Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachhochschule Jena an EU-Projekt beteiligt: Verfahren zur Indigo-Analyse entwickelt

10.09.2001


Als "Goldenes Vlies Thüringens" war der Färberwaid einst in Thüringen bekannt. Bis ins 18. Jahrhundert machte der daraus gewonnene Farbstoff Indigo seine in der Gegend um Erfurt lebenden Hersteller reich. Heute erinnern allenfalls noch Namen wie der Waidspeicher an diese Blütezeit. Der Anbau verlor an Bedeutung, nachdem aus Südostasien Indigo eingeführt wurde, welcher aus einer Pflanze gewonnen werden konnte, die um ein zehnfaches ertragreicher war, als die in Deutschland gezüchtete. Ganz in Vergessenheit geriet der Waidanbau mit der synthetischen Herstellung des blauen Farbstoffes, der nicht nur die gleiche Qualität bezüglich der Färbeeigenschaften aufweist, sondern auch billiger gewonnen werden kann.
Derzeit wird im Rahmen eines EU-Projektes die Tradition der Indigo-Herstellung auf pflanzlicher Basis für den Einsatz als Textilfarbstoff wiederbelebt. Zum einen soll mit SPINDIGO, so die Abkürzung für den englischen Projekttitel "The Sustainable Production of Plant-derived Indigo" die Nachfrage nach auf pflanzlicher Basis hergestellten und gefärbten Stoffen, für die es inzwischen in ganz Europa einen wachsenden Kundenkreis gibt, befriedigt, zum anderen auch Landschaftspflege betrieben werden. An dem Projekt sind zehn Partner aus Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien und Spanien beteiligt.
Ausgangspunkt ist der landwirtschaftliche Anbau samt Züchtung unterschiedlicher Färberpflanzen. Das Projekt mit einer Laufzeit von Januar 2001 bis Dezember 2003 und einem Gesamtbudget von immerhin 3,5 Mio. Euro schließt sämtliche weitere Verfahrensstufen bis zur technischen Verarbeitung ein.
Einer der Partner ist die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) mit ihrem Zentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Dornburg bei Jena. Deren Aufgabe besteht primär in Anbau und Züchtung der Pflanzen.
Von der TLL erhielt die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Bernd Rudolph vom Fachbereich Werkstofftechnik der Fachhochschule Jena den Auftrag, ein normiertes Analysenverfahren zur Bestimmung des Farbstoffgehaltes der Pflanzen zu entwickeln und nachfolgend Kontroll- und Routineuntersuchungen am Pflanzenmaterial vorzunehmen. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Universitäten in Bristol bzw. Pisa.
Vom 11. bis 13. September findet in Dornburg und Jena ein Treffen der Projektteilnehmer statt, auf dem diese über Ergebnisse berichten und weitere Schritte festlegen.

Pressetermine:


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie ein, mit den Projektteilnehmern ins Gespräch zu kommen und vor Ort einzelne Verfahrensschritte der natürlichen Indigo-Gewinnung anzuschauen.

Folgende Pressetermine bieten wir Ihnen in Absprache mit der TLL an:

Dienstag, 11. September, 13 Uhr,
im Zentrum für Nachwachsende Rohstoffe, Apoldaer Straße 4 in Dornburg


und


Donnerstag, 13. September, 11.30 Uhr,
in der Fachhochschule Jena, Fachbereich Werkstoffstechnik, Analytiklabor (2. OG, Haus 3).


Über Ihr Interesse freuen wir uns.

Mit freundlichen Grüßen


Annette Sell

Annette Sell | idw

Weitere Berichte zu: Anbau EU-Projekt Indigo TLL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Räume voller Möglichkeiten für Innovationen
19.09.2019 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Modellierung zeigt optimale Größe für Platin-Katalysatorpartikel Aktivität von Brennstoffzellen-Katalysatoren verdoppelt
03.07.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics