Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software für die High-Content Pharmaforschung mit lebenden Zellen

21.05.2013
Fraunhofer FIT präsentiert auf dem European Lab Automation-Kongress 2013 am 6.-7. Juni 2013 in Hamburg eine Software für die Analyse der Teilung von lebenden Zellen.

Sie wurde im Auftrag der Bayer Pharma AG und mit Unterstützung der ChromoTek GmbH entwickelt. Bei der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Krebs unterstützt das Software-Paket den gesamten Workflow von der Zellerkennung bis zur Visualisierung und Exploration der Daten. Durch die Analyse lebender Zellen können biologisch relevante Ergebnisse erzielt und Wirkstoffe besser charakterisiert werden.

Die Zeta Software des Fraunhofer FIT wird bei Bayer HealthCare Pharmaceuticals in der Pharmaforschung eingesetzt. High Content Analysis ist dabei ein computergestütztes, bildgebendes Verfahren, das unter anderem für die Entdeckung von Arzneistoff-Kandidaten geeignet ist. Die neu entwickelte Software wird unter anderem zur Bestimmung der Teilungsraten von lebenden Krebszellen eingesetzt, so dass durch dieses Live-Cell-Imaging-Verfahren Wirkstoffkandidaten sehr viel genauer charakterisiert werden können. Die Zeta Software hilft zudem bei der Bestimmung der Zellzyklus-Phasen. Chemische Verbindungen, die einen Einfluss auf die Teilungsrate von Krebszellen haben und diese in der gewünschten Art und Weise verändern, haben das Potenzial zu einem neuen Medikament zu werden.

Während die Zeta Software das Tracking von Einzelzellen über ihren gesamten Lebenszyklus ermöglicht und man diese somit über mehrere Generationen beobachten kann, erlaubt ein zusätzliches Visualisierungs-Tool die einfache Exploration der Daten. Dadurch ist es leichter, individuelle Unterschiede zu finden und Ursachen für unterschiedliche Reaktionen der Zellen zu ermitteln. Man kann in einzelnen Versuchsansätzen zeitliche Kinetiken über die Wirkweise erstellen oder genauere Aussagen über den Beginn oder das Maximum der Substanzwirkung treffen. Die Substanzen und die zellularen Strukturen auf denen sie wirken – so genannte Targets – können somit besser charakterisiert werden.

Um die Phasen des Zellzyklus eindeutig voneinander unterscheiden zu können, sind spezifische Marker notwendig. Diese machen bestimmte Kontrollpunkte, die den Übergang von einer Phase in die nächste markieren, sichtbar und automatisiert auswertbar. Hierfür wurde von der ChromoTek GmbH basierend auf der Chromobody® Technology eigens eine Zelllinie entwickelt, die speziell für das Live-Cell-Imaging in der High-Content-Pharmaforschung geeignet ist.

Die Zeta Software bietet eine einfache und intuitive Möglichkeit, komplexe Vorgänge während der Zellteilung zu analysieren. Eine einfache Bedienoberfläche führt den Nutzer durch den gesamten Analyse-Workflow. Interaktive Elemente sind an entscheidenden Punkten eingebaut, um die Auswertung flexibel zu halten. So kann der Nutzer den Analyse-Workflow auf sich verändernde experimentelle Bedingungen anpassen. Eine Besonderheit von Zeta ist seine Plug-In-Struktur, die die Software sehr flexibel adaptierbar macht. Vor Arbeitsbeginn werden über eine Konfigurationsdatei nur diejenigen Module in die Benutzeroberfläche geladen, die für die jeweilige Bildanalyse nötig sind. Durch diese modulare Architektur kann Zeta leicht an andere Analyse-Workflows angepasst werden.

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Sicherheit beim autonomen Fahren
22.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schneller und sicherer Fliegen
21.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nah dran an der Fiktion: Die Außenhaut für das Raumschiff „Enterprise“?

22.06.2018 | Materialwissenschaften

VLT macht den präzisesten Test von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie außerhalb der Milchstraße

22.06.2018 | Physik Astronomie

Aus-Schalter für Nebenwirkungen

22.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics