Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für die Mikro-Fabrik der Zukunft

10.12.2001


Virtuelles Unternehmen zur Fertigung von Mikrosystemen im Forschungszentrum Karlsruhe aus der Taufe gehoben

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen verfügen meist nicht über ausreichende Ressourcen, um alle Fertigungsschritte für komplexe Mikrosysteme im eigenen Haus zu bewältigen. Sie sind Spezialisten für wenige Prozesse der Mikrotechnik, beispielsweise für Spritzguss, Beschichtung oder Mikroelektronik. Wegen dieser Spezialisierung entgehen den Unternehmen viele Aufträge für Mikrosysteme, die über ihre Kernkompetenz hinausgehende Fähigkeiten erfordern. Die benötigte zusätzliche Kompetenz ist aber oft bei anderen Unternehmen vorhanden. Hier setzt ein Verbundprojekt an, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 4 Mio. DM gefördert wird: 11 Unternehmen bündeln ihre Fähigkeiten im virtuellen Unternehmen MikroWebFab. Koordiniert wird die Zusammenarbeit vom Forschungszentrum Karlsruhe. Am 12. Dezember 2001 fällt der Startschuss.

Ziel von MikroWebFab ist der Aufbau eines Kompetenznetzwerkes, in dem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ihr spezifisches Know-how und einen Teil ihrer Produktionskapazität zur Verfügung stellen. Damit wollen sie gemeinsam in einem Markt Fuß fassen, der ihnen bislang aufgrund seiner Anforderungen vor allem an komplizierte Fertigungstechnologien und interdisziplinäres Know-how verschlossen war.

"Das gemeinsame virtuelle Unternehmen ist dann in der Lage, seinen Kunden eine komplette Betreuung für Entwicklung, Fertigung und Servicedienstleistungen anzubieten", erläutert der Projektkoordinator Dr. Ulrich Gengenbach vom Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe. "Wo die Schnittstellen zwischen den einzelnen Verbundpartnern liegen, ist für den Kunden nicht wichtig: Sein Auftrag wird aus einer Hand erfüllt."

Hierzu arbeiten elf kleine und mittelständische Unternehmen zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt der Entwicklung und Erprobung des virtuellen Unternehmens MikroWebFab anhand zweier Referenzprodukte, eines magnetoresistiven Sensors und eines Bioanalysesystems, im Rahmen des Förderkonzeptes "Mikrosystemtechnik 2000+" mit mehr als 4 Mio. DM. Der offizielle Startschuss für MikroWebFab fällt am 12. Dezember 2001 in Karlsruhe.

Neben der Koordination des Projektes liegen die Beiträge des Forschungszentrums in der Entwicklung von Werkzeugen zur Steuerung der firmenübergreifenden Produktions- und Logistikkette, der Entwicklung der Organisations- und Kommunikationsstruktur des virtuellen Unternehmens und der Unterstützung der Entwicklungsprozesse der Referenzprodukte durch Wissensdatenbanksysteme.

Beratend beteiligt ist auch das Team des Industrieforums Mikrofertigungstechnik (FIF), einer Initiative des Forschungszentrums Karlsruhe zur Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers im Bereich Mikrosystemtechnik. Beim FIF-Team handelt es sich um ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern des Forschungszentrums, das Erfahrungen in verschiedenen Disziplinen der Mikrosystemtechnik mitbringt und laufend in vielen Projekten mit der Industrie zusammenarbeitet.

Ziel des Forschungszentrums ist es, mit diesem Projekt der klein- und mittelständischen Industrie neue Wege zur Zusammenarbeit in der Mikrosystemtechnik aufzuzeigen und der weiteren Verbreitung der Mikrosystemtechnik neue Impulse zu geben.

Inge Arnold | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht „Fingerabdruck“ überführt Lebensmittelfälscher
29.11.2019 | Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

nachricht Tätowierungen entfernen mit Laser und Ultraschall - Forschungsprojekt entwickelt neues Verfahren
27.11.2019 | Technische Hochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Im Focus: Auxetische Membranen - Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Die Natur macht es vor: Ein Kälbchen, das am Euter der Mutterkuh Milch saugt, nutzt eine faszinierende physikalische Eigenschaft der Kuhzitze: Diese besteht...

Im Focus: Meteoritengestein ist "bessere Diät"

Archaeon kann Meteoritengestein aufnehmen – und sich davon ernähren

Das Archaeon Metallosphaera sedula kann außerirdisches Material aufnehmen und verarbeiten. Das zeigt ein internationales Team um Astrobiologin Tetyana...

Im Focus: The coldest reaction

With ultracold chemistry, researchers get a first look at exactly what happens during a chemical reaction

The coldest chemical reaction in the known universe took place in what appears to be a chaotic mess of lasers. The appearance deceives: Deep within that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was gehört auf die Trendliste für 2020?

05.12.2019 | Unternehmensmeldung

Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

05.12.2019 | Energie und Elektrotechnik

Schweizer Weltraumteleskop CHEOPS: Raketenstart voraussichtlich am 17. Dezember 2019

05.12.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics