Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software spürt Meinungen und Stimmungen auf

13.07.2012
EU-Forschungsprojekt FIRST durchsucht soziale Medien nach finanzmarktrelevantem Expertenwissen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des EU-Projekts FIRST haben einen Prototypen für eine Software entwickelt, die Stimmungen von Finanzmarktakteuren aus Kommunikation in sozialen Medien und Netzwerken wie zum Beispiel Twitter oder Facebook nahezu in Echtzeit extrahieren und analysieren kann. An dem Projekt sind unter anderem die Forscher der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen Prof. Dr. Jan Muntermann und Irina Alic beteiligt.

Die an Finanzmärkten beobachtbaren Kursschwankungen hängen entscheidend vom Verhalten der Marktakteure ab. Die Meinungen, Stimmungen und Gefühle dieser Akteure werden deshalb zunehmend als wertvolle Informationsquelle angesehen, um finanzmarktrelevante Geschehnisse zeitnah bewerten zu können. Die Herausforderung besteht darin, aus der enormen Flut an heterogenen und unbeständigen Datenquellen in sozialen Netzwerken, korrekte und verlässliche Informationen herauszufiltern.

Ziel des Forschungsprojektes ist deshalb die Entwicklung von Softwarelösungen zur systematischen Analyse unstrukturierter Daten sowie zur Extraktion relevanter Informationen, um finanzwirtschaftliche Entscheidungen zu unterstützen.

Ein besonderes Augenmerk legen unter anderem auch die Göttinger Forscher aktuell auf mögliche Problemfelder wie Reputationsrisiken oder Marktmanipulationen. „Wir entwickeln beispielsweise Vorhersagemodelle, die Falschmeldungen identifizieren. Der Anwender bekommt hierdurch eine Einschätzung, ob bestimmte Meldungen unter Manipulationsverdacht stehen“, sagt Prof. Muntermann.

Wie gerade die weltweite Finanzkrise zeigte, kann der mit Reputationsrisiken verbundene Vertrauensverlust eine Bedrohung für die Stabilität der globalen Finanzmärkte darstellen. Mögliche Manipulationen zielen hingegen beispielsweise auf die Verbreitung besonders positiver, aber falscher, Informationen, um die Nachfrage nach einem bestimmten Finanzinstrument künstlich zu steigern und so dessen Preis zu manipulieren. Die Projektergebnisse lassen sich so auch im Rahmen der Handelsüberwachung und der Finanzmarktregulierung nutzen.

Das EU-Forschungsprojekt FIRST ist im Oktober 2010 gestartet und auf eine Dauer von drei Jahren angelegt. Neben der Universität Göttingen sind insgesamt acht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft aus Deutschland, Italien, Slowenien und Spanien daran beteiligt. Dem Projekt steht ein Gesamtbudget in Höhe von knapp 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Informationen zum Projekt und Videos sind im Internet unter http://project-first.eu/ und http://videolectures.net/first/ zu finden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Jan Muntermann
Georg-August-Universität Göttingen – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Professur für Electronic Finance und Digitale Märkte
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-20042
E-Mail: muntermann@wiwi.uni-goettingen.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.efinance.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit
15.11.2018 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Elektronische Haut zeigt Weg nach Norden - HZDR-Forscher verleihen Menschen mit Sensoren Magnetsinn
15.11.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics