Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller und anonymer surfen: Eine Box schützt Privatheit im Internet

22.12.2015

Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt Spuren. Das Projekt upribox (Usable Privacy Box) der FH St. Pölten entwickelte eine Software und ein Gerät, mit denen das Online-Verhalten von BenutzerInnen verborgen werden kann, um die Privatsphäre zu schützen. Die Software steht nun auch als Open Source zur Verfügung.

Viele Menschen wünschen sich, lästige Werbung im Internet ausblenden zu können, doch für die meisten ist das Installieren eines Adblockers zu mühsam oder technisch zu unverständlich. Die upribox soll es BenutzerInnen ermöglichen, sich leichter anonym und vor allem ohne lästige Onlinewerbung im Netz zu bewegen: Das Gerät wird einfach an einen bestehenden Internetzugang angeschlossen und erstellt ein eigenes WLAN.


Prototyp der upribox, Credit: FH St. Pölten / Raphaela Raggam

Schneller surfen

„Das Installieren von Blockern auf Smartphones ist für die meisten Menschen zu kompliziert. Die upribox ermöglicht es, sich auch ohne große IT-Kenntnisse zu schützen“, sagt FH-Dozent Markus Huber vom Department Informatik und Security der FH St. Pölten, der die upribox und die dazugehörige Software entwickelt hat.

Neben dem Schutz persönlicher Informationen ergibt sich laut Huber ein weiterer Vorteil: „Es lässt sich schneller surfen und Internetseiten werden lesbarer, weil störende Elemente weggeschaltet werden“. Und im Gegensatz zu bestehenden Browsererweiterungen kann die upribox mit allen gängigen Geräten und Betriebssystem verwendet werden.

„Damit haben wir ein breitenwirksames Software-Tool entwickelt, das zum Datenschutz der Internetgemeinde beiträgt“, erklärt Huber. Des Weiteren kann über ein separates WLAN, das sogenannte Ninja-WLAN, die Online-Anonymität zusätzlich mit Hilfe des Tor-Netzwerkes geschützt werden. Das Tor-Netzwerk ist der De-facto-Standard für die Anonymisierung von Verbindungsdaten im Internet.

Die Technik hinter upribox

Die upribox besteht aus einem RaspberryPi 2, einem kostengünstigen, kredikartengroßen Computer, der an einem bestehenden Internetzugang/Modem angesteckt wird.

BenutzerInnen verbinden sich über das von der upribox automatisch erstellte drahtlose Netzwerk (WLAN). Sobald Geräte über das upribox-WLAN verbunden sind, werden Onlinewerbung und Tracker automatisch blockiert.

Huber hat zunächst untersucht, wie Werbeblocker funktionieren, dann die Software für einen Prototyp eines solchen Blockers gemeinsam mit einem Studierendenteam der FH St. Pölten entwickelt. Schließlich wurde in Usability-Tests die Benutzungsfreundlichkeit untersucht. Diese Tests führte das Institut für Creative\Media/Technologies (IC/M\T) der FH St. Pölten durch.

Software zum Download

Seit Dezember gibt es die Software der upribox für TüftlerInnen zum Download. „Die Software ist das Herz der upribox und ist ab sofort unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar. Interessierte können die Software testen und weiterentwickeln“, sagt Huber. Im Rahmen des Projekts wurden 25 Prototypen hergestellt, die bei Veranstaltungen verlost werden. Die nächsten Exemplare gibt es etwa beim Security Day am 26. Jänner 2016 an der FH St. Pölten zu gewinnen.

Eine Kaufversion der Box für weniger Versierte könnte es in Zukunft auch geben. Dafür ist laut Huber aber noch weitere Entwicklung und deren Finanzierung notwendig. Eine markttaugliche Version müsste auch billiger werden, so Huber.

Das Projekt upribox wurde von der Förderinitiative „netidee“ finanziell unterstützt und erhielt letztes Jahr auch den Sonderpreis „Internet Privacy“ von netidee. Netidee ist eine Initiative der Internet Foundation Austria und Österreichs größte Internet-Förderaktion, die innovative Projekte unterstützt.

Links:
Software der upribox (Download)
https://github.com/usableprivacy/upribox
Projekt upribox (inklusive Blog)
https://upribox.org
Projekt upribox (FH-Website)
https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/usable-privacy-box-upribox
Video zum Projekt:
https://www.youtube.com/watch?v=ibtJNsyS3r0
Netidee
https://www.netidee.at/

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.300 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Markus Huber, MSc
FH-Dozent
Department Informatik und Security
T: +43/2742/313 228 637
E: markus.huber@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/huber-markus-1

Pressekontakt:
Mag. Mark Hammer
Marketing und Unternehmenskommunikation
T: +43/2742/313 228 – 269
M: +43/676/847 228 – 269
E: mark.hammer@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
Allgemeine Pressefotos zum Download verfügbar unter: https://www.fhstp.ac.at/de/presse/pressefotos-logos
Natürlich finden Sie uns auch auf Facebook und Twitter: www.facebook.com/fhstp, https://twitter.com/FH_StPoelten

Mag. Mark Hammer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Intelligente Kniebandage soll künftig bei Arthrose entlasten
07.11.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Medica 2019: Kindersitz einfach am Rollstuhl befestigen – ein Schienensystem macht es möglich
06.11.2019 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Humane Papillomviren programmieren ihre Wirtszellen um und begünstigen so die Hautkrebsentstehung

12.12.2019 | Medizin Gesundheit

Urbane Gärten: Wie Agrarschädlinge von Städten profitieren

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Die „Luft“ im Ozean wird dünner - Sauerstoffgehalte im Meerwasser gehen weiter zurück

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics