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"Einer für alle": Verknüpfte Schlagworte nutzen ganzer Web-Welt

20.04.2010
Wer seine Internetquellen leicht wiederfinden will, beschreibt sie mit Hilfe so genannter "Tags". Diese Schlagworte bieten Zusatzinformationen zu den jeweiligen Seiten im Web.

Informatiker der TU Graz wollen Tags künftig geschickt verknüpfen, um so mehr über das Internet zu erfahren. Die Nutzer sollen auf vielfache Weise profitieren: Suchfunktionen könnten so treffsicherer werden.

Weiters ist dieses Mehrwissen ein nächster Schritt in Richtung "intelligenterer" Computer. Die Forscher haben dazu Experimente durchgeführt, deren Ergebnisse sie von 26. bis 30. April 2010 auf der "WWW", der weltweit wichtigsten World Wide Web-Konferenz in North Carolina, USA, erstmals präsentieren.

Ein riesiges Netzwerk an elektronischen Informationen spannt sich heute um den Globus. Verknüpft und ordnet man die Daten neu, ergeben sich viel versprechende Chancen für deren Verwendung, sind Wissensmanager überzeugt. "Jeder Nutzer legt beim persönlichen Gebrauch selbst fest, ob seine Schlagworte öffentlich sind. Verknüpft man diese zu einem Begriffsnetzwerk, hilft jeder einzelne nebenbei mit, ein intelligenteres Web zu schaffen", erklärt Projektleiter Markus Strohmaier vom Institut für Wissensmanagement der TU Graz. Gemeinsam mit seinem Dissertanten Christian Körner und in Kooperation mit Forschern der Universitäten Kassel und Würzburg ist es ihm gelungen, einen Lösungsansatz für die komplexe Verknüpfung riesiger Datenmengen aus dem Internet zu entwickeln.

Intelligenteres Web

Die Informatiker testeten dazu unter Zuhilfenahme des Rechenclusters der Universität Kassel ein Netzwerk mit 660.000 Benutzern, die 140 Millionen Tags vergeben hatten. "Bestimmte Personen beschreiben die Web-Ressourcen genauer und stellen dadurch nützlichere Daten bereit", so Strohmaier. Diese Informationen gilt es nun sinnvoll zu verknüpfen - eine Aufgabe, die händisch nicht zu bewerkstelligen wäre. "Durch gute Verschlagwortung kann jeder dazu beitragen, das Web intelligenter zu machen", schließt Strohmaier. Anwender können so in Zukunft von verbesserten Suchfunktionen profitieren, auch ein schnelleres Finden relevanter Information ist möglich: Ähnliche Webseiten können besser identifiziert und dem Benutzer vorgeschlagen werden.

Weltspitze des WWW

Mit ihrer Arbeit im Rahmen des FWF-Projekts TransAgere (Agentenorientierte Entwicklung Sozialer Software) reihen sich die Forscher der TU Graz in der Weltspitze der Forschung im Bereich des World Wide Web ein: Aus 743 Einreichungen für die "WWW'2010" wurden lediglich 104 Beiträge angenommen, darunter Arbeiten des Massachusetts Institute of Technology oder der Stanford University. Mit bis zu 1.000 Teilnehmern aus aller Welt stellt die Konferenz die größte und international bedeutsamste wissenschaftliche Veranstaltung zum Thema World Wide Web dar.

Literaturhinweis:
C. Körner, D. Benz, A. Hotho, M. Strohmaier, G. Stumme, Stop Thinking, Start Tagging: Tag Semantics Emerge From Collaborative Verbosity, 19th International World Wide Web Conference (WWW2010), Raleigh, NC, USA, April 26-30, ACM, 2010.
Rückfragen:
Dipl.-Ing. Dr.techn. Markus Strohmaier
Institut für Wissensmanagement und Know-Center
Email: markus.strohmaier@tugraz.at
Tel: +43 (0) 316 873 9257

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www2010.org/www/
http://kmi.tugraz.at/staff/markus/

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