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Wahrnehmung von Lauten erleichtert Lesen und Schreiben

14.11.2000


Vor dem Lesen- und Schreibenlernen muss das phonologische Bewusstsein geschult sein. Umgekehrt: Wer lesen und schreiben kann, verbessert auch seine Lautwahrnehmung. Diese Erkenntnis haben zwei Studentinnen des Lehrgebietes Sprachbehindertenpädagogik eingehend wissenschaftlich
untersucht und für den sonderpädagogischen Unterricht kreativ und kindgerecht aufbereitet. Am 8.11.2000 wurden sie für diese Leistung mit dem Adolf-Schulte-Preis ausgezeichnet.

Ute Hinkelmann und Cordula Nahen erhielten für ihre Arbeit jeweils 750 DM. Stifter des nach dem verstorbenen Dortmunder Hilfsschulrektor Adolf Schulte benannten Preises (siehe Medieninformation 00-318) ist der Regionalverband Dortmund des Verbandes Deutscher Sonderschulen. Zur Preisvergabe gratulierten der Vorsitzende des Regionalverbandes, Dr. Franz Henkemeier, sowie Rektor Prof. Dr. Dr.h.c. Albert Klein. Die Arbeit zum Thema "Phonologische Bewusstheit bei sprachentwicklungsverzögerten Kindern" wurde gewürdigt von Prof. Dr. Nitza Katz-Bernstein. Sie hatte als Expertin für Sprachbehindertenpädagogik die angehenden Lehrerinnen im Staatsexamen geprüft.

Ute Hinkelmann und Cordula Nahen haben sich im ersten Teil der Arbeit fundiert mit Forschungsergebnissen zu jenen vorschulischen Fertigkeiten auseinandergesetzt, die auf den Erwerb der Schriftsprache vorbereiten. Ute Hinkelmanns Hauptaufgabe war dann, durch Versuche herauszufinden, wie Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung schon vor dem Schulbesuch gefördert werden können, damit sie Laute ganz bewusst wahrnehmen und bilden lernen. Cordula Nahen ging dann der Frage nach, ob und in welcher frühen Phase die bewusste Wahrnehmung von Lauten für das Lesen und Schreiben bedeutsam ist, um daraus Kriterien für die Planung der Förderung abzuleiten.

Die Studentinnen fanden heraus, dass sich die phonologische Bewusstheit und der Schriftsprachenerwerb gegenseitig "verbessern". So ist schon für die frühe alphabetische Erwerbsstrategie ein phonologisches Bewusstsein im engeren Sinne nötig. Die ersten Schreib- und Lesekenntnisse führen aber andererseits zu bewusster Lautwahrnehmung im weiteren Sinn, die dann bei höheren Lese- und Schreibstrategien von Bedeutung ist.

Die beiden Preisträgerinnen erarbeiteten konsequent Trainingsprogramme, die sowohl der Verzögerung des Spracherwerbs wie der Lese-Rechtschreib-Schwäche entgegenwirken.

Klaus Commer | idw

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