Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation: Das Handy zum Kneten

15.10.2010
"SqueezeBlock" reagiert auf Druckkraft der Nutzer

Wenn es um Vorstellungen zum Handy der Zukunft geht, schwirren bereits zahlreiche skurrile Ideen in den Köpfen der Hightech-Gemeinde herum.


Kein Aprilscherz: Das Knet-Handy wird Realität (Foto: Flickr/Joey Hardwick)

Mit der Entwicklung von Shwetak Patel, Computerwissenschafter der University of Washington in Seattle, werden entsprechende Fantasien nun wohl noch ungewöhnlicher ausfallen. Der Forscher hat gemeinsam mit Kollegen ein Mobiltelefon namens "SqueezeBlock" entwickelt, das auf den Druck der Nutzerhand reagiert und sich wie ein Stück Knetmasse formen lässt.

Auf den ersten Blick mag dies aus Sicht der Handy-Besitzer lediglich als ein spaßiges Zusatz-Feature erscheinen. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich in diesem Zusammenhang aber eine ganze Reihe von hilfreichen Anwendungsmöglichkeiten.

"Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihr Mobiltelefon einfach zusammendrücken müssen, um eine bestimmte Statusinformation abzurufen", erklärt Patel gegenüber dem NewScientist. Die Stärke der Verformung, mit der das Handy bei Druck nachgibt, könnte Usern beispielsweise den Akku-Ladestatus, die Klingeltonlautstärke oder das Vorhandensein ungelesener Nachrichten anzeigen, so Patel.

Winzige Motoren und Druckplatten

Rein technisch betrachtet basiert der "Quetsch-Ansatz" des Computerwissenschafters auf mehreren winzigen mechanischen Motoren, die in das Handy-Gehäuse eingebaut werden und dort gewissermaßen die Rolle einer Art Spannfeder übernehmen. Sie stellen eine Gegenkraft zu dem Druck dar, den der User mit seiner Hand auf die Telefonhülle ausübt und ermöglichen ein Strecken bzw. Zusammenziehen der ansonsten starren Geräteummantelung.

Zusätzlich kommen spezielle Druckplatten zum Einsatz, die an mehreren verschiedenen Stellen des Handy-Gehäuses die äußere Krafteinwirkung des Nutzers messen und die erhaltenen Werte an die Motoren weitergeben. Diese nehmen die Daten auf und passen ihre Widerstandswirkung dem jeweiligen User-Druck an, was wiederum direkt bestimmt, wie schnell und weit sich das mobile Gerät gegenüber seinem ursprünglichen Erscheinungsbild verformen lässt.

Deutsche Telekom erforscht ähnlichen Ansatz

Patel und seine Forschergruppe sind aber nicht die Einzigen, die das Potenzial des "Knet-Ansaztes" für zukünftige Handy-Entwicklungen entdeckt haben. "Auch in Deutschland wird zu diesem Thema aktiv geforscht", betont Fabian Hemmert, Doktorand im Design Research Lab der Deutsche Telekom Laboratories in Berlin, gegenüber pressetext. Durch die Erforschung der haptischen Interaktion mit Handys sei unter anderem ein formveränderndes Handy entstanden, das seinen Schwerpunkt verlagert.

"Benutzern könnte es so beispielsweise möglich gemacht werden, bereits in der Hosentasche zu spüren, ob verpasste Anrufe vorliegen und leichter und ohne visuelle Ablenkung mit mobilen Navigationssystemen zu interagieren. Letztendlich eröffnet sich dadurch eine einfachere und natürlichere Art und Weise mit mobilen Geräten umzugehen", so Hemmert.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu
http://www.laboratories.telekom.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest
21.06.2018 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

nachricht LED-Sitzhocker gegen Rückenschmerzen
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics