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Technologiemodul senkt Ausschussrate von Mikrolinsen auf ein Minimum

14.10.2019

Das enorme Potenzial mikrooptischer Systeme zeigt sich bereits heute in der Kommunikationstechnik und Konsumgüterindustrie, wo Kunststoffoptiken mit nur wenigen Millimetern Durchmesser als Kameraobjektive in Mobiltelefonen eingesetzt werden.

Bei der geforderten hohen Präzision liegt die Ausschussrate in der Massenproduktion solcher hochpräzisen Baugruppen oft bei bis zu 40 Prozent. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen hat gemeinsam mit seinen Projektpartnern Innolite GmbH und Polyoptics GmbH nun einen neuen Produktionsansatz entwickelt, um die Mikrooptik-Systeme aus mehreren einzelnen Linsen mit verschiedenen Brennweiten modular aufzubauen.


Adaptives Spritzgusswerkzeug mit einstellbaren Keilen

Foto: Fraunhofer IPT


Mikrolinsen Formeinsatz für Spritzguss und abgeformte Linse mit Anguss

Foto: Fraunhofer IPT

Durch den neuen Produktionsansatz werden optische Abweichungen kompensiert und die Ausschussrate auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich minimiert. Bei optischen Systemen führen bereits kleine Formabweichungen zu starken funktionalen Abweichungen.

Dieser Effekt wird umso deutlicher, je kleiner die Optik ist. Für die Produktfunktion mikrooptischer Systeme ist deshalb eine hochpräzise Fertigung der Einzelkomponenten sowie exakte Ausrichtung und Fixierung unerlässlich – häufig mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern oder wenigen Mikroradiant.

Bei einer Massenproduktion steigt hier schnell der Investitionsaufwand und lässt sich auch durch Minimierung der Fertigungskosten – häufig durch die Produktion in Niedriglohnländern – nur schwer ausgleichen. Genau an dieser Stelle setzt das Forschungsprojekt »HiTecMass« an.

Kombination von Prozessen kompensiert Toleranzabweichungen

Im Projekt wurde eine effiziente Wertschöpfungskette entwickelt, die kostengünstige Herstellungsverfahren für Mikrooptiken mit sensorintegrierten intelligenten Montageverfahren kombiniert.

Dazu setzt das Konsortium unter anderem auf ein serientaugliches Werkzeugkonzept für den Spritzguss, mit dem sich die Kunststofflinsen mit höchster Qualität produzieren lassen. Eine der Herstellung direkt nachgelagerte messtechnische Charakterisierung der individuellen Mikrooptiken und die Weitergabe der Informationen an die Montagelinie schafft die Voraussetzungen für die massentaugliche Montage des Gesamtsystems unter höchsten Toleranzanforderungen.

Mithilfe eines sogenannten »Tolerance-Matching-Verfahrens« können geeignete Linsen so miteinander kombiniert werden, dass sich die Toleranzabweichungen der Einzeloptiken, die durch den Spritzgießprozess entstehen, wechselseitig kompensieren.

Fertigung mikrooptischer Systeme: Standort Deutschland wird gestärkt

Durch das neue Fertigungskonzept lässt sich nicht nur die Produktqualität verbessen, sondern auch die Ausschussrate senken. Gleichzeitig sinkt der Investitionsaufwand für die Fertigung mikrooptischer Systeme, sodass ihre Produktion nicht mehr in Niedriglohnländer ausgelagert werden muss und das Land Nordrhein-Westfalen als Produktionsstandort für hochwertige und hochpräzise mikrooptische Systeme gestärkt werden kann.

Projektkonsortium

- Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT (Projektkoordination)
- Innolite GmbH
- Polyoptics GmbH

Das Projekt »HiTecMass« wurde durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 gefördert (Förderkennzeichen: EFRE-0800326).

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Marvin Berger M.Sc.
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
Steinbachstr. 17
52074 Aachen
Telefon +49 241 8904-605
marvin.berger@ipt.fraunhofer.de www.ipt.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

https://www.ipt.fraunhofer.de/de/presse/Pressemitteilungen/20191011-technologiem...

Susanne Krause | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

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