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BMBF richtet Förderschwerpunkt zur Pflegeforschung ein

11.06.2001

Investition von 25 Millionen DM in den nächsten sechs Jahren

Um die Pflegeforschung in Deutschland zu stärken, legt das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen neuen Förderschwerpunkt auf. Gefördert werden bis zu sechs Forschungsnetze mit anwendungsbezogenen pflegerischen Fragestellungen. Für deren Etablierung stehen in den kommenden sechs Jahren bis zu fünf Millionen DM jährlich zur Verfügung. Ziel des Förderschwerpunktes ist es, die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Versorgung von Pflegebedürftigen zu entwickeln. Die Forschungsarbeiten sollen vor allem dazu beitragen, den zu Pflegenden ein Optimum an Gesundheit zu ermöglichen. Zudem sollen die Leiden unheilbar Kranker wirkungsvoller als bisher verringert und das Sterben in Würde ermöglicht werden.

Die Forschung zur Pflege umfasst vielfältige, vor allem auch soziale Aspekte. Daher müssen die Verbünde einen interdisziplinären Ansatz verfolgen, um die Fördervoraussetzung zu erfüllen. Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Ärzte, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter sollen zusammen mit den Betroffenen Problemlösungen erforschen und entwickeln. Diese Form der Zusammenarbeit wird bisher in Deutschland kaum praktiziert.

Die Förderung zielt besonders auf Forschung zur Pflege von alten und psychisch erkrankten Menschen, von chronisch Kranken und Menschen mit multiplen Funktionseinschränkungen. Geschlechtsspezifische Aspekte sollen vorrangig berücksichtigt werden. Das BMBF trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die meisten Pflegebedürftigen Frauen sind. Die erzielten Erkenntnisse sollen in vorausschauenden Studien eingesetzt werden und zur Entwicklung neuer Pflegekonzepte führen. Ziel ist es, die Effizienz und Effektivität der jeweiligen Pflegemaßnahme zu erhöhen und Maßnahmen für den Transfer der Forschungsergebnisse in den Pflegealltag vorzuschlagen.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehr als zwei Millionen Menschen, die pflegebedürftig sind. Die steigende Lebenserwartung und das mit zunehmendem Alter größer werdende Risiko der Pflegebedürftigkeit wird diese Zahl noch erhöhen. Im Jahr 2030 wird voraussichtlich mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Seniorenalter sein. Mit der steigenden Zahl der Älteren nimmt die Zahl der Hochbetagten, d. h. der über 80-Jährigen zu. Aufgrund der höheren Lebenserwartung und des mit zunehmenden Alter steigenden Risikos der Pflegebedürftigkeit wird es in Zukunft auch mehr kranke und pflegebedürftige ältere Menschen geben.

| DLR-Projektträger des BMBF
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/PT

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