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Roboter lernen, selbstständig und im Team zu arbeiten

02.12.2019

Anstatt von Menschen detailreich programmiert zu werden, sollen Roboter mit künstlicher Intelligenz dazu qualifiziert werden, aus vorhandenen Daten eigenständig und im Team die richtigen Lösungen für Logistik-Aufgaben zu finden, etwa in Auslieferungslagern. Gleichzeitig sollen mehr Menschen dazu qualifiziert werden, „Lehrer“ für die Roboter zu werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt der Westfälischen Hochschule, der TU Dortmund und des Fraunhofer-Instituts IML rund zwei Jahre lang mit insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro.

Der Fachkräftemangel ist ein Stichwort unserer Zeit. Auch in der Informatik gibt es einen Fachkräftemangel. Prof. Dr. Hartmut Surmann, Roboter-Experte an der Westfälischen Hochschule, will ihm mit einem doppelten Appell entgegenwirken:


In der AI-Arena sollen Drohnen- und Roboterschwärme lernen, sich eigenständig und superschnell auf die Lösung von Logistik-Aufgaben zu einigen.

Foto: Fraunhofer, Abdruck honorarfrei im Zusammenhang mit Westfälischer Hochschule

Er will Computer mit künstlicher Intelligenz dazu kriegen, mit großen Datenmengen als Lernstoff industrielle Anwendungen eigenständig und schnell zur Lösung von Problemen zu entwickeln und sofort auszuführen.

Jetzt hat Surmann vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderung von 235.000 Euro bekommen, um sich an einem Forschungsverbundprojekt zu beteiligen, das den Namen AI-Arena trägt und an dem neben der Westfälischen Hochschule der Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen sowie das Institut für Roboterforschung der TU Dortmund und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) beteiligt sind. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt knapp 1,5 Millionen Euro.

Die AI-Arena greift dabei namentlich den englischen Begriff für künstliche Intelligenz (artificial intelligence) auf und setzt ihr die Arena als Trainings- und Testfläche hinzu.

Surmann: „Das sorgt für ein realwissenschaftliches Qualifizierungskonzept, bei dem nicht simuliert, sondern mit echten Robotern gearbeitet wird.“ Kleine, mobile Roboter und Drohnen sollen mit künstlicher Intelligenz selbst und immer schneller lernen, wie Menschen von einfachen Aufgaben in der Logistik entlastet werden können.

Im Schwarm sollen sie unter Wahrnehmung ihrer Umwelt selbstständig Entscheidungen treffen und im Team Lagertransporte ausführen. Wobei die Roboter nicht arbeiten wie die Menschen. Surmann:

„Roboter können sich viel schneller bewegen und bremsen als Menschen. Sie stellen etwa Pakete nichts ins Regal, sondern beschleunigen die Pakete beim Transport so sehr, dass sie beim Abbremsen des Roboters von selbst an ihren Regalplatz rutschen. Wie wenn ein Auto sehr schnell abbremst und die Fahrgäste dadurch nach vorne geschleudert werden.“

Da kommen dann auch noch Sicherheitsaspekte in der Roboterführung hinzu.

Neben der Roboterforschung wirft Surmann seine über 30 Jahre Lehrerfahrung in der Roboterforschung in die Waagschale. Denn nicht nur die Roboter sollen lernen: Gleichzeitig will Surmann Studierende dafür qualifizieren, solche Roboter anzuleiten und zu kontrollieren, denn, so der Forscher und Hochschullehrer:

„Wir brauchen qualifizierte Menschen und sich selbst qualifizierende Roboter, um den Aufgaben der Zukunft gewachsen zu sein.“ Und das alles nicht auf einem theoretischen Forschungsniveau, sondern ganz praktisch und anwendungsorientiert. Das Projekt läuft über etwas mehr als zwei Jahre bis Anfang 2022.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Hartmut Surmann, Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule, Telefon (0209) 9596-777, E-Mail hatmut.surmann@w-hs.de

Dr. Barbara Laaser | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.w-hs.de

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