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NAVSOP: Forscher arbeiten an GPS-freiem Navi

02.07.2012
System nutzt Vielzahl an Signalen zur Orientierung

Das Militärtechnik-Unternehmen BAE Systems arbeitet an einem Navigationssystem, das langfristig ohne GPS auskommen kann. Statt ausschließlich auf Satellitensdaten als Positionierungshilfe zu setzen, verwertet "NAVSOP" (Navigation via Signals of Opportunity) eine Vielzahl an verschiedenen Signalen, um sich zurechtzufinden.


GPS: Neues System verlässt sich nicht nur auf Satelliten (Foto: NASA)

GPS für Ersterkundung notwendig

Die bisherige Vorgangsweise, bei dem Geräte und Systeme sich allein auf die Verbindung zu einem Satelliten verlassen, hält man bei BAE für zu anfällig, da das GPS-Signal "relativ schwach und störanfällig" ist. NAVSOP nutzt daher auch andere Quellen zur Orientierung.

Konkret werden die Wellen von anderen, erdnahen Satelliten, Funkmasten, Fernsehen, Radio und zahlreichen anderen Quellen registriert. NAVSOP merkt sich die Konstellation der Inputs an bestimmten Orten auf Dauer und nutzt neu hinzugekommene Signale zur Erhöhung der Genauigkeit. Über einen Schwachpunkt verfügt das System allerdings noch: Für die erstmalige Orientierung an einem Ort wird GPS benötigt, nach einer gewissen Zeit soll es jedoch genug gelernt haben, um auch ohne Satellitennavigation auszukommen.

Infrastruktur bereits vorhanden

Der Ansatz bietet laut BAE zahlreiche Vorteile. Denn die nötige Infrastruktur ist bereits vorhanden und muss nicht mehr kostspielig errichtet werden. Auch die Hardware zur Implementation gibt es bereits. Zudem sollen sich bestehende, satellitengestützte Navigationssysteme nachrüsten lassen. Dies gilt auch für die Verwendung von GPS-Alternativen wie dem chinesischen Beidou, dem russischen GLONASS oder dem europäischen Galileo-Projekt.

Eingesetzt werden könnte NAVSOP künftig etwa in autonom fliegenden Drohnen, jedoch gibt es laut dem Unternehmen auch großes Interesse aus dem zivilen Bereich. Die neuartige Orientierungshilfe könnte sowohl an entlegenen Orten wie der Arktis als auch im Inneren von Gebäuden für mehr Überblick sorgen. An der Lösung letzterer Aufgabe arbeitet mittlerweile eine Reihe von Firmen und Wissenschaftlern (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20120629011 ).

In fertiger Form wird die BAE-Erfindung nur etwas größer als eine Münze sein. Wann sie die Marktreife erreichen wird, ist aktuell noch offen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.baesystems.com

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