Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller voran im Rapid Product Development

15.08.2001


Sechs Industrieunternehmen und vier Forschungsinstitute erforschten und entwickelten im internationalen Großprojekt IMS-RPD drei Jahre lang gemeinsam neue Wege, den Produktentwicklungsprozess für mechanische Teile zu beschleunigen. Sie waren dabei so erfolgreich, dass die EU nun weitere drei Jahre fördert. Das Folgeprojekt »IMS-RPD 2001« startet im Herbst.

Die Produktentwicklung bei der Prototypen- und Kleinserienfertigung durch Rapid Prototyping und Rapid Tooling beschleunigen: Dieser Aufgabe hat sich ein internationales Großforschungsprojekt unter dem Namen IMS-RPD (Intelligent Manufacturing Systems - Rapid Product Development) angenommen. IMS ist ein internationales, industrienahes Programm zur Erforschung und Entwicklung der »nächsten Generation von Produktions- und Verfahrenstechnologien«. Unternehmen und Forschungsinstitute aus Australien, Kanada, der Europäischen Gemeinschaft, Norwegen, Japan, Korea, der Schweiz und den Vereinigten Staaten sind daran beteiligt. Im Rahmen des IMS-RPD-Projekts hatten sich in Europa 1998 für zunächst drei Jahre zehn Partner aus Industrie, Dienstleistung und Forschung zusammengefunden. Die Koordination des EU-geförderten Konsortiums lag beim Fraunhofer IPA in Händen von Nico Blessing. Das erste IMS-RPD-Projekt wurde im Juli diesen Jahres erfolgreich abgeschlossen. Im Herbst startet das Folgeprojekt.

Das europäische Konsortium tauschte sich regelmäßig mit den aussereuropäischen IMS-Teilnehmern aus. Früchte dieser Zusammenarbeit waren neue Technologien für die schnellere Entwicklung und Fertigung mechanischer Bauteile. Bei den Testeilen verringerten sich die Kosten und Prozesszeiten der Produktentwicklung um bis zu 40 Prozent. »Das entsprach nicht nur den Erwartungen, sondern auch den Vorgaben der beteiligten Industriepartner«, sagt Blessing. Neben neuen Methoden und Technologien zur Herstellung von Bauteilen und Werkzeugen, die insbesondere für die Fertigung von Kleinserien geeignet sind, entwickelten die teilnehmenden Unternehmen auch Software-Lösungen für das Anfangsstadium des Produktentstehungsprozesses. »Unser Hauptziel war, Durchlaufzeiten und Änderungsschleifen in der Entstehungsphase eines neuen Produktes zu verkürzen«, fasst Nico Blessing zusammen. Die drei wichtigsten Ergebnisse waren eine Software mit neuen Methoden zur Optimierung von Facetten-Modelle aufweist, sowie zwei neue Rapid-Tooling-Verfahren.

Das erste dieser Verfahren war eine Weiterentwicklung des »Rapid Tooling mit Pulver-Binder Gemischen«: das »Hot-/Cold-Hard-Tooling«. Es baut auf zwei neuen Pulver-Binder-Gemischen auf, die bei Raumtemperatur, bzw. bei 80° Celsius verarbeitet werden können. Angewandt wird das Verfahren beispielsweise für das schnelle Formen metallischer Werkzeuge für Spritzgießprozesse. Es entstand weitgehend in einer Kooperation der DaimlerChrysler AG, Ulm, der schwedischen Wiba AB, Huskvarna, dem Institutet for Verkstadsteknisk Forskning (IVF), Mölndal, Schweden, sowie dem Fraunhofer IPA. Das zweite Ergebnis ist eine neue Rapid-Manufacturing-Methode für Teile, die sowohl hohen Druck, als auch hohe Temperaturen aushalten müssen. Das »Direct Free Form Fabrication Tooling for Injection Moulding (FFF-Tooling)« basiert auf der Stereolithographie Technologie. Es umfasst u. a. Richtlinien für das Design von Einlegeteilen im STL-Format, Studien zur Haltbarkeit von mit FFF-Tooling hergestellten Werkzeugen und Strategien für eine verbesserte Feinbearbeitung.

Neben den bereits genannten Partner waren am Forschungsprojekt IMS-RPD folgende Forschungsinstitute und Unternehmen beteiligt: die britische De Montford University, in Leicester, das Dansk Teknologisk Institute (DTI), Århus, die Firmen Materialise N V, Leuven, Belgien, Ensinger-TecaRIM, Linz, Österreich, die ARRK Product Development Group Limited, Teesside, Großbritannien, und die Bombardier-Rotax GmbH, Gunskirchen, Österreich. »Dies ist eines der erfolgreichsten gemeinsamen Forschungsprogramme, an dem wir uns je beteiligt haben: Die Ergebnisse zeigen, dass man mit geeigneten Teilnehmern, straffer Organisation, gegenseitigem Vertrauen untereinander, sowie übereinstimmenden Zielen ausgezeichnet arbeiten und hervorragende Erfolge erzielen kann«, lobt Lee Styger von ARRK Product Development Group Limited, das Projekt. ARRK, vormals Styles Precision Components Limited, ist ein Rapid-Prototyping-Dienstleister.

Nachdem nun die Ergebnisse der ersten drei Jahre im vergangenen Monat der EU präsentiert wurden bereiten sich die Partner auf die Verlängerung um weitere drei Jahre vor. Die Fortsetzung des Projekts unter dem Namen »IMS-RPD 2001« wird sich mit dem Aufbau von virtuellen Unternehmen und der Integration von hybriden Prototypen in den Produktentwicklungsprozess befassen. Das erfolgreiche Konsortium der zehn Partner geht diese neuen Aufgaben in unveränderter Besetzung an.


Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Phys. Nico Blessing
Telefon: 0711/970-1833, Telefax: 0711/970-1004, E-Mail: nsb@ipa.fhg.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner | idw
Weitere Informationen:
http://www.qmi.asn.au/ims/
http://www.ims.org/

Weitere Berichte zu: ARRK Development Forschungsinstitut IMS-RPD Product Rapid Tooling Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie beeinflusst bioaktives Glas Immunzellen?
17.06.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Was kann die Schifffahrt von der Hirnforschung lernen?
10.06.2020 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics