Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Patientendaten in Europa

10.06.2010
Ein neuer EU-Gesetzesentwurf erleichtert Arztbesuche im Ausland. Allerdings setzt eine effiziente inter-europäische Gesundheitsfürsorge zunächst einen sicheren Zugang zu Patientdaten für ausländische Ärzte voraus.

Die EU-Gesundheitsminister haben sich am Dienstag auf vereinfachte Regelungen für Arztbesuche im EU-Ausland verständigt. Patienten sollen künftig frei wählen können, in welchem Land sie sich ambulant behandeln lassen.

Doch ohne Zugang zu sensiblen Patientendaten, stehen ausländische Ärzte im Notfall mit leeren Händen da. Forscher des Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST arbeiten daher am sicheren Austausch medizinischer Informationen und elektronischer Verschreibungen zwischen Europäischen Gesundheitssystemen.

In einem Land leben, im anderen Land arbeiten

Ein typisches Beispiel verdeutlicht die Situation: Eine berufstätige Person lebt in Aachen und arbeitet in Maastricht. In einem medizinischen Notfall muss sie sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden optimal versorgt werden. Ärzte in beiden Ländern müssen dafür in der Lage sein, die wichtigsten Patientendaten auszutauschen. Auch für Touristen kann es lebenswichtig sein, dass ausländischen Ärzten im Falle eines medizinischen Notfalls die Patientengeschichte bekannt ist, zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen. Um Fehler in der Behandlung von Touristen zu vermeiden, müssen auch im Ausland den Ärzten relevante Information sofort ­ und im Idealfall in der Landessprache ­ zugänglich sein.

Erfahrungen in Deutschland

»Innerhalb Europas ist es keine Seltenheit, in einem Land zu wohnen und in einem anderen zu arbeiten. Es gehört daher zu den Schlüsselprioritäten der EU, den Bürgern gleichzeitig Mobilität und Sicherheit zu gewährleisten. Der Zugriff auf medizinische Daten ist dabei von großer Brisanz«, erklärt Dr. Jörg Caumanns, Abteilungsleiter am Fraunhofer ISST. Bereits seit Jahren arbeitet er mit seinem Team an Technologien für den Austausch hochsensibler Daten und entwickelt Strategien für deren Schutz – zum Beispiel im Gesundheitswesen, der öffentlichen Verwaltung und dem Finanzwesen.

Gemeinsam mit 27 Projektpartnern aus insgesamt 12 EU-Staaten arbeiten die Fraunhofer-Forscher im Auftrag der Europäischen Union am Aufbau einer allgemeinen Infrastruktur für europäische eHealth-Informationen. Grundlegende Erfahrungen gibt es bereits für das Gesundheitssystem in Deutschland: 2006 startete die Arbeit an der elektronischen Fallakte (eFa) als erster einheitlicher Kooperationsbasis für den Austausch von Patienteninformationen. Die eFa ist heute ein deutschlandweiter Standard für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen.

Niklas Reinhardt | Fraunhofer
Weitere Informationen:
http://www.isst.fraunhofer.de/geschaeftsfelder/eHealth/refpro/epsos/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt
02.04.2020 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht Das kognitive Internet als zentrale Schaltstelle der Industrie 4.0: Mit allen fünf Sinnen produzieren
02.04.2020 | Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

02.04.2020 | Physik Astronomie

Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik

02.04.2020 | Materialwissenschaften

Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt

02.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics