Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Volle Konzentration am Steuer

25.11.2016

Das Handy klingelt, das Navi meckert, die Reklametafeln blinken am Straßenrand: Ablenkungen beim Autofahren gefährden die Fahrsicherheit und provozieren Unfälle. Dabei scheinen Fahranfänger und Ältere besonders anfällig für Ablenkungen. Welche Reize in welchem Alter am stärksten ablenken, untersuchen Forscher des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. In einer Studie im Fahrsimulator wird u.a. die Hirnaktivität der Probanden gemessen. Ziel ist es, mögliche Unterschiede zwischen jungen und älteren Fahrern aufzudecken, um Empfehlungen für verkehrsgestalterische Maßnahmen und Trainings für die jeweiligen Altersgruppen zu geben.

Wer sicher durch den Straßenverkehr kommen will, muss sich hinter dem Steuer voll auf das Autofahren konzentrieren. Zahlreiche Umweltreize beeinflussen das Fahrverhalten und lenken den Fahrer ab. Sei es der kurze (und verbotene) Griff zum Smartphone während der Fahrt, ein neues Werbeplakat am Straßenrand oder ein verstecktes Umleitungsschild.


Im Fahrsimulator: Während eines Teils der Versuche wird auch die Hirnaktivität mittels EEG-Kappe gemessen.

@ IfADo

Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass besonders Fahranfänger und Senioren anfälliger für Ablenkungen sind als Fahrer mittleren Alters. Da der Anteil von sehr jungen und alten Autofahrern in Zukunft weiter steigen wird, braucht es Wissen über die Ursachen, Konsequenzen und Mechanismen erhöhter Ablenkbarkeit in den einzelnen Altersgruppen.

Genau hier setzen die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) an: In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Querschnittsstudie sollen durch Analyse von Verhaltensdaten und mit Hilfe neurophysiologischer Methoden wichtige Erkenntnisse über altersbedingte Ablenkungsmechanismen gewonnen werden.

Die IfADo-Studie gliedert sich dabei in drei Untersuchungen, von denen die erste aktuell läuft: Hier müssen die Probanden unter verschiedenen Ablenkbedingungen im Fahrsimulator ein virtuelles Auto steuern, die Spur halten und in kritischen Situationen bremsen oder andere Aufgabe ausführen, ohne sich dabei ablenken zu lassen.

In einem zweiten und dritten Teil der Studie, die erst 2017 stattfinden werden, wird die Hirnaktivität der Probanden im Fahrsimulator gemessen und anschließend ausgewertet. Dazu tragen die Probanden eine EEG-Kappe (s. Bild). In allen Studienteilen werden die Probanden in vier Altersklassen eingeteilt: junge Fahrer (18-24 Jahre), Fahrer mittleren Alters (35-45 Jahre), ältere (55-65 Jahre) und alte Autofahrer (über 70 Jahre).

„Durch die Analyse der Daten aus dem Fahrsimulator wollen wir herausfinden, ob und wie junge und alte Fahrer auf ablenkende Reize reagieren und welche Reize für die einzelnen Altersgruppen besonders schwierig auszublenden sind“, erklärt Dr. Melanie Karthaus, die am IfADo schwerpunktmäßig über Mobilität im Alter forscht. „Mit unserer Forschung möchten wir dazu beitragen, Empfehlungen für verkehrsgestalterische und trainingsbasierte Maßnahmen für junge und alte Fahrer zu geben, um ihr Unfallrisiko zu senken“, so Karthaus.

Für die Studie sucht das IfADo noch nach Probanden, aktuell aus den Altersgruppen zwischen 35 bis 45 und 55 bis 65 Jahren. Interessenten aus den beiden anderen Altersgruppen sind für zukünftige Studien aber auch herzlich willkommen.

Teilnahmebedingungen:
• Die Teilnehmenden sollten mindestens 18 Jahre alt und Rechtshänder sein sowie mindestens zwei Mal pro Woche selbst Autofahren.
• Die Teilnehmenden sollten deutsch als Muttersprache sprechen und an keinen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden.
• Die Tests dauern zwischen 3,5 bis 4 Stunden. Dafür erhält jeder Teilnehmer 40 Euro.
• Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich hier melden:
fahrsim@ifado.de, Tel. 0231 1084 377 (Anrufbeantworter)

Ansprechpartner:
Dr. Melanie Karthaus
Forschungsgruppe „Altern, Kognition und Arbeit“
Telefon: + 49 231 1084-291
E-Mail: karthaus@ifado.de

Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage. Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet. Das IfADo hat mehr als 200 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 88 selbstständige Einrichtungen umfasst. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.400 Personen, darunter 9.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,73 Milliarden Euro.

Weitere Informationen:

http://www.ifado.de/ergonomie/forschung/altern-netzwerk/mobilitaet-im-alter/
http://www.ifado.de/blog/2016/11/24/volle-konzentration-am-steuer-probanden-fuer...

Eva Mühle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das kleine 1x1 des Plätzchenbackens mit der Software AutoNester
17.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht Rittal: Das sind die IT- und Datacenter-Trends 2019
17.12.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kommunikation zwischen neuronalen Netzwerken

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Beim Phasenübergang benutzen die Elektronen den Zebrastreifen

17.12.2018 | Physik Astronomie

Pharmazeuten erzielen Durchbruch bei Suche nach magensaftbeständigen Zusätzen für Medikamente

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics