Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Charaktere, schlaue Suchmaschinen und Beethoven in Billionen Bytes

07.11.2008
Vor zehn Jahren bestanden digitale Inhalte überwiegend aus Text. Heute hingegen werden viele Informationen über Videos, Audio-Daten und Grafiken transportiert.

Das stellt selbst schnelle Computer vor große Herausforderungen, wenn sie zum Beispiel Informationen als Bilder erkennen oder gesprochene Sprache verstehen sollen.

Das Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction" stellt sich dieser Herausforderung und fördert ganz verschiedene Forschungsprojekte der digitalen Welt von morgen. Vor einem Jahr wurde es von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Universität des Saarlandes eingerichtet.

Am 12. und 13. November präsentiert sich das Exzellenzcluster erstmals internationalen Gutachtern und der interessierten Öffentlichkeit.

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, verbinden sie ganz unbewusst Sprache, Gesten und Mimik miteinander. Das Ziel des Exzellenclusters Informatik ist es, Computersysteme zu bauen, die eine ganz ähnliche Interaktion mit dem Benutzer ermöglichen, wie sie heute Menschen untereinander pflegen. Dafür ist es notwendig, dass alle Informationsformen vom Computer verstanden werden, aber auch selbst erzeugt werden können. Die Wissenschaftler müssen dafür noch manche harte Nuss knacken, angefangen bei der Grundlagenforschung in der Informatik, über das Verarbeiten von natürlicher Sprache, der Visualisierung in Echtzeit bis hin zum Bau von Demonstratoren der neuen Technologie.

Derzeit forschen zwölf junge Wissenschaftler mit eigenen Forschungsgruppen im Exzellenzcluster, zwanzig sollen es insgesamt werden. Hinzu kommen dreizehn Professoren der Universität des Saarlandes, der Max-Planck-Institute für Informatik und Softwaresysteme sowie des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz mit ihren Forschungsgruppen.

Hier nur einige Beispiele der Forschungsprojekte, welche die jungen Informatiker gemeinsam mit den für das Exzellenzcluster verantwortlichen Professoren am 12. und 13. November vorstellen: Michael Kipp geht der Frage nach, wie man virtuellen Charakteren ein menschlicheres Aussehen geben kann. Er passt dafür ihre Körperhaltung an die von ihnen gesprochenen Inhalte an. Beispielhaft präsentiert Michael Kipp Computerfiguren, die so gestenreich reden wie Marcel Reich-Ranicki. In einem weiteren Forschungsprojekt widmet sich Ralf Schenkel der Bildersuche im Internet. Auf die Frage "Auf welchen meiner Fotos lacht ein Kind?" kann der Computer bisher noch nicht zufriedenstellend antworten.

Der Wissenschaftler sucht daher nach Möglichkeiten, wie Textinformationen und Bildinhalte bei der Datenrecherche besser miteinander verknüpft werden können. Meinard Müller hingegen erschließt sich die Welt der Musik über den Computer. Sein Forschungsziel ist es, Musikdatenbanken nicht nur über Textinhalte und Noten, sondern auf ganz vielfältige Weise zu erschließen. Wer etwa nach einem Lieblingstitel sucht, könnte dem Computer ein Melodiefragment vorpfeifen und danach suchen lassen. Ein Musikwissenschaftler soll anhand neuer Suchverfahren bestimmte Notenkonstellationen, Harmonieverläufe oder Rhythmen schnell finden und die genauen Zeitpositionen innerhalb der jeweiligen Aufnahmen automatisch ansteuern können.

Der Informatiker Alexander Koller beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Menschen oder Computerfiguren mit gesprochenen Anweisungen in virtuellen Räumen bewegen können. Damit sollen langfristig bessere Navigationssysteme für Fußgänger entwickelt werden, aber auch die Sprachsteuerung von Robotern oder Computerspiele können davon profitieren. Für Holger Bast, der derzeit bei Google in Zürich forscht, steht die Suche in großen Datenbeständen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Er hat eine Vielzahl neuartiger und komfortabler Suchfunktionalitäten entwickelt, mit denen das Internet und andere Datenbanken in einer bisher nicht für möglich gehaltenen Geschwindigkeit durchsucht werden können.

Diese und noch weitere Themen präsentieren die Wissenschaftler des Exzellenzclusters in Vorträgen am 12. und 13. November. Am 13. November werden nachmittags die Forschungsergebnisse in einer Demo-Session vorgeführt. Die beteiligten Wissenschaftler sowie das internationale wissenschaftliche Gutachtergremium stehen von 13 Uhr bis 17 Uhr für Interviews und Gespräche zur Verfügung.

Fragen beantworten:

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de
Tom In der Rieden
Tel. 0681/302- 70150
E-Mail: idr@mmci.uni-saarland.de
Presse- und Informationszentrum der Universität des Saarlandes
Referat 7, Gebäude A2 3,
Postfach 151150, 66041 Saarbrücken
Fon: 0681/302-2601
Fax: 0681/302-2609
E-Mail: presse@univw.uni-saarland.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/de/medien
http://www.mmci.uni-saarland.de/presse_en.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics