Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie risikoreich sind autonome Systeme im Automobilsektor?

16.01.2018

Neue Forschungsgruppe STARS gestartet

Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden autonome Systeme immer stärker Einzug halten in alle Lebens- und Arbeitsbereiche der Menschen. Hierzu zählt insbesondere der Straßenverkehr, den sich bald autonome Fahrzeuge mit menschlichen Fahrern und Fußgängern teilen werden.


Neue Forschungsgruppe STARS am Fraunhofer ISST unter der Leitung von Prof. Dr. Falk Howar.

Fraunhofer ISST

Doch wie kann die Sicherheit solcher Systeme richtig und effizient eingeschätzt werden? Dieser Frage geht ab sofort die neue Forschungsgruppe STARS (»Scenario-based Testing of Autonomous Robotic Systems«) unter der Leitung von Prof. Dr. Falk Howar am Dortmunder Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST nach.

Schon heute sind autonome Robotersysteme in Lagerhallen und Produktionsstätten, also innerhalb stärker kontrollierten Umgebungen, Teil der alltäglichen Arbeitsabläufe. Dort arbeiten die Roboter jedoch in der Regel in eigenen Bereichen getrennt von Menschen.

Wenn Mensch und Roboter näher aneinanderrücken und sich Umgebungen immer mehr teilen, wird es notwendig, die Einschränkungen und die benötigten Sicherheitsvorkehrungen solcher Systeme besser einschätzen zu können. Da es sich um Software-intensive Systeme handelt, geht von Fehlern in der Software (»Bugs«) ein hohes Gefahrenpotenzial aus.

Softwarefehler durch Simulationen einschätzen

»Hier setzt die Forschungsgruppe STARS am Fraunhofer ISST an«, erklärt Prof. Falk Howar. »Es wird nie möglich sein, die Software autonomer Systeme vollständig zu analysieren und zu testen. Deshalb erarbeiten wir risiko-basierte Ansätze, um das Sicherheitslevel, das ein System benötigt, und seine Fehlerwahrscheinlichkeit einschätzen zu können.« Die Forschungsgruppe setzt dazu auf Simulationen, um Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeit zu identifizieren und durchzuspielen. Dieses Verfahren ist kostengünstig und schnell.

Neben seiner neuen Tätigkeit am Fraunhofer ISST ist Gruppenleiter Falk Howar seit dem Wintersemester 2017/2018 Professor am Lehrstuhl für Software Engineering an der TU Dortmund. Zuvor arbeitete er als Geschäftsführer und Postdoktorand in der Forschung am Institut für Applied Software Systems Engineering der Technische Universität Clausthal. Vor seiner Zeit an der TU Clausthal war er für zwei Jahre an der Carnegie Mellon University (Silicon Valley Campus) in den USA. Dort leitete er ein von NASA finanziertes Forschungsprojekt zur kompositionellen Verifikation von sicherheitskritischer Software in der Luftfahrt.

2,5 Millionen Euro Förderung durch Fraunhofer-Programm ATTRACT

Die Forschungsgruppe STARS wird von der Fraunhofer-Gesellschaft innerhalb des Programms ATTRACT gefördert: ATTRACT bietet hervorragenden externen Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Ideen innerhalb eines optimal ausgestatteten Fraunhofer-Instituts marktnah in Richtung Anwendung voranzutreiben. Prof. Dr. Falk Howar steht nun über fünf Jahre ein Budget von rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um eine Gruppe aufzubauen und zu leiten. Ziel ist der Aufbau einer eigenen Abteilung zu »Digitization in Automotive Industries« am Fraunhofer ISST.

»Wir freuen uns sehr, mit der neuen Forschungsgruppe unser Portfolio um die Digitalisierung im Automobilsektor erweitern zu können«, so Prof. Dr.-Ing. Boris Otto, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer ISST. »Die Branche ist enorm datengetrieben. Hier können wir unser Wissen rund um Digital Business Engineering erneut in einer sicherheitsrelevanten Umgebung in die Praxis transferieren und unser Themenportfolio weiter ausbauen.«

Weitere Informationen:

http://www.isst.fraunhofer.de

Britta Klocke | Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Künstliche Intelligenz für die Wissensarbeit
20.11.2018 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Mit maschinellen Lernverfahren Anomalien frühzeitig erkennen und Schäden vermeiden
19.11.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

Max-Planck-Forscher entdecken die Nanostruktur von molekularen Zügen und den Grund für reibungslosen Transport in den „Antennen der Zelle“

Eine Zelle bewegt sich ständig umher, tastet ihre Umgebung ab und sendet Signale an andere Zellen. Das ist wichtig, damit eine Zelle richtig funktionieren kann.

Im Focus: Nonstop Tranport of Cargo in Nanomachines

Max Planck researchers revel the nano-structure of molecular trains and the reason for smooth transport in cellular antennas.

Moving around, sensing the extracellular environment, and signaling to other cells are important for a cell to function properly. Responsible for those tasks...

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Für eine neue Generation organischer Leuchtdioden: Uni Bayreuth koordiniert EU-Forschungsnetzwerk

20.11.2018 | Förderungen Preise

Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie sich ein Kristall in Wasser löst

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics