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Das Gebirge der Menschwerdung

19.01.2006


DFG fördert Forschergruppe, die in Uganda den Ursachen und Wurzeln der Menschwerdung auf der Spur ist



"Rift Dynamics, Uplift and Climate Change in Equatorial Africa: Interdisciplinary Research linking Asthenosphere, Lithosphere, Biosphere and Atmosphere", kurz RIFT-LINK, so lautet der offizielle Titel eines Projekts, das eine Forschergruppe bearbeitet, deren Förderung für die kommenden drei Jahre der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf seiner letzten Sitzung beschlossen hat. Sprecher der Gruppe ist der Frankfurter Geophysiker Prof. Georg Rümpker. Das Fördervolumen beträgt rund 1 Mio. Euro pro Jahr.



Rümpker äußerte sich zufrieden: "Das ist eine Bestätigung für die bislang geleistete Vorarbeit, das hohe Forschungsniveau und die enge Kooperation der Geowissenschaften in der Wissensregion RheinMain. Wenn wir im kommenden Jahr das neue Geozentrum auf dem Campus Riedberg beziehen, werden sich die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessern, was auch diesem Projekt zu Gute kommen wird." Die Vorarbeiten zum Projekt, ursprünglich initiiert vom ehemaligen Mainzer Geologen Prof. Uwe Ring, der jetzt von Neuseeland aus mit der Gruppe kooperiert, laufen bereits seit 2003.

Beteiligt sind in Deutschland Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt und Mainz, der TU Darmstadt, der Universität Heidelberg, der FU Berlin und des GeoForschungsZentrums Potsdam.

Doch was soll erforscht werden? Es geht um nichts geringeres, als die Wurzeln der Menschheit. Die Rwenzori-Berge sind Teil des ostafrikanischen Riftsystems in Uganda und erreichen mit mehr als 5.000 Metern eine ungewöhnliche Höhe in einer Region, die ansonsten von Grabenbrüchen geprägt wird. Die Forschergruppe will klären, wie es zur Gebirgsbildung kam und welchen Einfluss sie auf das Klima und die Veränderung der Ökosysteme und damit letztlich die Evolution des Menschen hatte.

Geo- und biowissenschaftliche Fragestellungen zur Geodynamik, Sedimentologie, Paläontologie, Hominiden- und Atmosphärenforschung stehen dabei auf dem Programm.

Geklärt werden sollen - unter vielen anderen Fragestellungen - die Beziehungen zwischen der Hebung des Gebirges und Klimaveränderungen, die Ursachen der extremen Hebung des Rwenzori-Gebirges im Vergleich zum übrigen Rift und vor allem, wie die biogeographische Ent-wicklung die Menschwerdung beeinflusste.

Die Ergebnisse sollen in ein Modell einfließen, das die komplexen Zusammenhänge und Beziehungen auf der Zeitachse zwischen Grabenbildung, Hebung, Klimawechsel und der Entwicklung der Fauna beschreibt.

Neben mehr als 20 WissenschaftlerInnen in Deutschland sind bis zu fünf Postdocs, 10 Doktoranden und 20 Diplomanden an dem Projekt beteiligt. Zu Partnern in Afrika zählen der Geological Survey of Uganda, Entebbe, die Departments of Geology and Physics, Makerere University, Kampala, Uganda, das National Museum of Uganda, Kampala, das Department of Geophysics, Centre de Recherche en Sciences Naturelles, Lwiro, Congo, das Department de Geologie, University of Lumbumbashi, Congo und das National Museums of Kenya, Nairobi. Für das Jahr 2008 ist eine Tagung in Uganda vorgesehen.

Derzeit fördert die DFG insgesamt 151 Forschergruppen, in denen mehrere Forscherinnen und Forscher interdisziplinär an einer besonderen wissenschaftlichen Fragestellung zusammenarbeiten. Die Förderung dieser Gruppen soll helfen, für eine mittelfristig - meist auf sechs Jahre - angelegte, enge Zusammenarbeit die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen, und dazu beitragen, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren. Der Hauptausschuss beschloss in seiner Sitzung vom 12. Januar 2006 die Förderung weiterer 19 Forschergruppen, zu der auch das RIFT-LINK Projekt zählt.

Kontakt: Prof. Georg Rümpker; Facheinheit Geophysik, Feldbergstr. 47; 60323 Frankfurt; Tel.: 069/798-24923; Fax: 069/798-23280; E-Mail: rumpker@geophysik.uni-frankfurt.de

Dr. Ralf Breyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

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