Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neue Schwerpunktprogramme

26.06.2001


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat neue Schwerpunktprogramme bewilligt - zwei werden von Wissenschaftlern an der Universität Hannover koordiniert, an einem dritten sind sie maßgeblich beteiligt.

Substitutionseffekte in ionischen Festkörpern - Neue Eigenschaften für veränderte Stoffe

Lösungen sind Stoffmischungen, mit denen naturwissenschaftliche Laien zumeist flüssige Verbindungen assoziieren. Doch Lösungen können ebensogut gasförmig oder in fester Form auftreten - die Luft, die wir atmen, der Stahl, aus dem Autos gebaut werden. "Feste Lösungen haben Eigenschaften, die die reinen Stoffen nicht haben", erklärt Professor Michael Binnewies vom Institut für anorganische Chemie und Initiator des DFG-Schwerpunktprogrammes "Substitutionseffekte in ionischen Festkörpern". Fremde Anteile können beispielsweise dafür sorgen, dass ein an sich farbloser Gegenstand farbig ist oder elektrisch leitend wird. "In den Schwerpunktprogramm geht nun darum, solche fremden Stoffe gezielt in anderen zu lösen, zu verstehen, warum sich etwas ändert und dann auch vorherzusagen, wie sich die Eigenschaften eines Stoffes in einer festen Lösung ändert." Daher sind an diesem Projekt nicht nur Chemiker, sondern auch Physiker und Materialwissenschaftler beteiligt - auch um ein möglichst hohe praktische Anwendung der erzeugten Stoffe sicherzustellen. Ansprechpartner: Prof. Dr. Michael Binnewies, Tel: (0511) 762-2254.

Analyse, Modellbildung und Berechnung von Strömungsmischern mit und ohne chemische Reaktionen - Bessere Vorhersagen von Mischungszeiträumen

Das Mischen (Homogenisieren) von Gasen und Flüssigkeiten spielt in der chemischen Industrie, in der Verbrennungstechnik, aber auch in der pharmazeutischen und der Lebensmittelindustrie ein große Rolle. Zwar kann man mittlerweile die in den Mischern ablaufenden Strömungsfelder genau vorhersagen, die in diesen Feldern ablaufenden homogenen chemischen Reaktionen - die als Mischzeiten angegeben werden - sind indes experimentell ermittelt worden und häufig ungenau. Hier genaue Aussagen treffen zu können, die sich aus den Laborgrößen auch auf produktionstechnische Anlagen übertragen lassen, ist das Ziel des DFG-Forschungsschwerpunktprogrammes, das von Professor Dieter Mewes initiiert wurde. Beteiligt werden Verfahrensingenieure, technische Chemiker, Mathematiker, Strömungstechniker und Rheologen. Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Dieter Mewes, Tel. (0511) 762-3638.

Modellierung von Größeneinflüssen bei Fertigungsprozessen - wo liegen die Grenzen einer Maßstabsveränderung?

Wie lange lassen sich Produktionsprozesse auf einen kleineren oder größeren Maßstab verändern, ohne dass sich Abläufe verändern? Wo sind die Grenzen und wie kann die Übertragbarkeit besser simuliert werden? Diesen Fragen geht ein drittes Schwerpunktprogramm nach, an dem Maschinenbauer der Universität Hannover beteiligt sind. "Man kann beispielsweise von einem Material nicht immer kleinere Späne abziehen - irgendwann gibt es Probleme", so Professor Dieter Besdow vom Institut für Mechanik. Hier Lösungen zu finden, ist Ziel des Programmes. Ansprechpartner Prof. Dr.-Ing. Dieter Besdo, Tel: (0511) 762-4111.

DFG-Schwerpunktprogramme unterstützen überregionale und interdisziplinäre Kooperation von wissenschaftlichen Arbeitsgruppen. In der Regel dauert die Förderung eines solchen Programmes, an dem Forscher aus ganz Deutschland beteiligt sein können, sechs Jahre. Die gesamte Förderung für diesen Zeitraum umfasst zwischen zehn und 15 Millionen Mark je Themenschwerpunkt. An der Universität Hannover gibt es insgesamt acht dieser Schwerpunktprogramme.

Schröder, Eva-Maria |

Weitere Berichte zu: Chemiker Festkörper Schwerpunktprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neue Wege im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit: HZDR-Forscher entwickeln Radiotracer für die Differentialdiagnostik
26.02.2020 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Neues Behandlungsangebot für Tumoren der Knochen und Weichteile
21.02.2020 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics