersuchung einen seit zwei Jahren andauernden Trend beleuchten, wonach sich immer mehr junge Menschen aktiv für den Umweltschutz einsetzen.

Die Umfrage zeigt, dass Jugendliche mit zunehmendem Alter weniger die Probleme vor der eigenen Haustür beunruhigen. Dafür nehmen sie globale Umweltbedrohungen stärker wahr. So zählen für die 14 bis 16-jährigen vor allem Müll, Wasserverschmutzung und Tierschutz zu den Topthemen, den älteren Jugendlichen ab 16 Jahren sind dagegen die Klima- und Atommüllprobleme wichtiger. Ein überraschendes Ergebnis der Untersuchung: Für die Gewichtung der Umweltprobleme spielt das Haushaltseinkommen der Eltern eine Rolle. Die Hälfte der befragten Jugendlichen aus gering verdienenden Haushalten nennen das Umweltproblem Abgase an erster Stelle, dessen Bedeutung bei Jugendlichen aus hohen Einkommensschichten auf unter 20 Prozent sinkt. Hier ist die Müllproblematik am wichtigsten. Auch die Sorge um die Zerstörung der Regenwälder steigt proportional zum Haushaltseinkommen.

"Die riesigen Mengen von Abfall, die jeden Tag in den Müllschlucker wandern, sind der Anfang vom Ende der heilen Welt, in der man als Kind zu leben glaubt", erzählt die 19-jährige Clara Buer, die bei Greenpeace ein "Freiwilliges ökologisches Jahr" absolviert. "Man fängt an und verteilt die Reste des Wochenendeinkaufs in den Papiereimer, den Glascontainer und in die Biotonne. Doch je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass der Müllberg nur die Spitze des Eisbergs ist. Je mehr ich von der Abholzung der letzten Urwälder, vom Treibhauseffekt und von den Risiken der Atomkraft weiß, desto mehr erkenne ich, dass es mit Mülltrennen nicht getan ist."

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermittelte in diesem Jahr, dass sich sieben Prozent aller Jugendlichen bereits für den Umweltschutz engagieren. Auch bei Greenpeace hat sich die Zahl der jungen Umweltschützer seit 1999 auf insgesamt 300 verdoppelt. Seit 1997 bietet die Umweltorganisation Jugendlichen innerhalb der ehrenamtlichen Arbeit die Möglichkeit, sich für kürzere oder längere Zeit an Kampagnen und Jugendaktivitäten zu beteiligen. "Greenpeace-Jugendliche wollen zu den Themen arbeiten, die sie am meisten interessieren, und zwar in eigenständigen Teams", sagt Dr. Dietmar Kress, Koordinator für Kinder- und Jugendprojekte bei Greenpeace.

Dr. Dietmar Kress | ots
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de

Weitere Berichte zu: Abgas Haushaltseinkommen Müllberg Tierschutz Umweltproblem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Behandlungsangebot für Tumoren der Knochen und Weichteile
21.02.2020 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Kommunikation und Schutz vor Austrocknung: Schmelzverhalten erklärt biologische Funktion der Wachsschicht von Ameisen
19.02.2020 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics