Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensoraufkleber überwacht Lebensmittelproduktion

11.12.2019

Keime in der Wurstfabrik – ein Horrorszenario für Hersteller und Verbraucher. Um solche und andere Störungen von Produktionsprozessen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie früh zu erkennen, entwickeln Forscherinnen und Forscher im Projekt „Smart (Bio)-sensors for the process industry“, kurz „Saber Print“, smarte Sensoraufkleber. Sie können mit verschiedenen Sensoren versehen werden und erlauben es, Produktionsprozesse online zu überwachen.

Zum Projektkonsortium gehören das Exzellenzcluster Ruhr Explores Solvation Resolv der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Universität Maastricht, der Dichtungshersteller Garlock aus Neuss und die Firma Yookr aus Venlo. Das Projekt wird mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert im Interreg-Programm der Europäischen Union.


Kristina Tschulik, Tobias Vöpel und Nicolas Plumeré (von links) gehören zum Projektteam.

Foto: RUB, Kramer

Aufkleber messen Stoffkonzentration, pH-Wert, Verunreinigungen

Die zentrale Innovation des Projekts ist ein flexibler Sensoraufkleber, der direkt zum Beispiel in Dichtungen integriert werden kann, um industrielle Prozesse online zu überwachen.

„Zunächst werden wir Sensoraufkleber zur Überwachung ausgewählter Parameter entwickeln, etwa der Konzentration bestimmter Stoffe wie Glukose, des pH-Werts oder mikrobieller Verunreinigungen“, erklärt Projektkoordinator Prof. Dr. Nicolas Plumeré.

Zum Konzept gehört, dass die Aufkleber, die jeweils bestimmte Werte messen, einfach ausgetauscht werden können.

„Die Anwenderin oder der Anwender kann die Aufkleber an verschiedenen Industriekomponenten anbringen, je nachdem, welchen Prozess er oder sie genau überwachen möchte“, so Dr. Tobias Vöpel vom Zentrum für Elektrochemie der RUB.

Deutsch-niederländische Grenzregion profitiert

Das Projektkonsortium will mit der Idee einen Beitrag zur Digitalisierung von Fertigungsprozessen leisten – allgemein diskutiert als Industrie 4.0. Die ständige Überwachung industrieller Prozesse durch smarte Maschinen macht dabei Produktionsprozesse effizienter und nachhaltiger.

Große Auswirkungen werden die Projektergebnisse unter anderem auf die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie haben, zwei Sektoren, die in der deutsch-niederländischen Grenzregion eine bedeutende Rolle spielen.

„Dank Saber Print kann die Grenzregion von diesem technischen Fortschritt früh profitieren“, unterstreicht Prof. Dr. Kristina Tschulik, Leiterin der Gruppe Elektrochemie und Nanoskalige Materialien der RUB. Da die smarte Technik Installations- und Wartungskosten reduziert und die Gesamtproduktivität erhöht, erwartet sie auch einen wirtschaftlichen Vorteil für die Betriebe der Anwender.

Kooperationspartner

Das Projektkonsortium kombiniert die Expertise seiner Partner grenzüberschreitend: Die Arbeitsgruppen des Exzellenzclusters Resolv von Nicolas Plumeré und Kristina Tschulik sowie die Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Universität Maastricht werden enzymatische und polymerbasierte flexible Sensorsubstrate entwickeln, während die Firma Garlock die Sensoren in das Dichtungsdesign integriert. Die Datenverarbeitung und -analyse wird von der Firma Yookr in eine Remote-Zugriffssoftware übersetzt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Nicolas Plumeré
Forschungsgruppe Molekulare Nanostrukturen
Fakultät für Chemie und Biochemie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 29434
E-Mail: nicolas.plumere@rub.de

Prof. Dr. Kristina Tschulik
Lehrstuhl für Analytische Chemie II
Fakultät für Chemie und Biochemie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 29433
E-Mail: nanoec@rub.de

Dr. Tobias Vöpel
Zentrum für Elektrochemie
Ruhr Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 29092
E-Mail: tobias.voepel@rub.de

Arne Dessaul | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Bootcamps: Programmieren lernen in nur drei Monaten
21.01.2020 | Neue Fische GmbH - Julia Fischer

nachricht HyPlag: Wuppertaler Forscher arbeiten daran, Plagiate zuverlässiger zu erkennen
20.01.2020 | Bergische Universität Wuppertal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten.

Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der...

Im Focus: Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen

Europäische Union fördert Forschungsprojekt „PredActin“ mit 1,2 Millionen Euro

Aktin ist ein wichtiges Strukturprotein in unserem Körper. Als Hauptbestandteil des Zellgerüstes sorgt es etwa dafür, dass unsere Zellen eine stabile Form...

Im Focus: Programmable nests for cells

KIT researchers develop novel composites of DNA, silica particles, and carbon nanotubes -- Properties can be tailored to various applications

Using DNA, smallest silica particles, and carbon nanotubes, researchers of Karlsruhe Institute of Technology (KIT) developed novel programmable materials....

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

KIT im Rathaus: Städte und Wetterextreme

21.01.2020 | Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Differenzierte Bildgebung für bessere Diagnosen bei Brustkrebs

21.01.2020 | Medizin Gesundheit

Kurilen-Kamchatka-Graben im Pazifischen Ozean gehört nicht mehr zu den „10.000ern“

21.01.2020 | Geowissenschaften

Proteinfunktionen - Ein Lichtblitz genügt

21.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics