Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Airbag-Fernzündung für mehr Sicherheit bei Lawinen

03.02.2010
52 Prozent der Verschütteten bereits nach einer Stunde gestorben

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben eine Technik entwickelt, mit der Lawinen-Airbags per Fernzündung aktiviert werden können.


Mehr Sicherheit durch Fernzündung (Foto: ABS)

Mithilfe der Airbags soll die Verschüttung von Skifahrern bzw. -tourengehern vermieden werden. Normalerweise werden die Lawinenairbags, die in Form eines Rucksacks am Rücken der Skifahrer angebracht sind, über einen Griff ausgelöst. Oft merken die in eine Lawine gekommenen Personen aber zu spät, dass sie in Gefahr sind. Mittels der Fernzündung können nun auch anwesende Kollegen den Airbag auslösen.

Entwickelt wird der Lawinen-Airbag für das Unternehmen ABS Peter Aschauer. Das Prinzip des Airbags ist bereits seit 25 Jahren bekannt und im Einsatz. Durch die massive Erweiterung des Volumens erhält der Körper Auftrieb (Sortierungseffekt) - das Lawinenopfer wird dadurch zu einem hohen Prozentsatz nicht verschüttet, das Verletzungsrisiko wird minimiert. Experten warnen jedoch, den Airbag als "Versicherung" zu tragen und somit das Risiko zu erhöhen. Vielmehr ist der Lawinenairbag als optisches Hilfsmittel bei der Bergung zu verstehen. Fakt ist: 98 Prozent der Skifahrer mit Airbag haben bisher ein Lawinenunglück überlebt, 90 Prozent davon völlig unverletzt.

Alte Systeme können problemlos umgerüstet werden

Das Frauenhofer-Institut unter der Leitung von Bernhard Budaker hat den Auslösegriff nun so umgestaltet, dass ein Teil der Elektronik darin Platz findet und der Airbag auch von anderen Gruppenmitgliedern ausgelöst werden kann. "Alle alten Systeme können problemlos umgerüstet werden", so Budaker. Die Teilnehmer einer Gruppe können sich sogar mit dem neuen System untereinander vernetzen. "Mit der optischen Programmierschnittstelle lassen sich feste Gruppen definieren", sagt Budaker. Die Teilnehmer müssen dazu einfach ihre Griffe einmal aneinanderhalten und schon gehören sie zusammen.

Störungen durch Funk von LVS-Geräten, Handys oder durch andere Auslösegemeinschaften sind ausgeschlossen. Die Funkreichweite der ABS Wireless Activation beträgt ca. 300 Meter. Zusätzlich wirkt jeder Auslösegriff wie eine Relais-Station, sodass die Reichweite automatisch vervielfacht wird und Geländeschatten umgangen werden können. Die ABS-Lawinenairbags mit Wireless Activation sind ab Mitte Dezember im Handel erhältlich. Ein ABS-Rucksack (Vario-Line) samt Wireless-Activation kostet 1.062 Euro, die Aktivierung auf alten Modellen kostet 295 Euro.

Drei von 226 Airbag-Trägern starben

Von 226 vom Schweizer Lawineninstitut dokumentierten und bekannten Lawinenunfällen mit dem ABS-Airbag waren 106 Personen nicht verschüttet, 81 teilverschüttet, 21 ganz verschüttet, der Airbag allerdings noch sichtbar und drei samt Airbag ganz verschüttet. Dabei haben 223 Personen überlebt, drei nicht.

"Ich kenne keinen aktiven Profi, der die Wirksamkeit des ABS-Lawinen-Airbags in Frage stellt. Ich weiß von einigen, die dem ABS-Lawinenairbag ihr Überleben in einer Lawine verdanken", bestätigt auch Michael Grassl, Präsident des Verbandes der deutschen Berg- und Skiführer. Profi-Snowboarder Rudi Kröll, der dank seines Airbags an der Oberfläche blieb und ein Lawinenunglück überlebt hat, fügt hinzu: "Dieser Airbag minimiert nicht das Risiko, in eine Lawine zu kommen, aber das, verschüttet zu werden."

Michael Fiala | pressetext Focusthema Consumer
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de
http://www.abs-airbag.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Geschäftsmodell Upcycling: Aus Airbag wird Rucksack
14.06.2019 | Telekom GK

nachricht Skihelm mit neuartigem Luftpolstersystem und Augmented Reality: „Air Ride“ auf Hannover Messe
29.03.2019 | Hochschule Darmstadt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Das Stromnetz fit für E-Mobilität machen

21.10.2019 | Förderungen Preise

Kompakt, effizient, robust und zuverlässig: FBH-Entwicklungen für den Weltraum

21.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics