Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Hochleistungs-Rechencluster für numerische Simulationen in Betrieb genommen

28.04.2010
Bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) ist vor kurzem ein neuer Hochleistungs-Rechencluster in Betrieb genommen worden.

Mit einer Gesamtrechenleistung von 15,2 TeraFlop/sec (d. h. mehr als 15 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) stellt dieser gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg/Lindau und dem Institut für Geophysik der Universität Göttingen beschaffte Rechencluster das derzeit leistungsstärkste Rechnersystem bei der GWDG dar. Es soll u. a. für aufwändige numerische Simulationen geophysikalischer und magnetohydrodynamischer Prozesse eingesetzt werden.

Der Einsatz von leistungsfähigen Rechnern zur Simulation komplexer Modelle und zur Analyse experimenteller Befunde gehört heutzutage zum methodischen „Handwerkszeug“ der Grundlagenforschung in der Physik, Chemie, Biologie, Geologie und Medizin. Ohne solche Rechnersysteme ist keine erfolgreiche exzellente Forschung in diesen Bereichen möglich. Eine zentrale Aufgabe der GWDG als Rechenzentrum für die Universität Göttingen und die Max-Planck-Institute im Göttinger Raum ist es daher, dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Hochleistungs-Rechnersysteme für die Wissenschaftler zur Verfügung zu stellen und so im nationalen und internationalen Vergleich konkurrenzfähige Arbeitsbedingungen zu bieten.

Um den stetig steigenden Bedarf an Rechenleistung insbesondere für numerische Simulationsrechnungen zu decken, wurde bei der GWDG vor kurzem ein neuer Hochleistungs-Rechencluster in Betrieb genommen. Das Beschaffungsvolumen beträgt knapp 1 Mio Euro. Wie in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreich praktiziert, haben auch diesmal mehrere Einrichtungen ihre zur Verfügung stehenden Mittel in eine gemeinsame Beschaffung eines Rechenclusters gebündelt, der bei der GWDG betrieben wird und von den Partnern anteilig entsprechend ihrer finanziellen Beteiligung genutzt werden kann. Von den dadurch erzielbaren Synergieeffekten bei der Beschaffung, Administration und Auslastung profitieren wieder alle Seiten in bewährter Form. Das beteiligte Institut für Geophysik der Universität Göttingen wird die neuen Rechenkapazitäten weitgehend für Untersuchungen zum Erdmagnetismus und zur geophysikalischen Strömungsmechanik nutzen, während bei den Wissenschaftlern am bekannten Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg/Lindau die Simulation von Magnetfeldern und Strömungen im Plasma des Sonneninneren und der ausgedehnten Sonnenatmosphäre im Vordergrund steht.

Der neue sog. Nehalem-Cluster der Firma NEC enthält insgesamt 188 Rechenknoten mit jeweils zwei Intel-Quad-Core-Prozessoren vom Typ Nehalem, die über ein sehr schnelles Kommunikationsnetzwerk miteinander verbunden sind. Mit einer Gesamtrechenleistung der insgesamt 1504 Rechenkerne von 15,2 TeraFlop/sec (= 15,2 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde), einem verteilten Hauptspeicher von 6,7 TeraByte und einem verteilten lokalen Plattenspeicher von 188 TeraByte ist der Nehalem-Cluster das zur Zeit leistungsstärkste Rechnersystem bei der GWDG.

Ganz im Sinne von „Green IT“ spielten der Energieverbrauch und damit die Energiekosten eine wesentliche Rolle bei der Kaufentscheidung. Diese fallen durch neu entwickelte stromsparende Rechnerhardware sowie den Einbau der Rechner in wassergekühlte Schränke, die nur eine Stellfläche von 3,20 x 1,30 m benötigen, verhältnismäßig niedrig aus. Mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 56,4 kW ist das neue System bei etwa doppelter Gesamtrechenleistung auch etwa doppelt so energieeffizient wie das im Jahr 2007 beschaffte Woodcrest-System. Weiterhin werden durch die Verwendung redundanter Netzteile und Komponenten, die sich während des laufenden Betriebs problemlos austauschen lassen, die Verfügbarkeit erhöht sowie die Wartbarkeit verbessert – ein Vorteil vor allem bei lang dauernden Simulationsrechnungen.

Bereits in den wenigen Wochen seit Aufnahme des Regelbetriebs ist der neue Nehalem-Cluster nahezu voll ausgelastet – ein Beleg für die Notwendigkeit regelmäßiger Erweiterungen der Parallelrechnerkapazität und den Erfolg des bewährten Konzepts des zentralen Betriebs von gemeinsam beschafften und genutzten IT-Ressourcen verschiedener Einrichtungen im Rechenzentrum der GWDG.

Über die GWDG:
Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) ist eine gemeinsame Einrichtung der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und der Max-Planck-Gesellschaft. Sie erfüllt die Funktion eines Rechen- und Kompetenzzentrums für die Max-Planck-Gesellschaft und des Hochschulrechenzentrums für die Universität Göttingen. Ihre wissenschaftlichen Forschungsaufgaben liegen im Bereich der Angewandten Informatik. Ferner fördert sie die Ausbildung von Fachkräften für Informationstechnologie.

Dr. Thomas Otto | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/
http://www.gwdg.de/fileadmin/inhaltsbilder/Pdf/GWDG-Nachrichten/gn1004.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht TU Ilmenau entwickelt intelligente Sensorik zur Verarbeitung von Big Data
21.10.2019 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria
18.10.2019 | Fraunhofer Austria Research GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Studenten entwickeln einen Koffer, der automatisch auf Schritt und Tritt folgt

22.10.2019 | Innovative Produkte

Chemikern der Universität Münster gelingt Herstellung neuartiger Lewis-Supersäuren auf Phosphor-Basis

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics